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Schweißdrüsen
Der Schweiß erhöht die Leitfähigkeit der Haut und damit die Reaktionsgeschwindigkeit. Der Anstieg der Hautleitfähigkeit (Absinken des Hautwiderstands) Der Schweiß erhöht die Leitfähigkeit der Haut und damit die Reaktionsgeschwindigkeit. Der Anstieg der Hautleitfähigkeit (Absinken des Hautwiderstands) ist ein beliebtes Maß für die sympathikotone Erregung, weil die neuronale Kontrolle der Schweißdrüsen ausschließlich durch den Sympathikus erfolgt. Ein emotionaler Reiz führt innerhalb von 1-4 Sekunden zum Absinken des Hautwiderstands.

Der Schweiß dient als natürliches Kühlsystem für den erhitzten Körper, ähnlich wie das Kühlwasser beim Auto. Im Rahmen der Evolution diente der Schweiß wohl auch dazu, den Körper glitschiger und damit für einen möglichen Feind unangreifbarer zu machen. Bei Tieren werden durch den Schweiß die Geruchsreize für Artgenossen intensiviert. Es gibt einen kalten und einen warmen Schweiß.

Bei Angst, Aufregung und Stress kommt es - bewirkt über das sympathische Nervensystem - zum Auftreten von kaltem und klebrigem Schweiß. Die Schweißdrüsen sondern vermehrt Schweiß ab zur Kühlung des vermeintlich hart arbeitenden Organismus. Der Schweiß trifft jedoch (im Gegensatz zum Arbeitsschweiß) auf kalte Haut, bedingt durch die verminderte Durchblutung der Blutgefäße der Haut bei akutem Angst- und Stresszustand, wo er sofort kalt wird. Das emotionale Schwitzen ("kalter Angstschweiß") geht im Gegensatz zum thermischen Schwitzen nicht mit einer Gefäßerweiterung einher. Wegen des Schwitzens wird oft ein Händedruck vermieden.

Das parasympathische Nervensystem bewirkt das Auftreten von warmem, dünnflüssigem Schweiß großen Ausmaßes. Vermehrtes Schwitzen bei Anstrengung (Arbeitsschweiß) dient dazu, den Körper angesichts des hohen Energieverbrauchs und der damit verbundenen Erhitzung zu kühlen und vor Überhitzung zu bewahren. Über die Verdunstungskälte, die durch das Schwitzen entsteht, wird das Blut unter der Haut gekühlt, bevor es in das Körperinnere gepumpt wird. 20% der Wärme wird durch Wasserverdunstung abgegeben, die zum Teil unmerklich durch Haut und Lunge erfolgt.

Drei Viertel der durch die Stoffwechselprozesse entstehenden übermäßigen inneren Wärme wird durch eine intensive Durchblutung der Haut an die Umwelt abgestrahlt. Bei körperlicher Anstrengung ist die Haut gut durchblutet, da die Blutgefäße weit gestellt sind. Ist bei hoher Außentemperatur die Luft mit Wasserdampf gesättigt, kann es zu einer Wärmestauung (Hitzschlag) kommen.


Autor: Dr.Hans Morschitzky
 
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