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Massierte Reizkonfrontation |
Mutigen und
Ungeduldigen ist eine massierte Reizkonfrontation (Flooding) zu
empfehlen. Nach Ausschluss organischer Ursachen für Ihre Angstzustände
sollten Sie sich täglich mindestens 4-6 Stunden lang mit
Massierte Reizkonfrontation (Reizüberflutung)
Mutigen und
Ungeduldigen ist eine massierte Reizkonfrontation (Flooding) zu
empfehlen. Nach Ausschluss organischer Ursachen für Ihre Angstzustände
sollten Sie sich täglich mindestens 4-6 Stunden lang mit den stärksten
Angstreizen überfluten. Binnen weniger Tage bzw. weniger Wochen werden
Sie Ihren früheren Bewegungsspielraum wiedererlangen und das Vertrauen
in Ihren Körper wiedergewinnen.
Der bewusste Verzicht auf jede Fluchtmöglichkeit bei der Konfrontation
mit den angstauslösenden Reizen führt dazu, dass der
Kampf-Flucht-Mechanismus gar nicht so stark ausgelöst bzw. rasch wieder
gedämpft wird. Die Fluchttendenz mit der entsprechenden körperlichen
Aktivierung ist immer dann am größten, wenn noch eine reale Chance zu
entkommen gesehen wird (kurz vor der Abfahrt des Lifts, der
Straßenbahn, des Zuges, des Flugzeugs usw., d.h. unmittelbar bevor die
Tür zugeht).
Wie rasch möchten Sie Ihre Ängste los werden? Wenn Sie Ihre Ängste
schnell überwinden wollen, was hindert Sie dann eigentlich daran, zu
den Mutigen zu gehören, wenn Sie glauben können, dass Sie körperlich
gesund sind und durch eine intensive Reizüberflutung keinen
körperlichen Schaden erleiden?
Wenn Sie den Mut haben, die stärksten Angstsituationen gleich zu Beginn
aufzusuchen, dies anfangs jedoch nicht allein zu tun wagen, wählen Sie
eine Person Ihres Vertrauens aus, die Sie anfangs dabei begleitet, bis
Sie das Vertrauen zu sich gefunden haben, die entsprechenden
Situationen auch alleine bewältigen zu können. Dieses Vorgehen bringt
die schnellsten und anhaltendsten Erfolge. Üben Sie bei Bedarf vorher
in der Vorstellung.
Wenn die Angstbewältigung trotz der richtigen Technik nicht gelingen will
Mangelhafte oder ausbleibende Übungserfolge bei der Bewältigung der
Agoraphobie, insbesondere wenn diese in bester Absicht und "technisch"
richtiger Weise angestrebt wurden, sollten Anlas sein, nach den Gründen
zu suchen.
Stellen Sie sich folgende Fragen:
- Welche Vorteile könnte ich mit dem Verlust der Agoraphobie ebenfalls verlieren?
- Welche anderen Probleme vermeide ich durch meine
Agoraphobie?
- Welche
Auswirkungen hätte die Bewältigung meiner Ängste auf mein Leben,
insbesondere auf meine familiäre und berufliche Situation?
- Was möchte ich nach Beseitigung meiner Ängste tun, und wie wichtig ist mir dies?
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Ihre Ängste können die Funktion haben, Sie vor noch größeren
Problemen als Ihre Agoraphobie oder Panikattacken zu bewahren. Werden
Sie die wiedergewonnene Freiheit auf Anhieb tatsächlich nützen können?
Hinter einer Agoraphobie kann die Angst vor Verantwortung und Freiheit
stehen. Wenn die Fesseln und Ketten der Ängste abgeworfen sind, kann
eventuell die Bürde der Verantwortung und der Freiheit sowie der Zwang
zur Entscheidung zwischen verschiedenen Alternativen auf Sie warten.
Nach der Beseitigung der Ängste können Sie vielleicht vor der Situation stehen,
- verschiedene
Annehmlichkeiten zu verlieren (ständiges Umsorgt werden, viel Zuwendung
und Nachsicht, Unterstützung bei der Arbeit) und vieles wieder selbst
erledigen zu müssen;
- als Mutter
weiterhin bei den Kindern zu Hause zu bleiben oder berufstätig zu
werden, wo man doch am liebsten beides in bestmöglicher Weise
miteinander verbinden möchte und sich dabei überfordert sieht;
- den Arbeitsplatz wegen Unzufriedenheit zu wechseln und dabei das Risiko einzugehen, dies hinterher zu bereuen;
sich scheiden zu lassen und neben den Problemen der Partnerschaft auch deren Vorteile zu verlieren; - sich
als Frau dem Partner gegenüber einerseits besser durchsetzen zu können,
andererseits aber deswegen Angst haben zu müssen, seine Liebe zu
verlieren;
- als Jugendlicher von zu
Hause auszuziehen und ein selbständiges Leben zu beginnen oder weiter
unter den Einengungen durch das Elternhaus zu leiden.
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Autor:
Dr.Hans Morschitzky
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