Forschung bei der Angst-Hilfe e.V. – Der Blick unter die Oberfläche lohnt!

Die Angst-Hilfe e.V. hat seit ihrer Gründung ein großes Interesse daran, einerseits die eigene Arbeit ihrer Projekte, Münchner und Deutsche Angstselbsthilfe, wissenschaftlich unter die Lupe zu nehmen und zu verbessern, und andererseits einen Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion im Bereich Angststörungen und Selbsthilfe zu leisten.

Unter anderem deshalb wird unsere Arbeit bereits seit 1989 statistisch erfasst und ausgewertet.

In zahlreichen Diplom-, Magister-, Master- und Bachelorarbeiten wurden und werden unsere Angstselbsthilfegruppen seit den 90er Jahren zu unterschiedlichsten Fragestellungen von Studierenden untersucht.

Ebenso erschienen etliche Fachartikel zum Thema Selbsthilfe bei Angststörungen, die auf MASH-Untersuchungen basierten, und seit 1995 bieten wir Wissenschaftlern und Experten im Bereich Angststörungen die Möglichkeit, zu ausgewählten Themen in unserer Angstzeitschrift zu publizieren.

Wir stellen unsere Arbeit auf Kongressen vor (zuletzt auf dem 28. Kongress für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Beratung der DGVT in Berlin) und nehmen als Patientenvertreter an der Entwicklung von Leitlinien teil (zuletzt S3 LL Angststörungen und aktuell an der Leitlinie für Angststörungen im Kindes- und Jugendalter).

Mehrere Befragungen unserer Gruppenmitglieder wurden in den letzten 20 Jahren durchgeführt, um deren Motivation, Änderungswünsche und sowohl positive als auch negative Erfahrungen in unseren Angstselbsthilfegruppen in Erfahrung zu bringen. Die Ergebnisse dienen uns einerseits dazu unser Angebot kontinuierlich zu verbessern und andererseits möchten wir die Wirksamkeit unserer Gruppen evaluieren. Seit 2010 führen wir deshalb mit Unterstützung unseres wissenschaftlichen Beirates und in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DGVT) eine umfassende Evaluation unserer Gruppen durch.

 

Unsere Motivation zu forschen

Wir selbst sind aufgrund eigener Erfahrungen und vieler Rückmeldungen von Betroffenen aus unseren Gruppen der Überzeugung, dass unsere Angstselbsthilfegruppen ein wirkungsvolles Hilfeangebot für Betroffene von Angsterkrankungen sind. Sie eignen sich insbesondere als Ergänzung zur medizinischen und psychotherapeutischen Behandlung, können aber auch als Nachsorgeangebot nach einem stationären Aufenthalt sinnvoll sein und wirken auch als eigenständiges Gruppenangebot. Diese subjektive Überzeugung möchten wir durch wissenschaftliche Untersuchungen auf den Prüfstand stellen. Das hilft uns unsere eigene Qualität zu sichern. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse kommen unseren GruppenleiterInnen und -teilnehmerInnen in München zu gute und können anderen Angstselbsthilfegruppen in ganz Deutschland und der Welt als Unterstützung und Orientierungsangebot dienen. Dabei geht es uns um die Frage welche Rahmenbedingungen, Konzepte, Inhalte und welche Haltung es braucht, damit Angstselbsthilfe für Menschen mit Angsterkrankungen zu einem wichtigen Baustein auf dem Weg in ein Leben ohne Beeinträchtigung werden kann.