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Beziehungen | 21. November 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

der Duden definiert “Beziehung” als “Verbindung, Kontakt zwischen Einzelnen oder Gruppen” aber auch als “innerer Zusammenhang, wechselseitiges Verhältnis”. Ganz allgemein werden die meisten darunter wahrscheinlich die mehr oder weniger dauerhafte Verbindung zu einem geliebten Menschen verstehen. In dieser Ausgabe wollen wir das Beziehnungsthema vor dem Hintergrund der Coronakrise etwas breiter beleuchten. Was braucht es für gute Beziehungen? Nicht nur zu einer bestimmten Person, sondern auch zur Welt und letztendlich zu sich selbst. Seid gespannt, was Laura, Katharina und Anne dazu zu erzählen haben. Und freut Euch auf ein Interview, das Tim im Schwarzbrot mit einer Angsterfahrenen geführt hat.

Viel Spaß beim Lesen und Informieren wünscht Euch Euer Team von angstfrei.news

Ganz wichtig: Was meint ihr zum neuen Konzept und zu dieser Ausgabe? Bitte gebt uns ein kurzes Feedback - das wäre hilfreich und sehr nett.

Übrigens nehmen wir unser Motto ernst: Angst hat eine Stimme - Deine. Wir sind ein Team von Freiwilligen und schreiben über unsere Angst-, Lebens- und Alltagserfahrungen, ohne ein Richtig oder Falsch, oft mit Verstand und immer mit Herz. Wir freuen uns über dich in unserem Team. Trau dich einfach und schreib uns eine Mail an angstfrei.news@gmail.com.

Die gute Nachricht der Woche

US-Phamakonzern meldet ebenfalls hohe Impfstoff-Wirksamkeit

Die Firma Moderna hat einen laut Zwischenanalyse zu 94,5 % wirksamen Impfstoff gegen das SARS-CoV-2-Virus entwickelt. Bei den 300.000 Testpersonen einer Studie, von denen viele Risikopatient*innen waren, traten kaum Nebenwirkungen und keine schweren Erkrankungen auf. Die Wirksamkeit errechnet sich aus dem Vergleich zwischen Geimpften und Ungeimpften: Bei 90 Ungeimpften wurde COVID-19 diagnostiziert (also positiver PCR-Test mit Symptomen). Bei den Geimpften traten nur fünf Fälle auf.

Das Unternehmen, die USA und die EU streben in den kommenden Wochen bei weiteren positiven Ergebnissen eine schnelle Zulassung an. Die EU-Kommission verhandelt über 160 Millionen Impfdosen, wobei pro Person zwei Dosen nötig sind. Vorteilhaft ist im Vergleich zum Biontech-Impfstoff, dass dieses Vakzin bis zu 30 Tage im normalen Kühlschrank gelagert werden kann.

Ärzteblatt
Spiegel
Tagesschau

Schwarzbrot

Tim

In dieser Rubrik möchten wir etwas tiefer in die Nachrichtenlage der Woche einsteigen. Mal eher hintergründig, mal eher serviceorientiert recherchieren wir für euch selbst, statt wie im darunter folgenden Nachrichtenblock Nachrichten auszuwählen und in eine angstfreie Sprache zu übersetzen. Wir hoffen, es mundet euch.

In dieser Woche sprechen wir mit Steffi über das Leben in der Pandemie mit einer Angststörung. Steffi ist 37 Jahre alt und wohnt in Bayern. Sie hat zwei Töchter (drei und sechs Jahre alt). Ihr Mann ist Virologe. Sie hat jahrelang als medizinisch-technische Assistentin in der Parasitologie eines großen Klinikums gearbeitet. Seit zwölf Jahren befindet sie sich mit ihrer Angst vor Krankheiten, vor dem Erbrechen und mangelnder Hygiene in Therapie.

angstfrei.news: Was hat dich überrascht in der Pandemie? Warum?

Steffi: Mich hat vor allem überrascht, wie wechselhaft ich die Pandemie empfunden habe: Am Anfang war es für mich sehr erholsam, weil es nicht so viele Pflichtveranstaltung gab. Es waren nur wenige Menschen draußen unterwegs - das war zunächst sehr angenehm. Jetzt nach einem halben Jahr merke ich aber, wie eingeschränkt ich bin. Mir fehlen viele Dinge. Ich hab gemerkt, dass ich auch große Menschenmassen als Reizpunkt brauche. Seitdem mit dem Beginn des Novembers wieder Vieles heruntergefahren wurde, fällt mir das besonders auf.

angstfrei.news: Wie hat sich dein Alltag verändert?

Steffi: Ich hab zwei kleine Kinder. Normalerweise bringt die Große von der Kita schon mal was mit - oder zumindest sorge ich mich davor. Die Angst vor Krankheitserregern wurde durch ausbleibenden Kita-Besuch der Großen natürlich kleiner. Allerdings brauche ich, um mit meiner Angst gut umgehen zu können, viel Freiraum - der ist jetzt natürlich eingeschränkt. Ich muss mich viel um unsere Kinder kümmern, da mein Mann bei seiner Arbeit als Virologe gerade natürlich besonders gefragt ist.

angstfrei.news: Du hast Angst vor Krankheiten und mangelnder Hygiene. Wie hat sich dein Krankheitsverlauf in der Pandemie verändert?

Die fehlende Unterstützung und vor allem auch die fehlenden Auszeiten haben mich an meine Grenzen gebracht - und vermutlich auch darüber hinaus. Durch diese Erschöpfung kamen immer stärkere Angstgedanken, Grübeln und damit verbundene Zwangsgedanken und Handlungen hoch. Ich habe und hatte nicht mehr genug Reserven, um gelernte Strategien gegen die Angst anwenden zu können und mich haben Dinge getriggert, die ich eigentlich vor der Pandemie schon längst im Griff hatte.

Das ganze Hygienethema hat bei mir natürlich einen viel größeren Raum eingenommen, als bei den meisten anderen Menschen. Leider hat die Pandemie die Erfolge aus meiner Verhaltenstherapie ein Stück zunichte gemacht: Aktuell ist mein Alltag wieder stark durch Putzen ausgefüllt. Bei einem normalen Alltag hätte ich dafür nicht so viel Zeit, zudem hat es sich vor der Pandemie mehr verteilt. Doch seitdem Corona unseren Alltag bestimmt, habe ich mehr Zeit zum Putzen und Nachdenken und das bringt natürlich auch noch andere Angstthemen in mir hoch. Je mehr Zwangshandlung ich mache, desto mehr wächst die Angst und umso mehr Zwangshandlung mache ich.

angstfrei.news: Was hat dir denn die größten Schwierigkeiten bereitet?

Steffi: Ich habe im vergangenen Jahr eine Verhaltenstherapie gemacht, um unter anderem meinen Gebrauch von Desinfektionsmittel zu verringern. Jetzt ist es aber plötzlich sehr erwünscht, Desinfektionsmittel zu benutzen und andere Hygienemaßnahmen zu ergreifen. Es fühlt sich so ein bisschen an, als würde für einen Alkoholiker plötzlich überall Freibier ausgeschenkt werden. Es lauern zur Zeit viele Versuchungen in meinem Alltag.

angstfrei.news: Wie bist du damit umgegangen?

Steffi: Ich hab versucht, mir wirklich nur dann die Hände zu desinfizieren, wenn ich es wirklich musste. Ich hab versucht, strikt zu kontrollieren, wann ich den Spender benutze. Die Strategie hat leider nur bedingt gut geklappt. Ich mache es noch immer deutlich häufiger, als notwendig. Allerdings habe ich meine Angsterkrankung seit ich 13 bin. Das ist schon eine sehr tief eingefahrene Autobahn.

Anfangs habe ich noch gedacht, die Gesellschaft schlüpft jetzt ein bisschen in meine Haut - aber mittlerweile glaube ich, dass ich eine ganz andere Angst als meine Mitmenschen in Bezug auf COVID-19 fühle: Ich hab Todesangst verbunden mit Panikattacken. Bei den meisten anderen Menschen vermute ich eher ein mulmiges Angstgefühl, wie wenn man in einen dunklen Keller geht.

angstfrei.news: Was waren deine Lichtblicke?

Steffi: Mir hat gut getan, dass Ruhe und Zeit wieder mehr in Fokus gerückt sind. Das es gerade vollkommen okay ist, einen Gang zurückzuschalten. Dummerweise ist mein Mann Virologe - deshalb war ich auch sehr viel alleine. Das hat sehr an mir gezehrt. Wenn ich nicht für meine Kinder da sein müsste, dann wäre ich vermutlich schon umgefallen. Ich würde sehr gerne wieder meine Freunde sehen - und das nicht nur bei Zoom.

angstfrei.news: Wie hat sich deine Therapie verändert?

Steffi: Meine Therapeutin hat zunächst nur Telefontermine angeboten. Die habe ich auch ein oder zwei mal gemacht, als es mir akut schlecht ging. Ich bin schon seit zwölf Jahren bei ihr, aber, trotz der Vertrautheit zwischen uns, hat mir der Telefonkontakt nicht gereicht. Auch die Videosprechstunde war irgendwie auch keine Option für mich. Ich hab dabei ein Störgefüh.l das ich gar nicht richtig erklären kann. Es ist irgendwie zu unpersönlich. Ich hab den Eindruck, dass da viel Zwischenmenschliches verloren geht.

angstfrei.news: Wie hat sich die Arbeit in der Selbsthilfegruppe verändert?

Steffi: Da waren physische Treffen monatelang nicht erlaubt. Und über Zoom die Treffen abzuhalten, hat mir auch nicht so gut gefallen. Jetzt gibt es gerade Hybridveranstaltungen - einige kommen, andere sind per Laptop zugeschaltet. Ich brauche die Gespräche auf jeden Fall in Präsenz. Wir sind eigentlich zu neunt; wenn dann nur zwei oder drei kommen, ist es ein anderes Gefühl, selbst wenn sich die anderen zuschalten. So richtig regelmäßige Unterstützung habe ich in dem Bereich leider nicht bekommen. Da ist durch die Pandemie Vieles weggebrochen.

angstfrei.news: Wovor hast du am meisten Sorgen mit Blick auf den Winter?

Steffi: Mir macht am meisten Sorgen, dass sich die Situation noch deutlich zuspitzen könnte. Mein Mann müsste dann noch deutlich mehr arbeiten. Mir fehlen die abendlichen Treffen mit meinen Freunden sehr. Und ich frage mich, wie ich das noch den Winter durchhalten kann. Es könnte sehr einsam werden. Um dem zu entgehen, hilft Sport eigentlich ganz gut. Ich jogge gern. Das mache ich typischerweise abends. Aber jetzt ist es schon früh dunkel. Und mein Mann kommt erst spät nach Hause. So bleibt einiges auf der Strecke.

angstfrei.news: Worauf freust du dich im Frühjahr?

Steffi: Wir gehen vielleicht im Frühjahr auf Reisen: Ich will mit meiner Familie ein paar Monate durch Europa reisen. Mein größter Lebenstraum ist eine Weltreise. Diesen Traum musste ich wegen der Geburt der Kinder erstmal beiseite schieben. Eine solche Europareise ist ein erster Schritt, bevor die Große in die Schule kommt. Wir wollen mit einem Bully unterwegs sein. Ich hoffe, dass man das bis dahin wieder darf. Auf Reisen ging es mir immer besonders gut: Je mehr Freiheit ich gespürt habe, desto besser ging es mir egal ob in Nordindien oder auf Borneo. Nur hier in Deutschland - wo ich funktionieren muss - habe ich meine Angsterkrankung.

angstfrei.news: Was ist das nächste große Projekt, das du angehen willst, wenn wir die Pandemie überstanden haben?

Steffi: Ich würde gerne eine Ausstellung mit meinen Fotos machen. Ich fotografiere Straßen, Tiere und Natur. aber auch Menschen. Viele Fotos entstehen auf meinen Reisen. Ich hab oft im Kopf wenn das Motiv entsteht, was ich damit ausdrücken will. Ist für mich auch eine wichtige Achtsamkeitsübung, die kleinen Dinge in den Blick zu nehmen. Das lenkt mich total gut ab und ich spüre keine Angst.

angstfrei.news: Wir danken Dir sehr für das das Gespräch!

Nachrichten

angstfrei.news ist gestartet als ein Projekt, das unaufgeregt die Neuigkeiten des Tages - jetzt der Woche - zusammenfasst. Ihr habt uns bestärkt, dass dieser Service wichtig ist, daher bleiben wir ihm treu für all jene, denen die Flut an Nachrichten zu viel wird. Deswegen fassen wir hier für euch die wichtigsten Entwicklungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie in der vergangenen Woche zusammen.

Änderung an Infektionsschutzgesetz in Kraft
Das erneuerte Infektionsschutzgesetz ist in Kraft getreten. Ziel der Reform ist es, eine verbesserte Rechtsgrundlage für die Corona-Maßnahmen zu schaffen - unter anderem durch einen Katalog möglicher Instrumente wie Kontaktbeschränkungen, Geschäftsschließungen oder eine Maskenpflicht. Bisher gab es im Infektionsschutzgesetz nur eine unkonkrete Generalklausel - deshalb wurden einige Regeln von Gerichten gekippt.
Aus Sicht der Opposition im Bundestag seien Befugnisse zu weitreichend und das Parlament werde unzureichend beteiligt. FDP, Linke und AfD lehnten den Regierungsvorschlag ab. Lediglich die oppositionellen Grünen stimmten ihm zu.
Spiegel.de
Tagesschau.de

Stabilisiertes Infektionsgeschehen in Deutschland
Die täglichen Neuinfektionen haben sich in Deutschland auf hohem Niveau stabilisiert. Das zeigen die Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Allerdings hatte das RKI Anfang November die Teststrategie verändert: Nur noch symptomatische Personen wurden getestet. Damit sank auch die Zahl des durchgeführten Tests. Gleichzeitig stieg der Anteil der positiven Tests auf 9 Prozent - dem Niveau von April. Laut RKI-Präsident Lothar Wieler ist das Infektionsgeschehen außerdem diffuser als im Frühjahr - nur wenige Kreise bleiben unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner*innen in sieben Tagen. Als Folge der hohen Infektionszahlen auch unter älteren Menschen müssen immer mehr Menschen auf Intensivstationen behandelt werden.

Das RKI, andere Virolog*innen und Politiker*innen vermuten dennoch, dass die jüngsten Corona-Maßnahmen zumindest den Anstieg abgebremst haben. Es ist laut Wieler aber weiterhin notwendig, “dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert, indem sie Abstands-und Hygieneregeln konsequent einhält.”
Tagesschau.de
RKI-Lagebericht vom 19.11.2020
Tagesschau (Pressekonferenz RKI)

Demonstration gegen Corona-Maßnahmen aufgelöst
Die Berliner Polizei hat die Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mit Wasserwerfern aufgelöst. Anlässlich der Änderung des Infektionsschutzgesetzes am vergangenen Mittwoch (18.11.) hatten etwa 20.000 Menschen gegen die pandemiebedingten Hygieneregeln protestiert - häufig ohne diese zu beachten. Deshalb erklärte die Polizei die Demo gegen Mittag für aufgelöst.

Da viele Menschen sich weigerten, den Protestzug zu verlassen, besprühte die Polizei die Menge indirekt mit Wasser. Es war das erste Mal, dass im Berliner Regierungsviertel Wasserwerfer gegen Demonstrierende eingesetzt wurden. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) bedauerte den Einsatz, die Polizei habe aber keine Wahl gehabt. Im Kontext der Demonstration gab es 365 Festnahmen.
Tagesschau.de
RBB
RBB (Innensenator Geisel)

Schweden: COVID-19 dritthäufigste Todesursache
Jeder neunte Tod in Schweden steht im Zusammenhang mit COVID-19 - so eine Auswertung der Sterbedaten der ersten Jahreshälfte. Grundsätzlich hat die Sterblichkeit in dem skandinavischen Land seit Beginn der Corona-Pandemie zugenommen. Wie nur wenige Länder hatte Schweden bei den Corona-Maßnahmen auf Freiwilligkeit gesetzt. Aber ab Dienstag (24.11.) gelten auch hier strengere Regeln: So dürfen sich nur noch acht Personen im öffentlichen Raum treffen. Weitere Einschränkungen, wie Schließungen der Gastronomie oder Ähnliches schloß Ministerpräsident Stefan Löffel aus. Ein Besuchsverbot für Alten- und Pflegeheime, wie schon im Frühjahr, wird jedoch derzeit wieder diskutiert.
Aerzteblatt.de (dpa)
SWP

In einer vorherigen Version dieser Nachricht hatten wir "dritthäufigste" mit "jeder Dritte Tod" gleichgesetzt. Es ist aber nur jeder neunte Tod auf Covid-19 in Schweden zurückzuführen. Das haben wir korrigiert. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Österreich: strenge Ausgangsbeschränkungen
Die Österreicher*innen müssen wieder strengere Ausgangsbeschränkungen hinnehmen: Seit vergangenem Dienstag (17.11.) dürfen sie laut ihrer Bundesregierung die Wohnung nur noch zum Arbeiten und zur Grundversorgung verlassen. Einzelhandel und Gaststätten mussten schließen. Außerdem dürfen Österreicher*innen nur noch eine haushaltsfremde Person treffen. Schul- und Kindergartenkinder müssen auch zuhause bleiben, können aber notfalls betreut werden. Die bisherige Ausgangssperre zwischen 20 Uhr und 6 Uhr bleibt bestehen. Diese Maßnahmen gelten zunächst bis zum 6. Dezember. Zuletzt hatten sich in Österreich in sieben Tagen etwa 800 Menschen auf 100.000 Einwohner*innen mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert. Diese weltweit höchste Infektionsrate betrifft alle Bundesländer und bringt Mitarbeiter*innen der Intensivstationen an ihre Leistungsgrenzen.
Spiegel
Süddeutsche Zeitung
Tagesschau

Sport: IOC will olympische Spiele durch Impfung sicherstellen
Die Olympischen Sommerspiele sollen, wie geplant, 2021 in Japan stattfinden. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hält daran fest, die Wettkämpfe im Sommer, stattfinden zu lassen. IOC-Präsident Thomas Bach setzt darauf, dass möglichst viele Sportler*innen bis dahin geimpft werden können. Hierzu könnte es auch finanzielle Unterstützung durch das IOC geben. Ursprünglich sollten die Spiele schon im Sommer dieses Jahres in Japan stattfinden, wurden jedoch aufgrund der Pandemie ins kommende Jahr verlegt.
Deutschlandfunk.de

Corona in Zahlen
In Deutschland sind 1.053.869 Menschen als infiziert getestet worden (Stand: 30.11.2020 00:00 Uhr, Quelle: RKI), das sind 11.169 Personen mehr als am Tag zuvor.

Warum diese Zahlen? Wir zitieren hier die offiziellen Zahlen des RKI, diese werden einmal täglich – immer um Mitternacht – vom RKI aktualisiert und um 10 Uhr morgens online veröffentlicht. Und warum gibt es hier nicht mehr davon? Es ist wichtig, die aktuell angeratenen Verhaltensweisen zu befolgen, das wissen wir alle. Zahlen über Neuerkrankte helfen uns dabei nicht. Achtet aufeinander und haltet Distanz.

Gesundheitsticker: 43.587.601 Menschen sind weltweit wieder genesen, das sind 41.136 Personen mehr als gestern Früh. Davon 722.300 in Deutschland (Stand: 30.11.2020 09:28 Uhr, Quelle: Worldometers).

Von Mensch zu Mensch

Hey Selbst, willst du mit mir gehen?
Laura

Soziale Beziehungen sind für uns Menschen wichtig. In der Psychologie gibt es Theorien, die sich mit Motiven befassen. Demnach haben Menschen verschiedene Motive, die ihr Handeln antreibt.

Unter anderem gibt es dort ein Motiv, welches Affiliationsmotiv oder Affiliationsbedürfnis genannt wird. Das Affiliationsmotiv beschreibt das Motiv nach Anschluss. Menschen, bei denen dieses Motiv stark ausgeprägt ist, richten ihr Handeln danach aus, Anschluss zu anderen Menschen zu finden, Anerkennung durch andere zu erfahren, Beziehungen zu knüpfen und zu halten. Soziale Beziehungen haben eine überlebensnotwendige Funktion, weshalb Menschen ein angeborenes Bedürfnis nach Zugehörigkeit haben. Dies ist uns auch aus der Tierwelt bekannt, denn auch hier gibt es Rudeltiere, beispielsweise Wölfe bei denen die Gruppenzugehörigkeit essentiell wichtig ist.

Dieses Jahr sollten diese sozialen Beziehungen auf die Probe gestellt werden. Corona schränkte unsere sozialen Kontakte sehr stark ein. Teilweise war der Kontakt zu Freunden nicht mehr möglich. Ausgehen, gemeinsames Kaffeetrinken, in Bars feiern, war also in der gewohnten Form nicht mehr möglich. Im heutigen Zeitalter wurden jedoch rasch Alternativen wie Onlinetreffen geschaffen, um die wichtigen Beziehungen zu Freunden nicht ganz zu verlieren.

Neben dieser Schwierigkeit durch die Beschränkungen ergab sich jedoch für mich persönlich auch eine Chance. Nämlich die Zeit, sich mit sich selbst zu beschäftigen und eine Beziehung zu sich selbst auf- oder auszubauen. Ich kenne das aus der Vergangenheit: fahren meine Gedanken gerade wieder Karussell, oder ist mir langweilig, dann neige ich dazu mir Ablenkung zu suchen. Unter anderem sieht das dann so aus, dass ich Freunde kontaktiere mit denen ich was unternehmen kann. Kam ich nun dieses Jahr, während des Lockdowns, an diesen Punkt, konnte ich nicht in die Welt der Anderen fliehen. Vielleicht war es also an der Zeit mich mehr mit der Beziehung mit mir selbst zu beschäftigen.

Doch wie macht man das eigentlich? Wie fange ich denn am Besten an, eine Beziehung zu mir selbst auf- und dann auch auszubauen? Da kam mir ein Gedanke aus der Schulzeit, bei dem auf einem Liebesbrief dann die Frage stand: “Willst du mit mir gehen?“. Okay, also stellte ich meinem Selbst die Frage: „Hey Selbst, willst du mit mir gehen?“ Ich hatte Glück, denn mein Selbst freute sich wie ein verliebter Teenager über diese Frage, auf die es wohl schon sehr lange wartete. Gar nicht so einfach, dachte ich mir, was mach ich nun in dieser Beziehung, um mein Gegenüber glücklich zu machen? Was gefällt meinem Selbst, was tut ihm gut, woran hat es Spaß?

So versuchte ich, einen Zugang zu meinem Inneren zu bekommen und zu fühlen was dieser Beziehung gut tut. Ich wollte schon lange mal wieder malen, aber nie war die Zeit dafür da. Die Arbeit, Verabredungen, Alltag und viele weitere Ausreden hielten mich davon ab. Aber jetzt, wo ich in einer neuen Beziehung war, wollte ich dem doch mal nachgehen. Ich kaufte mir neues Mal-Equipment und fing wieder an zu malen. Und siehe da, es schien, als hätte mein Selbst Gefallen daran. Ich malte wieder mehr in dieser Zeit und behielt dies auch bis ins Heute bei, was meiner Beziehung gut tat. Was konnte ich sonst noch ausprobieren, was ich schon längere Zeit im Hinterkopf hatte?

Da ich ein quirliger, oft sehr aufgeregter Mensch bin, hatte ich schon lange mal vor, Mediation auszuprobieren, um mich selbst zu erden und Ruhe zu finden. Auch dies teste ich aus und bediente mich dabei einer App. In diesem Bereich gibt es ganz viele verschiedene Angebote und muss jeder für sich selbst einfach austesten, was einem zusagt. Ich merkte, wie gut mir die Mediation tat. Ich räumte mir also täglich Zeit hierfür ein. Hierbei bin ich frei in meiner Gestaltung. Meistens höre ich Mediationen, wenn ich spazieren gehe oder übe sie zuhause im Sitzen oder Liegen aus. Ebenfalls stellte sich heraus, dass meinem Selbst wohl auch der Sport fehlte. Hörte ich auf meinen Körper, der den Drang verspürte Energie loszuwerden, schnappte ich mir ab und an mein Fahrrad, machte eine kleine Tour und hörte meine Lieblingsmusik dabei.

All diese Dinge, die ich früher gerne tat oder schon seit Längerem machen wollte, stabilisierten meine Beziehung zu meinem Selbst. Durch Corona, den Lockdown und die verhängten Maßnahmen, schaffte ich es also, eine neue Beziehung aufzubauen, in der ich mich wohl fühle und mit der ich mir eine Zukunft vorstellen kann, auf die ich mich freue. Abschließen möchte ich meinen Beitrag mit einem Zitat meiner Schwester Clara Louise „Sorge für dich, als wärst du die Liebe deines Lebens“ und wünsche euch auch eine tolle Beziehung mit euch selbst.

Wenn man lang genug steht, stellt man irgendwann fest
Katharina

Dies ist ein fiktionaler Text, den ich im Sommer geschrieben habe, nachdem ich einen alten Ehering gefunden hatte (den ich übrigens immer noch trage). Manchmal hilft es mir, meinen Hirngespinsten, Ängsten und Erlebnissen in meinem ganz echten Leben an einem fiktiven Ort Raum zu geben. Dann schaue ich manchmal klarer auf die Wirklichkeit.

Als sie aus der Tür trat, war ihr klar, dass sie nie wieder zurückkommen würde. Mit jedem Schritt, den sie auf der steinernen Treppe hinab lief, verblassten die Eindrücke der Wohnung. Der Spalt blauen Himmels, den sie beim Aufwachen morgens durch das Dachfenster über ihrem Bett sah, weil das Rollo nicht schloss, dieser kleine weiße Farbfleck an der Klinke zur klemmenden Badezimmertür, der rußige Dachbalken, den vor über hundert Jahren mal eine Weltkriegsbombe getroffen hatte, die eine knarzende Diele, diese schwarze Verkleidung am Griff des Ofens, die seit Jahren kurz vorm Fall stand aber immer wieder mit hilfloser Naivität an ihren Platz zurückgeschoben wurde, in der Hoffnung, sie hielte wider besseren Wissens doch für immer.

Nichts ist für immer. Diese Gewissheit fraß sich, seit sie denken konnte, durch die Zellen ihres Körpers, die Schutzräume ihrer Seele, die Räume ihres Geistes, in die sie niemanden blicken ließ - manchmal nicht mal sich selbst. Ihr erster bester Freund, ein hellbrauner Löwe aus Stoff, verließ sie auf dem Weg vom Kindergarten nach Hause. Er muss vom Gepäckträger gefallen sein. Sie war vier und er war weg. Der Ersatz-Löwe - größer, heller, mit einer weichen Schnauze aus Samt - liegt immer noch in ihrem Bett. Aber das Original war schon lange nicht mehr da. Der Verlust verlor sich in den Eindrücken der Einschulung. In einer großen Turnhalle saßen unzählig viele Kinder. Sie trug dieses grüne Kleid mit dem tiefrosanen Kragen und der hellblauen Brille. War da noch eine Augenklappe gewesen? Sie erinnerte sich nicht. Den Clown mit dem Gartenschlauch, an dem ein Trichter befestigt war, erinnerte sie glasklar. Oder war das nur ein Foto? In ihrer neuen Klasse hingen Fotos einer anderen Einschulung an der Wand. Gruppentische, an denen gemalt und gebastelt wurde mit Gesichtern, die gemeinsam angefangen hatten und nun schicksalshaft aneinander gebunden waren. Sie hatte vor zwei Monaten die Schule gewechselt, erinnerte den Clown, ihre Fibel, ihren Schulhof und den Moment, der neuen Klasse vorgestellt worden zu sein. Beäugt und wegsortiert als Neue unter Bekannten. Einer Gemeinschaft beraubt, die sie nicht einmal betreten hatte.

Mit jedem Schritt hinab aus dem Dachgeschoss hallte die Frage wieder, ob sie je Teil dessen war, was sie glaubte zu verlassen. Wie sehr sie das 'für immer' ersehnt hatte. Sie hatte darum gekämpft. Darum geweint. Darum gehofft. Darum so viel gegeben. Wenn sie nur fest genug hielt und angestrengt genug wollte, dann würde es dieses Mal klappen. Sie war so sicher gewesen. Sie wollte so gerne so sicher gewesen sein, dass sie die Augen verschloss, als das Verlieren begann.

Es waren Kleinigkeiten gewesen. Abends wendeten sie sich die Rücken zu, als es Zeit zu schlafen war. Ging er in der Wohnung an ihr vorbei fühlte sie sich wie ein Hindernis, nicht wie ein willkommener Teil. Hatte er sie nicht früher geküsst, wenn sie dort so stand? Wenn sie ging, drehte er sich nicht mehr um, um noch einmal zu lächeln. Irgendwann war es ihm egal geworden, dass sie ging. Sie gingen schweigend nebeneinander her. Hingen ihren Gedanken nach, ihren Leben, ihren Planungen. Wann hatte sie aufgegeben, ihn erreichen zu wollen? Die Stille raubte den Raum zwischen ihnen, wie die feine Glutlinie eines Papiers, die sich, einmal entzündet, unaufhaltsam voran bewegt, bis alles Asche ist und das Papier im Wind verweht. Sie erinnerte sich daran, dass sie atemlos versuchte, das Feuer mit hektischem Pusten zu stoppen. Aber sie entfachte die Brandlinie nur stärker. Je mehr sie wollte, desto schneller griff die Stille um sich und das Papier verschwand in ihren Händen.

Noch ein Stockwerk und sie fing ein weiteres Mal von vorne an: Suchen. Finden. Wollen. Geben. Warten. Geben. Warten. Wollen. Wollen. Wollen. Scheitern. Ein ums andere Mal fraß sich die Enttäuschung bis in ihr Innerstes und setze sich mit Genugtuung an ihren angestammten Platz irgendwo unterhalb des Schlüsselbeins in Herzensnähe. Sie war sich so sicher gewesen, dass es dieses Mal das letzte Mal sein würde. Er hatte sie nicht geplant und sei doch kopfüber in ein Gefühl gestürzt, aus dem es kein Entrinnen gab. Wie hatte er gekämpft. Wie sehr er sie gewollt hatte. Sie hatte ihm ihre Ängste offenbart. Hatte ihm die Wurmlöcher der letzten Enttäuschung gezeigt, die noch immer rot waren und ausgefranst auf Heilung warteten. Und letztlich hatte sie sich fallen und es zugelassen. Hatte Nägel in frisch verputzte Wände geschlagen, die nicht mehr trugen, als ein Blatt Papier, das darauf wartete beschrieben zu werden. Mit einer neuen Geschichte. Mit einem gemeinsamen Plan. Mit dem Versprechen, dass es irgendwann einen Rahmen bekommt, damit es nicht vergilbt im Vorbeigehen des Alltags. Aber sein Stift war leer geschrieben aus Kapiteln anderer Büchern. Sie glaubte ihm, dass er vorgehabt hatte, zu schreiben. Sie glaubte ihm, dass er liebte. Sie ließ ihm Platz, den Stift anzusetzen. Egal wann. Egal wo. Das Papier war geduldig. Flatterte hoffnungsvoll im Luftzug seines Vorbeigehens. Nun wehte seine Asche an ihr vorbei auf die Straße, als sie die Haustür öffnete.

Dumpf fiel die Tür ins Schloss. Sie ging.

Einen Fuß vor den anderen. Wie sie immer gegangen war.

"Und irgendwer / ruft mir hinterher / bleib so wie du bist. / Doch wenn man lang genug steht, / stellt man irgendwann fest, / dass sich alles bewegt / egal ob man bleibt oder geht."

(*Hannes Wittmer / Spaceman Spiff "Schwarz-weiß")

Was ist denn eigentlich mit der Liebe?
Anne

Beziehungen - unter diesen Begriff fällt vieles. Beziehungen zu Freunden, zur Familie, zu Arbeitskollegen, zum sozialen Umfeld ganz allgemein. Meine erste Assoziation, als ich das Thema der jetzigen Ausgabe las, war jedoch Beziehung zu einemer (Ehe)Partnerin.

“Was soll ich denn dazu schreiben?”, schießt es mir durch den Kopf. Da bin ich wahrlich kein Experte und jetzt, zu Coronazeiten, kann ich auf keine persönlichen Erfahrungen zurückgreifen.

Wenn ich allerdings in der letzten Zeit, in den letzten Wochen mit Freunden oder Verwandten spreche, die ich länger nicht gesehen bzw. gehört habe, fragen sie mich: „Und, was macht die Liebe? Hat sich das was getan? Hast du wen kennengelernt?“

Schon früher war ich von der Frage meistens genervt. Die Antwort ist seit vielen Jahren „Nein“ und das finde ich gar nicht schlimm. Das ist okay. Ich genüge mir selber und habe ein gutes soziales Umfeld, Freunde, meine Kinder. Ich wüsste gar nicht, wann ich noch Zeit für einen Freund hätte. Aber mit der Frage und dem teils darin liegenden mitleidigen Unterton wird mir immer suggeriert, dass das so nicht in Ordnung ist. Dass ich an diesem Zustand etwas ändern sollte, dass dieser Zustand nicht normal sei. Und das ärgert mich. Ich bin so normal wie ich nunmal bin, nicht mehr und nicht weniger. Mehr geht halt nun auch mal nicht.

Aber jetzt, zu Zeiten an denen Kontaktbeschränkungen gelten und jeder Nicht-Kontakt ein guter ist, da komme ich mir ein wenig, entschuldigt, verarscht vor. Wie und wo und wann soll ich denn jemanden kennenlernen, wenn die Möglichkeiten, die Orte, wo so etwas meistens passiert, geschlossen sind? Wie soll man sich mit 1,5 m Abstand kennenlernen? Wenn meine Wut etwas verraucht ist, dann wird mir klar, dass aus dieser Frage vielleicht auch Sorge spricht. Sorge wie man alleine in der Zeit des verordneten Alleinseins zurecht kommt. Vielleicht trauen sie sich nicht direkt danach zu fragen und kaschieren sie also in der Frage nach der Liebe und einem potenziellen Partner.

Was sie dabei allerdings außen vor lassen, sind die anderen Beziehungen, die wir führen. Die Beziehung zu Freunden und auch die Beziehung zu uns selbst. Und was das angeht scheint mir die Corona-Krise wie eine Inventur. Man hat Zeit abzugleichen, wie es denn steht, um die Beziehung zu mir selbst? Und diese Frage stelle ich mir nun auch im Laufe des Schreibens.

Ich glaube, wir führen eine gute und gesunde Beziehung. Mir geht es gut, ich bin mir selbst eine gute Freundin, wenn ich sie brauche. Ich kenne meine Bedürfnisse und weiß wann und wie ich mir Zeit dafür nehmen kann. Auch im Alltagschaos. Und jetzt, wo ich so drüber nachdenke und diese Zeilen lese, bin ich darauf stolz. Das ist und war kein einfacher Weg und auch in dieser Beziehung rumpelt es von Zeit zu Zeit mal. Aber das ist auch gut so und auch wichtig, um eben die Bedürfnisse wahrzunehmen und die Beziehungsgrundlage zu prüfen.

Aber dennoch merke ich beim Schreiben dieser Zeilen, dass diese Beziehung ja nur eine rein geistliche ist. Es gibt eine Sache, die ich selber nicht kann. Umarmen. Aber auch die Zeiten, wenn eine Freundin oder ein Partner mich in den Arm nimmt, werden wieder kommen. Bis dahin gilt es, bestehende Beziehungen, auch zu sich selbst, zu pflegen.

P.S. Wie und wo man sich in diesen Zeiten kennenlernen könnte, dazu fällt mir nun doch noch ein Lied ein und ich muss schmunzeln, weil es eine so abwegige, aber süße Vorstellung ist.

„Sie lernten sich kennen auf einem Streaming-Konzert

Sie lasen den Chat durch

Und dann war's passiert…“ Grillmaster Flash

Sie warten auf sich

Kennenlernen auf einem Streaming-Konzert, aber vielleicht gibt es auch das.

Tipps der Woche

Beziehungspflege ist eine Daueraufgabe - das gilt für die Beziehung mit anderen aber auch in der Beziehung mit sich selbst. Gerade wenn man so viel Zeit in diesen Gemengelagen verbringt, ist das manchmal gar nicht so leicht. Und was, wenn man eine neue Beziehung sucht? Dafür haben wir Euch diese Woche ein paar Tipps zusammengestellt.

Liebe und Corona
Wir waren uns lange nicht mehr so nah - Homeoffice, Feierabend, Wochenende mit Ausgangssperre - wir verbringen in einer Partnerschaft wahnsinnig viel Zeit miteinander und das ist nicht nicht automatisch Quality-Time. Die vorhergesagte Scheidungswelle ist vorerst ausgeblieben, aber die Konflikte in Beziehungen häufen sich - und die Art, wie wir sie lösen verändert sich. Banalitäten werden schneller zu Dramen. In der Wohnung haben wir oft keinen Raum für große Szenen und dramatische Streitigkeiten - es fehlt der Rückzugsort. Deswegen raten Psycholog*innen: Mit Ruhe streiten, sich am Moment halten und wenn tiefer liegende Probleme auftreten, diesen mit Neugier begegnen und sie als Chance nehmen, sich weiterzuentwickeln. Dafür, wie wir den gemeinsamen Beziehungsalltag gestalten können, gibt sie auch einige Tipps: Transparente und klar abgesprochene Aufgabenverteilung, Trennung von Qualitäts- und Arbeitszeit, gemeinsame Aktivitäten, klare Kommunikation und vor allem: realistische Erwartungen an die gemeinsame Zeit stellen. Das klingt doch wie ein guter Fahrplan, der auch außerhalb von Pandemie-Zeiten hilfreich sein kann.
Zur Beziehungsberaterin
EditionF (sieben Tipps)

Dating zu Corona-Zeit
Zu Beginn der Krise eine „gespenstische Stille“, dann zunehmend mehr User*innen: Das Online-Dating hat in der Corona-Zeit an Bedeutung gewonnen. Digitale Treffen sind wichtiger, die zufällige Begegnung in der Bar wird immer unwahrscheinlicher. Ein Kennenlernen über Online-Plattformen habe dabei den Vorteil, dass man Desillusionierung und Enttäuschungen vorbeugen könne, da man schon viel kommuniziert und sich vor dem ersten Treffen vielleicht auch per Videogespräch gesehen hat, so der Gründer der Plattform Gleichklang, Guido F. Gebauer im mdr. Einige Studien zeigen sogar, dass man im Online-Kontakt ehrlicher ist als im persönlichen Treffen - warum sich also nicht besser kennenlernen, bevor man sich das erste Mal sieht? Beziehungsexpert*innen schlagen auch vor, dass man auch digitale Dates schön gestalten sollte - zum Beispiel gemeinsam einen Livestream „besuchen“ oder sich vor dem Video eine Kerze anzünden und gemeinsam Wein zu trinken.

Ob das klappt, hängt natürlich vom Beziehungstyp ab. Auf Tinder treffen wir derzeit zum Beispiel ganz unterschiedliche Typen als vor der Pandemie, so Johanna Degen, die dieses Thema erforscht. Es gäbe den Verdränger, der die App nutzt, um Corona mal zu vergessen, den Gelangweilten, den sein Job im Homeoffice nervt und der stattdessen lieber tindert oder auch den Reflexiven, der gerade zu dieser unsicheren Zeit eine sichere Partnerschaft sucht. Besonders impulsive Typen sind der Risikobereite, der sich trotz Kontaktbeschränkungen treffen will oder der Covid-Lover, der eine “feste” Affäre für die Zeit der Pandemie (und nicht darüber hinaus) anbietet. Wem das jetzt klingt wie „das ist doch nur was für die Jüngeren!“, dem*der sei gesagt: Das mag für Abenteuer und kurze erotische Kontakte stimmen - ältere Menschen (schmerzlich gilt das auf Onlineplattformen schon ab 40) haben dafür bessere Erfolgsaussichten auf langfristige Beziehungen. Und dafür lohnt es sich doch, es mal auszuprobieren.
Liebesleben
Deutschlandfunk Nova
MDR (wie Corona Dating verändert)

Dies und Das

Kinderinterview oder Corona in leichter Sprache
Für “dein Spiegel”, eine Sparte des Magazins, welche für und mit Kindern gestaltet wird, haben sich zwei Schüler*innen mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn getroffen und ihn zur Corona-Pandemie befragt. Es ging um Homeoffice und Homeschooling, darüber, auch mal in Jogginghose, Hemd und Krawatte an einem virtuellen Meeting teilzunehmen, um abgesagte Geburtstagsfeiern und die Aussichten auf einen Impfstoff. Ein etwas anderes Interview, durch das wir auch Jens Spahn etwas anders kennenlernen dürfen.
Spiegel

#LoveIsNotTourism
Paare, die eine Fernbeziehung führen, haben es nicht leicht. In Zeiten der Kontaktbeschränkungen, in denen man sich jede Reise gut überlegt, ist es nochmals deutlich schwieriger - erst recht, wenn die Partner*innen nicht im selben Land leben.

Bei unverheirateten Paaren war die Einreise eineser Partnersin nach Deutschland nicht einfach. Es gab Ausnahmeregelungen, dann mussten die Paare jedoch nachweisen, dass sie sich auch zuvor schon als Paar in Deutschland getroffen hatten. Diese Ausnahmeregelung ist nun ausgeweitet worden. Sie müssen folglich nur nachweisen, dass sie sich generell schon mal als Liebespaar getroffen haben - egal wo das Treffen stattfand. Mehr dazu im Update von Deutschlandfunk Nova, vom 19.11. und im gleichnamigen Podcast zur Sendung.
DLF-Nova

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So der Titel des neuen Albums von AnnenMayKantereit, welches ohne große Promo oder ähnlichem veröffentlicht wurde. Diese Album spiegelt die derzeitige Stimmungslage wieder und greift auch inhaltlich die Pandemie und damit einhergehende Maßnahmen auf. Somit ist es nicht gerade ein Stimmungsaufheller, trotzdem ist auch hier und da etwas Hoffnung spürbar.
Spotify - 12

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