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Donnerstag, 17. September 2020 | 8 Uhr

Katharina

Hallo ihr Lieben,

heute gibt es eine Ausgabe mit reichlich Nachrichten - einer guten Zum Klima - und ansonsten geht es um Nichts. Nämlich: Mal nichts essen und was das mit Körper und Seele anstellt. Im Dies und Das gibt es einen herzlichen Gruß an die gestrige Ausgabe (Du musst garnichts!) und eine Humorkurve rund um Whataboutism. 

Einen schönen Tag wünschen
Katharina und das Team von angstfrei.news

Übrigens: Wir nehmen unser Motto ernst: Angst hat eine Stimme - Deine. Wir sind ein Team von Freiwilligen und schreiben über unsere Angst-, Lebens- und Alltagserfahrungen, ohne ein Richtig oder Falsch, oft mit Verstand und immer mit Herz. Wir freuen uns über dich in unserem Team. Trau dich einfach und schreib uns eine Mail an angstfrei.news@gmail.com.

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Die Gute Nachricht des Tages

Bewegung in der EU-Klimapolitik
Auch abseits Corona werden Krisen behandelt: Wegen neuer, ausführlicher Folgeabschätzungen hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine Anpassung des EU-Klimaziels vorgeschlagen der CO2-Ausstoß soll bis 2030 nicht nur um 40% sondern um 55% abnehmen. Der Vorschlag wird in das EU Klimagesetz übernommen, das bereits im März auf den Weg gebracht wurde. Gerade mit Blick auf die aktuellen Wasserknappheit in Deutschland, Brände in den USA und den Veränderungen im Arktischen Eis sei dieser Schritt notwendig.
Deutschlandfunk 

Die Nachrichtenlage

EU: Gemeinschaftliche(re) Gesundheitspolitik 
"Wir brauchen eine stärkere europäische Gesundheitspolitik!" Forderte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen in ihrer ersten Rede zur Lage der EU. Angesichts der Corona-Pandemie brauche kündigte sie eine engere Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten an. Sie schlug dafür eine neue EU-Agentur für biomedizinische Forschung und Entwicklung vor. Außerdem soll das Parlament mehr Mittel für das Gesundheitsprogramm "EU for Health" aushandeln.
reuters 

Veranstaltungsbranche fordert Unterstützung
Die Regierung müsse die Leistungen der Veranstaltungsbranche mehr anerkennen und vor allem unterstützen. Das ist die Forderung von Sandra Beckmann von der Initiative für Veranstaltungswirtschaft. Es gäbe in der Verteilung der Hilfen eine große Schieflage, prangerte sie an, die Branche sei mehr als "das Partyvolk".
Deutschlandfunk 

Bierbranche auf dem Trockenen
Auch die Branche der Brauer*innen meldet einen deutlichen Rückgang in Absatz und Umsatz im Zuge der Corona-Krise. Der Präsident des Deutsche Brauer-Bundes  nennt als Gründe vor allem den stark eingeschränkten Betrieb der Gastronomie, sowie die Absage zahlreicher Veranstaltungen und Feste.
reuters 

Madrid und Budapest Risikogebiete, Regierung warnt vor Wien 
Das RKI hat seine Risikoeinschätzung für Madrid, Budapest und Teile der französischen Überseeinsel La Reunion erhöht. Da diese nun als Risikogebiet gelten, ist von einer Reisewarnung durch das Auswärtige Amt auszugehen. Risikogebiet sind Staaten oder Regionen, in denen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gegeben hat. Gestern wurde auch die Stadt Wien von der Bundesregierung zu den Warngebieten hinzugefügt.
RKI
Tagesschau 

Blick ins Ausland

Irische Regierung: Keine Quarantäne
Der Covid-19 Test des irischen Gesundheitsministers Donnelly sei negativ ausgefallen, berichten irische Medien. Damit muss die Regierung nun doch nicht in Quarantäne und das Parlament kann weiterarbeiten.
Deutschlandfunk (Newsticker)

Frankreich: Corona-Testzentren streiken
Mitarbeitende von privaten Corona-Testeinrichtungen treten morgen in den Streik. Eine der größten Gewerkschaften organisiert die Maßnahme und erklärt: Die Mitarbeiter klagten über Überlastung, aggressive Patienten und zu wenig Geld. Die Aktion findet landesweit statt und ist auf einen Tag angelegt.
Deutschlandfunk (Newsticker) 

Madrid verhängt Ausgangssperren
Um der schnellen Ausbreitung des Coronavirus' entgegenzutreten, verhängt Madrid einen Lockdown in einzelnen Stadtteilen. Vor allem ein südliches Arbeiterviertel sei von den Beschränkungen der Bewegungsfreiheit betroffen. Man wolle so vor Beginn des Herbstes die Infektionskurve abflachen, um Komplikationen kälteren Wetters zu verhindern.
TAZ

Corona in Zahlen
In Deutschland sind 261.762 Menschen als infiziert getestet worden (Stand: 15.09.2020 00:00 Uhr, Quelle: RKI), das sind 1.407 Personen mehr als am Tag zuvor.

Warum diese Zahlen? Wir zitieren hier die offiziellen Zahlen des RKI, diese werden einmal täglich – immer um Mitternacht – vom RKI aktualisiert und um 10 Uhr morgens online veröffentlicht. Und warum gibt es hier nicht mehr davon? Es ist wichtig, die aktuell angeratenen Verhaltensweisen zu befolgen, das wissen wir alle. Zahlen über Neuerkrankte helfen uns dabei nicht. Achtet aufeinander und haltet Distanz.

Gesundheitsticker: 21.542.477 Menschen sind weltweit wieder genesen, das sind 262.284 Personen mehr als gestern Früh. Davon 239.100 in Deutschland (Stand: 16.09.2020 04:43 Uhr, Quelle: Worldometers).

Tipp des Tages

Fasten
Im Mensch zu Mensch schreibe ich heute über das Fasten, mit dem ich die letzten Tage verbracht habe. Und ich möchte es Euch ans Herz legen. Es ist gut für ganz verschiedene Bereiche der Gesundheit - und für die Seele. Nach einer gewissen Zeit schüttet der Körper vermehrt Serotonin aus außerdem fördert es meiner Erfahrung nach die Achtsamkeit, da man sehr stark in sich hinein hört, bewusstere Pausen macht und auch neue Tipps und Tricks lernt, wie man das Wohlbefinden durch einfache Hausmittel stärken und ihm auf die Sprünge helfen kann. Ich habe mir ein Buch gekauft, das mich prima angeleitet hat - aber online gibt es genau so gute Quellen. Probiert es einfach mal aus (wenn ihr gesunheitlich fit seid)! 
Heilfastenkur
Ärztegesellschaft Heilfasten 
Gesellschaft für Ernährung 

360°

Von Mensch zu Mensch

Lebens-Mittel
von Katharina

Gestern Vormittag gegen elf habe ich so genüsslich in ein Stück Apfel gebissen, wie schon lange nicht mehr - und war nach der halben Frucht auch schon wieder satt. So ist das wohl, beim Fastenbrechen. Sieben Tage zuvor hatte ich angefangen, meine Mahlzeiten zu reduzieren um den Rest der Woche dann komplett auf feste Nahrung zu verzichten. Fünf Tage nur Wasser, Tee und Brühe. Ja - freiwillig.

Ursprünglich wollte ich es wegen der körperlichen Gesundheit ausprobieren: Ich hab ein bisschen was mit dem Herz, ein bisschen was mit dem Bauch und ein bisschen was mit den Gelenken. Bei all diesen Dingen wird dem sorgsamen Verzicht ein positiver Effekt bescheinigt. Aber mit der Zeit habe ich festgestellt, dass das nicht-Essen mich überraschend erfüllt. 

Natürlich war das nicht von Anfang an so. Koffeinentzug (Kopfschmerzen!) und die Herausforderungen des ersten Tages ("warum genau esse ich noch mal wirklich garnichts?!") hielten nicht unbedingt das Versprechen, das Fasten mache mich "wie neugeboren". Aber als Tag zwei anbrach lief es irgendwie - und das besser als in allen Wochen zuvor. Ich setzte mich hin und schrieb an meiner Diss, erledigte lange Aufgeschobenes und war am Ende zufrieden mit mir (Menschen, die schon mehrere Texte von mir gelesen haben wissen, wie selten das ist und wie viele "Abers" und "Obwohls" ich jetzt gerne ergänzen würde). Schlaue Fastenbücher versprechen ab Tag drei ein "Fastenhoch" - das Gehirn schüttete mehr Serotonin aus als gewöhnlich, das führe zu einem chemischen Effekt ähnlich eines Antidepressivums. Und tatsächlich: Nahrungsentzug kann Teil einer psychotherapeutischen Behandlung sein, klärt mich eine ehemalige Kollegin und Psychotherapeutin auf. Sieh an. In meinem Fall war es nicht das euphorische Fastenhoch. Es war mehr eine innere Ruhe von der Sorte, die ich lange nicht mehr von mir gekannt hatte. Vielleicht war das genau die Euphorie, die ich brauchte. 

Ohnehin spürte ich die ganze Woche über sehr deutlich, was ich brauchte: Ich schlief, so lange ich es brauchte (was überraschender Weise garnicht viel länger war als normal), machte Pausen, wenn ich sie brauchte, bewegte mich, wann ich es brauchte und schlief, wann ich es brauchte. Ich hatte mir vorher vorgenommen, so viel Zeit wie möglich für mich zu haben und das zählte sich jetzt aus. Morgens startete ich mit Yoga und den Sonnenuntergang verbrachte ich spazierend in den Straßen und Parks von Berlin. Ich sah das Lichtspiel zwischen den Laubkronen der Bäume, hörte die Musik von Gitarren, knarzenden bluetooth-Boxen und Brass-Kombos, spürte die sanfte Anstrengung in meinen Beinen und roch intensiver denn je den wohligen Geruch meines vertrauten Ortes, sobald ich die die Tür meiner Wohnung öffnete. Achtsamkeit fiel mir auf einmal leicht - vielleicht, weil ich es mir nicht so schwer machte. 

Jeder Löffel der dünnen Brühen, die ich zu mir nahm, war ein kleines Geschmacksfest. Als ich im Buch las "Kauen Sie jeden Bissen ganz bewusst", dachte ich noch "Haha." aber nachdem ich das Brühemachen zelebriert hatte und den Löffel zum Mund führte, wusste ich, was gemeint war. Wie intensiv Essen sein kann! Und gleichzeitig ist es nicht das einzige Lebens-Mittel. Das ist mir diese Woche mal wieder bewusst geworden. Gutes Essen gibt gute Energie und ist damit ganz pragmatisch Mittel zum Leben. Genau so sind ein Mittagsschlaf, bewusste Bewegung, innere Ruhe oder die Entscheidung für oder gegen eine Aufgabe Mittel, die dem Leben Energie geben. 

Übrigens: neben der ganzen Achtsamkeit und Körperfreundlichkeit hat mir eines besonders gut getan: Ich haben endlich mal wieder etwas geschafft. Aufgaben, Aufgeschobenes und ganz simpel fünf Tage lang nichts essen. Ich kann das noch mit der Selbstverbindlichkeit. Und das ist ein wahnsinnig gutes Gefühl. 

daz - die angst zeitschrift

Dies & Das

Du musst garnichts.
Gestern hat Anne über "Wir müssen nur wollen!" geschrieben (Hier nochmal lesen, falls ihr es verpasst habt) und ich kann jedes Wort unterschreiben. Ich habe heute ein warmherziges "Wenn wir wollen, können wir auch" hinzugefügt. Ich möchte gerne beiden Texten augenzwinkernd etwas hinzufügen, was beides verbindet und was wir uns viel öfter selber sagen sollten: "Du musst garnichts!" 
und zwar in Liedform

What about Whataboutism
Ihr wüsstet so gerne, was Whataboutism ist und warum er nicht hilft, um eine gute Argumentationsstrategie aufzubauen? Eine äußerst unterhaltsame Erklärung liefern Carolin Kebekus und Mai Thi Niguyen hier:
zum Video 

30 Jahre deutsche Einheit
Es ist noch ein bisschen hin - aber damit es nicht untergeht (wie so vieles zwischen Pandemie, Putin und Polarkappenschmelzung), hat der Bundesbeauftragte für die neuen Bundesländer gestern einen Bericht zum Status Quo vorgelegt. Nicht so positiv - aber wichtig und lesenswert. Wer ihn bis zum 3.10. gelesen haben will, muss im übrigen auch jetzt schon anfangen...
Zum Bericht 

Das war es schon wieder für heute. Wir wünschen euch einen schönen Donnerstag,
Katharina und das gesamte Team von angstfrei.news.

Gerne hören wir über das Feedbackformular von euch. Ihr wollt unsere Arbeit unterstützen: Spenden und Fördermitgliedschaft bei der Deutschen Angst-Hilfe e.V.

Quellen
Corona in Zahlen (RKI) | Gesundheitsticker | Über die Landesregierung NRW sind wir außerdem an den dpa-Nachrichten-Ticker angebunden, den wir immer als Quelle verwenden, wenn wir (dpa) schreiben

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