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Donnerstag, 24. September 2020 | 8 Uhr

Katharina

Guten Donnerstag ihr lieben,

Heute geht's nebst den vielfältigen und wieder Corona-bestimmten Nachrichten ums Detail. Gönnen wir uns doch mal ein kleines Bisschen wundervoll für uns selbst. Wie das geht und was ich über die Detailliebe gelernt habe, lest ihr im Tipp und im Mensch zu Mensch. Im Dies & Das lege ich Euch besonders den SPIEGEL-Artikel zu nicht witzigem Humor und dem Umgang damit ans Herz. 

Klingt spannend? Dann wünschen wir eine gute Lektüre!
Katharina
und das Team von angstfrei.news 

Übrigens: Wir nehmen unser Motto ernst: Angst hat eine Stimme - Deine. Wir sind ein Team von Freiwilligen und schreiben über unsere Angst-, Lebens- und Alltagserfahrungen, ohne ein Richtig oder Falsch, oft mit Verstand und immer mit Herz. Wir freuen uns über dich in unserem Team. Trau dich einfach und schreib uns eine Mail an angstfrei.news@gmail.com.

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Die gute Nachricht

20.000 mehr Stellen in der Pflege
Als Reaktion auf die Leistungen und Lerneffekte aus dem vergangenen Jahr will Gesundheitsminister Spahn schon 2021 zusätzliche Pflege-Assistenzstellen einrichten. Der Gesetzentwurf, der vom Bundeskabinett gebilligt wurde, sieht 20.000 zusätzliche Stellen vor. In der Konsequenz hofft Spahn auf eine größere Attraktivität der Arbeit im Pflegebereich: "In der Pflege zu arbeiten wird wieder attraktiver, wenn mehr Kolleginnen und Kollegen mit anpacken." Jedes Pflegeheim in Deutschland solle profitieren. Bezahlt werden die zusätzlichen Pflegehilfskräfte aus Mitteln der Pflegeversicherung.
Tagesschau 

Die Nachrichtenlage

Drosten: Pandemie pragmatisch beherrschen
Virologe Christian Drosten geht von einer deutlichen Zunahme des Infektionsgeschehens im Herbst aus. Daher müsse Deutschland nun pragmatische Entscheidungen treffen und auf das Ausland schauen. Denn: "Wir haben mit genau den gleichen Mitteln reagiert wie andere [...] Wir haben nichts besonders gut gemacht. Wir haben es nur früher gemacht." Es sei wichtig, die Situation schon jetzt zu beherrschen. Gerade weil im Moment noch Unsicherheit darüber bestünde, wie die Pandemie weiter verlaufen wird. Das läge in der Natur der Sache: "Denn diese Pandemie ist ja erst mal kein wissenschaftliches Phänomen, es ist eine Naturkatastrophe."
ZDF 

Bundesregierung benennt neue Risikogebiete
Regionen in elf Ländern der EU wurden gestern Abend zu Risikogebieten erklärt. Darunter sind Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden. Reisewarnungen gelten auch für die Kurzurlaubstädte Kopenhagen und Lissabon. Die aktuelle Liste ist auf der Seite des RKI einsehbar.
→ dpa
rki 

Neues Vorhersagemodell entwickelt 
Die Universität Osnabrück und des Forschungszentrums Jülich haben eine regionale Corona-Vorhersage entwickelt. Ein Modell liefert tagesaktuelle Schätzungen für Neuinfektionen sowie eine Fünf-Tages-Prognose für jeden deutschen Landkreis. Das veröffentlichen die Wissenschaftler*innen in einer gemeinsamen Erklärung gestern. Grundlage sind die Daten des Robert Koch-Instituts. Das Modell ist online abrufbar und berechnet neben einem einzelnen wahrscheinlichen Verlauf noch weitere mögliche Verläufe. Prof. Gordon Pipa, Leiter der Arbeitsgruppe Neuroinformatik an der Universität Osnabrück erklärt den Mehrwert dieser neuen Möglichkeit: "Dies ermöglicht die Berechnung sogenannter Vorhersagehorizonte als Maß für die Streuung der Wahrscheinlichkeiten.» So sei eine Einschätzung der Situation einschließlich statistischer Unsicherheiten möglich.
Das Verfahren wurde bereits auf den Verlauf von Infektionen mit dem Rotavirus sowie Borreliose oder Campylobacter-Bakterien angewandt.
Süddeutsche 

Weiterer Impfstoff in letzter Testphase
Mit dem US-Hersteller Johnson & Johnson ist ein weiterer Impfstoff in die letzte Testphase gegangen. An der so genannten Phase drei Studie nehmen insgesamt 60.000 Freiwillige auf drei Kontinenten teil. Ziel ist es, Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes zu testen. Das Mittel ist interessant, da nur eine Dosis ausreichend Schutz bieten soll. Die erste Dosis für den "Notfallgebrauch" solle Anfang 2021 zur Verfügung stehen, so das Unternehmen. 
→ dpa

Lokales Infektionsgeschehen im Überblick
Das RKI verzeichnet verschiedene Gebiete mit erhöhtem Infektionsgeschehen. Wir haben Euch eine Übersicht zusammengestellt.

- Hamm -
Der bundesweit höchste Wert der Neuinfektionen wurde in Hamm festgestellt. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann ist besorgt und verärgert - denn der Ausbruch sei auf eine Hochzeitsfeier vor gut drei Wochen entstanden. Man schaue nun nach rechtlichen Möglichkeiten. Seit gestern dürfen sich in Hamm nur noch fünf Personen oder Personen aus zwei Haushalten zusammen aufhalten. Auch im Unterricht gilt der Mund-Nase-Schutz, sofern ein Mindestabstand von 1,50 Metern nicht eingehalten werden kann. Die Auflagen gelten zunächst für zwei Wochen. Dis Stadt hofft, Mitte nächster Woche über den Berg zu sein.

- Steinfurt -
Mindestens 26 Beschäftigte eines mittelgroßen Fleischverarbeiters wurden im Kreis Steinfurt positiv auf das Coronavirus getestet. Der Schwerpunkt des Geschehens liegt in der Stadt Emsdetten. Das genaue Ausmaß ist derzeit noch nicht absehbar, die Ermittler des Gesundheitsamtes arbeiten auf Hochtouren. Der Krisenstab informiert regelmäßig über den Zwischenstand. 

- Remscheid - 
Der kritische Grenzwert von 50 Infektionen auf 100.000 Menschen wurde auch in Remscheid knapp überschritten. In der Konsequenz müssen Bürger*innen Alltagsmasken in Sporthallen tragen, Kontrollen werden verschärft und konsequent mit Bußgeldern belegt, in einer groß angelegten, mehrsprachigen Informationskampagne werden die Bürger*innen auf die Maßnahmen hingewiesen.
→ dpa / rki

Migrationspakt: Eine Lösung, viel Kritik
Die EU-Kommission legt einen Vorschlag für die Bewältigung der Migrationsfragen vor. Er sieht schnellere Asylverfahren an den Außengrenzen und mehr Abschiebungen, die die Blockade der Reform auflösen sollen. Mitgliedstaaten sind nicht verpflichtet, Geflüchtete aufzunehmen, sofern sie zur Entlastung anderer EU-Länder beitragen, indem sie statt dessen bei den Abschiebungen helfen. Die geltenden Dublin-Regeln bleiben grundsätzlich bestehen. Demnach ist der EU Staat für einen Asylantrag zuständig, auf dessen Boden Schutzsuchende zuerst europäischen Boden betreten haben. Dies führt zu einer Belastung der südlichen Länder mit EU-Außengrenzen.

Der "neue Pakt zu Migration und Asyl" trifft auf viel Kritik: Linken-Innenexpertin Ulla Jelpke nennt den Pakt eine "Ausweitung des menschenverachtenden Lagersystems auf die gesamte EU-Peripherie", Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sieht in den Vorschlägen eine vertane Chance. Sie zeigten "weder Solidarität mit Geflüchteten noch mit den betroffenen EU-Außengrenzstaaten." Nur FDP- Europapolitiker Jan-Christoph Oetjen kann dem Pakt etwas Positives abverlangen: "Der vorgelegte Entwurf ist sicherlich nicht der erhoffte Leuchtturm - aber immerhin auch keine Nebelkerze. Er bringt etwas Licht ins Dunkel der europäischen Migrationspolitik."
Tagesschau (Kritik) 
Tagesschau (Reform) 

Corona in Zahlen
In Deutschland sind 392.049 Menschen als infiziert getestet worden (Stand: 22.10.2020 00:00 Uhr, Quelle: RKI), das sind 11.287 Personen mehr als am Tag zuvor.

Warum diese Zahlen? Wir zitieren hier die offiziellen Zahlen des RKI, diese werden einmal täglich – immer um Mitternacht – vom RKI aktualisiert und um 10 Uhr morgens online veröffentlicht. Und warum gibt es hier nicht mehr davon? Es ist wichtig, die aktuell angeratenen Verhaltensweisen zu befolgen, das wissen wir alle. Zahlen über Neuerkrankte helfen uns dabei nicht. Achtet aufeinander und haltet Distanz.

Gesundheitsticker: 30.935.026 Menschen sind weltweit wieder genesen, das sind 20.868 Personen mehr als gestern Früh. Davon 302.100 in Deutschland (Stand: 22.10.2020 08:16 Uhr, Quelle: Worldometers).

Tipp des Tages

Herbstpicknick 
Im Mensch zu Mensch lest ihr heute von der Liebe zum Detail. Inspiriert ist dieser Text von einem ganz bezaubernden Herbstpicknick, das ich mit einer meiner besten Freundinnen heute Nachmittag in Berlin genossen habe. Und ich lade Euch ein, es uns gleich zu tun. Es sind die letzten warmen Tage, auch der goldene Herbst steht vor der Tür: Geht Picknicken und macht es Euch schön. Das ist garnicht so schwer. Hier ein paar Tipps:

Legt ein weißes Laken über die Picknickdecke (wer es dekadent mag, nimmt gleich einen Tapeziertisch mit, den man dann auch hübsch decken kann), wechselt das Camping-Geschirr gegen Porzellan, die Becher gegen Glas - eingewickelt in das Laken geht auch nichts kaputt. Das Essen könnt ihr in Dosen mitbringen und dann ganz leicht auf Schälchen oder Holzbretter verteilen. Zum Essen bieten sich dann Oliven, Feigen, verschiedene Brotsorten, vielleicht Käse oder Dips an. Dazu ein leichter Weißwein, Saftschorle oder einfach Wasser und fertig ist das kleine Festmal. Sucht euch dann einen schönen Platz in einem Park oder einer Naherholungsfläche Eurer Wahl aus, die nicht zu weit entfernt ist. Schleppen macht wenig Spaß - wer hat nimmt eine Fahrradtasche oder das Auto. Fertig.

Hier noch ein paar Inspirationen:
FAZ - Picknick im Wald (Mit Tipps zu Suppe, Muffins und Waffeln) 
Stadtlandflair - Rezepte für Herbstpicknicks 

360° | Mensch zu Mensch

Von der Liebe zum Detail
von Katharina 

Ich habe eine Freundin, die liebt es, Dinge schön zu machen. Und ich meine, so richtig: Wenn man am Wannsee ist, dann trägt man maritim, wenn man Oktoberfest macht, dann im Dirndl, wenn man zu Abend ist, dann stimmen Tischdeko, Geschirr und Blumenschmuck, wenn man zum Picknick in den Park geht, dann mit Glastellern, Dippschälchen und Holzbrett. Es gibt ein obligatorisches Foto - denn es ist immer wunderschön - und dann, irgendwann, wenn man die ganzen Details ersonnen, geplant und umgesetzt hat, dann wird genossen.

Klingt aufwändig? Stimmt. 

Und gleichzeitig entdecke ich über die Jahre, die wir mittlerweile befreundet sind, immer mehr Schönheit an dieser Liebe zum Detail. Klar könnte man einfach ein paar Tuppderdosen rausholen und hätte auch ein leckeres Picknick, der Wannsee ist auch in Jeans schön und die Mass macht auch ohne Dirndl gute Laune. Es ist aber der Glasteller, die Holzplatte oder der Blumenstrauß, die den Moment zu etwas Besonderem machen - einfach, weil wir uns dafür entschieden haben, in mit viel Liebe auszugestalten. Wir wissen, wenn wir da sitzen, dann haben wir all den Aufwand für uns selbst und diesen Moment betrieben, den wir wunderschön finden. Wir haben zur Abwechslung mal uns ein Geschenk gemacht. Einfach, weil wir können.

Versteht mich nicht falsch, besondere Momente kann man auch ohne Schischi erleben - auch da könnte ich ein ganzes Regalbrett mit Marmeladegläsern vollstellen, die meine wundervollsten Erinnerungen hüten. All die Zufälle, die zu dem einen Abend des Sommers führen, die diesen Kakao auf der Heimischen Couch zum Inbegriff der Gemütlichkeit machen oder dieses eine Gespräch zur Grundlage einer Freundschaft - sie sind die Essenz des achtsamen Genusses des Menschseins. Das Spielen mit Details ist eine Einladung das, was wir aus diesen Momenten und unserer Fantasie heraus kennen, ganz bewusst zu gestalten, hervorzuzaubern und uns daran zu erinnern, dass wir die Schönheit unseres Alltags und unseres Lebens auch selber hineinlassen können. Und ich sage "können" im Sinne von Selbstwirksamkeit, Fähigkeit, Gestaltungsfreiheit. (Natürlich jede*r nur so weit, wie er*sie mag, denn nicht umsonst heißt es "Liebe zum Detail" oder "detailverliebt" und nicht "Aufwand für Detail" oder "detailgestresst".)

Und gerade zusammen mit meiner Freundin hat die gemeinsame Gestaltung dieser Momente noch einen zweiten Effekt, den ich immer mehr zu schätzen lerne: Ein besonderer Moment hat ein langes Vorher und ein langes Nachher. Wie sie mit Freude in die Recherche taucht, liebevolle Inspirationen sammelt und dann einen Plan macht, wie ihre ganz eigene Version aussehen kann, ist ein kreativer, fast schöpferischer Akt. Ihre Freude daran strahlt auf mich ab - und meistens lerne ich sogar noch was davon. Mittlerweile habe ich mir auch einige Tricks abgeschaut, die fest in meinem Alltag verhaftet sind und mini-Momente des Detailgenusses schaffen (z.B. ein schön angerichtetes Essen - einfach nur für mich.). Ein bisschen dehnt Detailverliebtheit also den Moment an sich. Und wer möchte nicht mal die Zeit anhalten?

Übrigens: Am Ende ist es garnicht so viel Stress, wie man meinen könnte. Essen würde man oft ohnehin zubereiten, das hübsche Geschirr verpackt sich in der Picknickdecke fast von selbst und ein Dirndl gibt es Second Hand. Warum sollten wir es uns mit einfachen Mitteln dann nicht einfach mal schön machen?

Ich finde, das haben wir uns verdient.

daz - die angst zeitschrift

Dies und Das

Heute lache ich nicht
Der Spiegel hat einen spannenden Kommentar darüber geschrieben, wie wir mit sexualisierten Witzen umgehen können (Stichwort alte weiße Männer). Kurz gesagt lautet der Vorschlag: Wir sollten diese Witzemacher konditionieren. Klappt auch bei Hunden.
SPIEGEL 

Warum wir Unnötiges erfinden sollten 
Eine meiner Lieblings-Youtuberin (auch mit einer Geschichte von seelischer und physischer Gesundheit), erfindet Dinge, die zwar lustig sind, die aber keiner so richtig braucht. Und dabei bringt sie sich selber neue Tipps und Tricks in Punkto Technik bei. In einem Ted Talk spricht sie über den Wert, Unnötiges zu erfinden. Unfassbar lustig und sehr spannend.
Youtube (englisch) 

Was können Heilpraktiker*innen (nicht?)
Heute gibt's wieder ein Video meiner Lieblings-Youtuberin Mai Thi Nguyen. Sie hat sich - wissenschaftlich fundiert - mit der Arbeit von Heilpraktiker*innen beschäftigt. Nicht ohne Ironie und Humor aber immer wissenschaftlich rund.
Youtube 

Das war es auch schon wieder - 
schön, dass ihr bis hier hin gelesen habt!
Viele Grüße vom angstfrei.news-Team

Gerne hören wir über das Feedbackformular von euch. Ihr wollt unsere Arbeit unterstützen: Spenden und Fördermitgliedschaft bei der Deutschen Angst-Hilfe e.V.

Quellen
Corona in Zahlen (RKI) | Gesundheitsticker | Über die Landesregierung NRW sind wir außerdem an den dpa-Nachrichten-Ticker angebunden, den wir immer als Quelle verwenden, wenn wir (dpa) schreiben

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