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Loslassen | 7. November 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

das Thema dieser Wochenausgabe ist Loslassen. Dieses Loslassen geht manchmal einher mit Kontrollverlust, wenn eine Situation oder auch unser Körper uns dazu zwingt, weil er uns die Kontrolle nimmt. Es geht einher mit Veränderungen, die wir uns eventuell so nicht gewünscht haben. Dann versuchen wir festzuhalten, aus Sorge vor dem Neuen. Loslassen kann aber auch kontrolliert und selbstbestimmt geschehen, mit ein wenig Mut und Vertrauen in unsere eigenen Fähigkeiten. Und dann geht Loslassen auch immer einher mit dem Gefühl von Freisein. Loslassen ist etwas, was wir schon als Kind lernen und was uns ein Leben lang begleitet, was immer wieder notwendig ist.

In unserer Rubrik von Mensch zu Mensch könnt ihr, wie immer, unsere persönlichen Geschichten nachlesen. Die Fülle und Diversität dieser Geschichten zeigt, wie wichtig das Thema als solches ist. Mal geht es um das Loslassen eines geliebten Menschen, aus Liebe, mal um das Loslassen der eigenen Gedanken. Annika und Stephanie erinnern an Disneys Elsa die das Loslassen laut, frei und mit einem mitreißenden Glücksgefühl heraus singt - let it go. Und vielleicht sollten wir unsere Momente, in denen wir die Erkenntnis und die Kraft haben, loszulassen auch hin und wieder laut und mit Freude besingen, stolz darauf, dass wir es geschafft haben. Aber wie kann dieses Loslassen gelingen? Dazu haben wir ein paar Tipps für Euch zusammengestellt.

Damit wünschen wir eine schöne Woche, in der ihr euren Weg zwischen Loslassen und Festhalten, in dieser herausfordernden Zeit finden möget.

Euer Team von angstfrei.news

Ganz wichtig: Was meint ihr zum neuen Konzept und zu dieser Ausgabe? Bitte gebt uns ein kurzes Feedback - das wäre hilfreich und sehr nett.

Übrigens nehmen wir unser Motto ernst: Angst hat eine Stimme - Deine. Wir sind ein Team von Freiwilligen und schreiben über unsere Angst-, Lebens- und Alltagserfahrungen, ohne ein Richtig oder Falsch, oft mit Verstand und immer mit Herz. Wir freuen uns über dich in unserem Team. Trau dich einfach und schreib uns eine Mail an angstfrei.news@gmail.com.

Die guten Nachrichten der Woche

Immunität hält länger als gedacht
Anders als zuletzt befürchtet, hält die Immunität nach einer COVID-19 Erkrankung anscheinend deutlich länger an. Der Schutz besteht nach einer neuen Studie, die US-Wissenschaftler*innen nun im Fachblatt "Science" veröffentlichten, mindestens fünf Monate nach einer Infektion. Das gilt auch dann, wenn die Erkrankung mild verlaufen ist. Für die Studie wurden mehr als 30.000 COVID-19-Patient*innen untersucht. Dazu kommt: Grundsätzlich sind bis dato kaum erneute Infektionen bekannt.
Süddeutsche Zeitung

Ausbreitung in Tschechien langsamer
Eine gute Nachricht aus Tschechien: Ein Lockdown kann helfen. In unserem Nachbarland, das zuletzt stark von der Pandemie betroffen war, hat sich die Ausbreitung des Virus offenbar verlangsamt. Ein Nachrichtenportal berichtete in Bezug auf das Gesundheitsministerium, dass die Reproduktionszahl erstmals seit Herbstanfang wieder auf eins gefallen sei. Erst vor drei Wochen lag sie noch bei 1,5. Das Land steht unter strengen Beschränkungen. Dazu gehören eine nächtliche Ausgangssperre sowie Schließungen von Schulen, Restaurants und den meisten Geschäften.
Deutschlandfunk.de

Schwarzbrot

Tim

In dieser Rubrik möchten wir etwas tiefer in die Nachrichtenlage der Woche einsteigen. Mal eher hintergründig, mal eher serviceorientiert recherchieren wir für euch selbst, statt wie im darunter folgenden Nachrichtenblock Nachrichten auszuwählen und in eine angstfreie Sprache zu übersetzen. Wir hoffen, es mundet euch.

Dieser Woche widmen wir uns dem Thema Zahlen als Marker bei der Entwicklung und Bewertung der Pandemie: Warum wurden so unterschiedliche Zahlen im Lauf der Pandemie von der Politik in der Vordergrund gerückt? Welche Daten sind aktuell wichtig zur Orientierung? Was sagen sie uns über die Gefährlichkeit des Virus? Guten Appetit beim Zahlensalat.

Ständig neue Marker - Warum?

Staatliche Stellen haben während der Pandemie in Deutschland den öffentlichen Fokus immer wieder auf neue Parameter gelenkt, die sich mit wachsender Erfahrung als aussagekräftiger erwiesen haben.

Zu Beginn stand die Verdopplungszeit im Mittelpunkt: Wie viele Tage vergehen, bis sich die Zahl der Infizierten verdoppelt hat. Dieser Parameter eignet sich vor allem, um den exponentiellen Wachstums Charakter einer Pandemie zu begreifen. Das war im März der Fall und scheint sich gerade wieder in diese Richtung zu entwickeln: In Deutschland verdoppelten sich die Krankheitsfälle zu Beginn im März alle zwei bis drei Tage, aktuell sind es 20 Tage, Anfang Oktober waren es noch drei Monate.

Im April lernten wir die Reproduktionszahl R kennen: Wie viele Personen steckt ein Infizierter während seiner COVID-19-Erkrankung an? Ist der R-Wert kleiner 1, gibt es täglich weniger Menschen, die andere anstecken können, ist er größer 1 wächst die Zahl der Infizierten. Im März erreichte Deutschland den Höchststand von 3,24. Aktuell liegt er um 1 herum. Da die Modellierung des R-Wertes großen Tagesschwankungen unterliegt, gibt das Robert-Koch-Institut (RKI) im täglichen Lagebericht, neben dem Tageswert “Nowcast” auch einen 4-Tage- und einen 7-Tage-R-Wert an.

Allerdings scheint die Biologie des Virus eher gegen diesen Faktor zu sprechen: SARS-CoV-2 zeigt eine hohe Dispersion. Das bedeutet, dass wenige Menschen viele anstecken und viele Menschen wenige oder sogar niemanden. Daher ist es eher ungünstig sich nur am R-Wert zu orientieren, der Ansteckungen ja über alle Menschen mittelt.

Deshalb blickten wir bald vor allem auf die absoluten, täglichen Infektionszahlen. In der vergangenen Woche gab es in Deutschland täglich etwa 15.000 Neuinfektionen - ein Höchststand in der Pandemie. Bisheriger Höhepunkt waren im März 6.500 Neuinfektionen. Doch diese Zahlen schwanken meldebedingt stark: An den Wochenenden erreichen systematisch weniger Meldungen das RKI, als an Arbeitstagen. Da sich die Meldungen immer auf den Vortag beziehen, sind die Zahlen sonntags und montags geringer. Außerdem sind 1.000 Neuinfektionen an einem Tag in Berlin eine andere Situation, als 1.000 Neuinfektionen in Aue.

Daher orientieren sich Maßnahmen von staatlichen Stellen seit Mai an der Summe der Infektionszahlen aus den letzten sieben Tagen, bezogen auf 100.000 Einwohner*innen innerhalb eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt. Als Grenzwert für die meisten Maßnahmen gelten 50 Infektionen pro 100.000. Aktuell gibt es nur noch sieben Landkreise in Deutschland, die unter dieser Marke bleiben. Bezogen auf die gesamte Bundesrepublik gab es rund 129 Fälle in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner*innen.

Die Marker für politische Maßnahmen haben sich vor allem in den ersten drei Monaten verändert - also zu der Zeit, wo viele Eigenschaften von SARS-CoV-2 noch unbekannt waren. Der Wechsel der Methoden ist Ausdruck der Lernfähigkeit von Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und Medien.

Welche Marker gibt es noch?

Der Lagebericht des RKI bietet zahlreiche epidemiologische Informationen. Einige Kennzahlen möchten wir euch hier vorstellen:

Fallsterblichkeit: Anteil der Verstorben an den Menschen, die einen positiven Corona-Test hatten. Nicht zu verwechseln mit Mortalität (Anzahl der Toten durch eine Erkrankung im Verhältnis zur Bevölkerung) und Letalität (Anzahl der Toten je Erkrankte). Nicht jeder positive Test bedeutet auch eine Erkrankung. Tests können auch falsch-positiv oder falsch-negativ sein - bei der Nachweismethode aber ein unwahrscheinliches Szenario. Aktuell bei 1,8 %. Vermutlich tatsächlich geringer, weil nicht alle Corona-Infektionen erkannt werden, aber vermutlich die allermeisten Todesfälle. Ausdruck für grundsätzliche Gefährlichkeit der Erkrankung.

7-Tage-Inzidenz der ≥ 60-Jährigen: Wie die bekannte Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner*innen in sieben Tagen, allerdings werden nur Neuinfektionen bei über 60-Jährigen gezählt. Gleiche Schwächen wie allgemeine 7-Tage-Inzidenz. Wichtiger Hinweis für Ausbreitung des Virus unter höheren, stärker gefährdeten Altersgruppen. Bei hoher 7-Tage-Inzidenz der ≥ 60-Jährigen kann von einer wachsenden Belastung der Krankenhäuser ausgegangen werden. Denn Teile der COVID-19-Positiven von heute, waren gestern die Superspreader, sind morgen die Kranken, sind nächste Woche die stationär Versorgten, sind übernächste Woche die Beatmeten, sind in drei Wochen die Toten. Deshalb ist es so wichtig, frühzeitig die Zahl der Infektionen, vor allem in den höheren Altersgruppen, zu begrenzen.

Belegung Intensivstationen: Wie viele ITS-Betten sind belegt? Wie viel Prozent der Patient*innen werden beatmet? Wie viele Beatmete sind verstorben? Zusammengefasst von der entsprechenden medizinischen Fachgesellschaft (DIVI). Allerdings gab es Berichte, dass teilweise auch Betten als frei gemeldet wurden, für deren Betrieb gar nicht ausreichend Pflegepersonal zur Verfügung stand. Aufgrund der großen Latenz (Infizierte von heute sind die ITS-Patient*innen in zwei Wochen) und der exponentiellen Entwicklung kann es schnell zu einer Überlastung der Intensivstationen kommen.

Welche Marker sind jetzt wichtig?

Die 7-Tage-Inzidenz gibt Aufschluss darüber, wie groß das Problem in den nächsten drei Wochen wird, die 7-Tage-Inzidenz der ≥ 60-Jährigen, wie groß das Problem für die Krankenhäuser in Deutschland wird. Nach zwei Wochen kann man dieses Problem dann anhand der Belegungszahlen der Intensivstationen ablesen - aber dann ist das Problem halt da.

Der R-Wert ist für Modellierungen interessant, absolute Infektions- und Todeszahlen für Schlagzeilen. Die Verdopplungszeit ist für das Verständnis von exponentiellem Wachstum hilfreich. Fallsterblichkeit verdeutlicht grundsätzlich die Gefährlichkeit von COVID-19. Wenn sie stark ansteigt, ist das ein Ausdruck für die Überforderung des Gesundheitssystems, weil es unwahrscheinlich ist, dass das Virus plötzlich tödlicher wird.

Ist COVID-19 wirklich so gefährlich?

Ja.

Die fehlende Unterscheidung von Tod “an” oder Tod “mit” COVID-19 wurde immer wieder kritisiert. Hierzu ist zu bemerken, dass man nur auf zwei Arten sterben kann: An einem Hirntod oder an einem Kreislaufstillstand.

Schusswaffen, Infektionskrankheiten, Tumore und anderes führen nur zu einer dieser beiden Optionen. Bei vielen Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen scheint COVID-19 der Tropfen zu sein, der das Fass zum Überlaufen bringt - deshalb sind sie auch unter einem besonderen Risiko. Sicher hätte es auch die nächste Grippe oder der nächste Herzinfarkt sein können - aber der nächste Herzinfarkt kommt ja statistisch gesehen trotzdem, nur halt für jemand anderen - es sterben also am Ende mehr Menschen. So sieht man insbesondere im Frühjahr in Deutschland, Europa oder den USA eine klare Übersterblichkeit in den Statistiken - es sind signifikant mehr Menschen als sonst gestorben ohne, dass es andere Gründe (Krieg, Naturkatastrophe, andere Pandemie) dafür gibt. Vermutlich wurde insbesondere in den USA die Zahl der Toten sogar unterschätzt.

COVID-19 ist eine potentiell tödliche Erkrankung. Glücklicherweise wissen wir, wie wir die Verbreitung vermindern können und so Tod und Spätfolgen verhindern. Deshalb: Maske auf, Hände waschen, Abstand halten, physische Kontakte reduzieren, Warn-App nutzen, solidarisch bleiben.

Dieser Artikel ist der Teil der losen Reihe von Basisinformationen zur COVID19-Pandemie. Es folgen Beiträge zu Kontaktbeschränkungen, der Corona-App und weitere Themen. Gern könnt ihr uns Feedback geben, welche Themen euch besonders interessieren.

Nachrichten

angstfrei.news ist gestartet als ein Projekt, das unaufgeregt die Neuigkeiten des Tages - jetzt der Woche - zusammenfasst. Ihr habt uns bestärkt, dass dieser Service wichtig ist, daher bleiben wir ihm treu für all jene, denen die Flut an Nachrichten zu viel wird. Deswegen fassen wir hier für euch die wichtigsten Entwicklungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie in der vergangenen Woche zusammen.

Jedes zehnte Gesundheitsamt überlastet
Jedes zehnte Gesundheitsamt in Deutschland ist überlastet. Infektionsschutzmaßnahmen, wie die Kontakt-Nachverfolgung und Testungen sind laut Bundesgesundheitsministerium nicht mehr vollständig durchführbar. Gesundheitsämter in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern meldeten, dass die Kontakt-Nachverfolgung von COVID-19-positiven Menschen nur noch in 20-40% der Fälle gelungen sei.

Eine Lösung könnte mehr Personal sein. Doch laut dem Neuköllner Kommunalpolitiker Falko Liecke (CDU) werden die Gelder erst zu spät bewilligt, um Stellen auszuschreiben. 5350 Bundeswehrsoldat*innen und Helfer*innen des RKI unterstützen aktuell die Gesundheitsämter.

Da das wohl nicht ausreicht, fordert SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach einen Strategiewechsel: Statt jedem Kontakt sollen Cluster, also räumliche und zeitliche Häufungen von COVID-19-Fällen, verfolgt werden. So könne der Infektionsschutz effizienter werden.

Weil das RKI vorerst keinen Strategiewechsel vollziehen will, empfiehlt der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, eine verstärkte Nutzung der Corona-Warn-App. Bislang meldeten nur 40% der positiv Getesteten ihre Infektion über die App, etwa 16 Millionen Menschen haben sie aktiv in Nutzung.
Tagesschau.de
Redaktionsnetzwerk Deutschland
ZEIT

Neufassung Infektionsschutzgesetz
Die Bundesregierung will die Gesetzesgrundlagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie präzisieren. Einen entsprechenden Änderungsvorschlag für das Infektionsschutzgesetz brachte die Koalition am Freitag in den Bundestag ein. Union und SPD wollen einen neuen Paragrafen 28a einfügen, der "Besondere Schutzmaßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus SARS-CoV-2" beschreibt, wie Ausgangs- oder Kontaktbeschränkungen, Abstandsgebot und Maskenpflicht, aber auch Einschränkungen für ganze Branchen. Darauf hatten sich die Koalitionspartner*innen am Dienstag verständigt.

In zwei Wochen solle der Bundestag über den Vorschlag abstimmen. Der Bundesrat solle sich dann in seiner regulären Sitzung am 27. November oder in einer Sondersitzung, eine Woche früher, damit befassen, kündigt der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Carsten Schneider, an.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Gesetzesentwurf Gesundheitsministerium

Ausgleichszahlungen für Kulturschaffende
Die Bundesregierung hat Kulturschaffenden Ausgleichszahlungen für den ausbleibenden Verdienst im November zugesichert. Laut eines Regierungssprechers erhalten Solo-Selbstständige 75 % ihres üblichen Umsatzes als Ausgleichsleistung. Diese Regelung gelte auch für Unternehmen, die den Großteil ihres Umsatzes mit den derzeit geschlossenen Kultureinrichtungen erzielten.

Mit der Ankündigung reagierte die Bundesregierung auf die Forderungen nach unbürokratischen Überbrückungshilfen für Betroffene. Zuvor hatte Grünen-Fraktionsvorsitzende Göring-Eckhardt an die Bundesregierung appelliert, die Belange Kulturschaffender gleichberechtigt mit anderen Wirtschaftszweigen zu betrachten. Prominente Unterstützung gab es hierfür von Udo Lindenberg und Till Brönner, die den Appell ebenfalls unterzeichneten.
Informationsseite Bundesregierung
Lotse der Bundesregierung für Corona-Hilfen
Aerzteblatt.de

Dänemark: Nerze stecken Menschen mit verändertem Corona-Virus an
In Dänemark wurde ein veränderter Coronavirus-Erreger bei Nerzen festgestellt. Die Nerzproduktion wurde vorerst eingestellt und alle Tiere im Land, zur Vermeidung einer weiteren Ausbreitung, getötet. Zuletzt war das veränderte Virus auch bei Menschen nachgewiesen worden.

Der Erreger sei nicht gefährlicher als das bereits bekannte SARS-CoV-2, so der fachliche Direktor des dänischen Gesundheitsinstituts SSI, Kare Molbak. Es bestehe allerdings ein Risiko, dass er widerstandsfähiger gegenüber Antikörpern sei. Dies beeinflusse möglicherweise die Wirkung eines Impfstoffes. Deswegen sei nun die Weltgesundheitsorganisation (WHO) informiert worden.

Die dänische Regierung hat für einen Teil Jütlands Ausgangsbeschränkungen beschlossen: Die Bildungseinrichtungen arbeiten im digitalen Unterricht, Restaurants dürfen nur Essen zum Mitnehmen anbieten. Sporthallen, Schwimmbäder und Fitnessstudios sind geschlossen. Insgesamt 280.000 Einwohner*innen sind von den Einschränkungen betroffen. Im August hatte es bereits Fälle von Nerz-Infektionen in niederländischen und spanischen Betrieben gegeben. Diese waren mit ähnlichen Maßnahmen unter Kontrolle gebracht worden.
Tagesschau
Frankfurter Allgemeine Zeitung
ZDF (August)

Spanien und Italien: Ausschreitungen nach erneuten Ausgangsbeschränkungen
Hunderte Menschen, in mehreren Städten Spaniens, haben sich am ersten November-Wochenende an gewalttätigen Protesten gegen die verschärften Ausgangsbeschränkungen beteiligt. Dabei kam es zu Sachbeschädigungen und Auseinandersetzungen mit der Polizei mit zahlreichen Festnahmen. In Italien protestierten ebenfalls hunderte Menschen in mehreren Städten gewaltsam gegen die strengeren Ausgangsbeschränkungen.

Den Unruhen in Spanien gingen die Schließung von 13 der 17 autonomen Gemeinschaften, die zu Einschränkungen der Bewegungsfreiheit führten, sowie eine nächtliche Ausgangssperre voraus. Spaniens Regierungschef Sànchez verurteilte die Proteste via Twitter als „gewalttätiges und irrationales Verhalten von Minderheitengruppen“, das unerträglich sei.

Italiens Innenministerin Luciana Lamorgese bezeichnete die Demonstrant*innen als „gewaltbereite Randelemente“. In beiden Ländern instrumentalisierten rechtsextreme Gruppierungen die Proteste.
Taz.de
Tagesschau.de

Schutzmaßnahmen in Italien weiter verstärkt
Die italienische Regierung erhöht, wegen stark steigender Fallzahlen, die COVID-19-Schutzmaßnahmen und teilt das Land dafür in drei Risikozonen ein: rot, orangefarben und grün. Im von Ministerpräsident Conte unterzeichneten Dekret gelten neben einer landesweiten Ausgangsbeschränkung ab 22 Uhr unterschiedlich strenge Regeln je Zone.

Bewohner der roten - mit am stärksten steigenden Fallzahlen - Zonen, dürfen nur für den Weg zur Arbeit oder zur Ärztin die Wohnung verlassen. Gastronomiebetriebe schließen nur in roten und orangefarbenen Zonen und Online-Schulunterricht ist in roten Zonen ab der 7. Klasse, in grünen Zonen ab der 9. Klasse Pflicht. Touristische Übernachtungen sind in Herbergen der roten Zonen nicht mehr möglich.

Gesundheitsminister Speranza hat zusammen mit den Regionalverantwortlichen über die Einteilung in Zonen nach 22 Kriterien entschieden. Laut Gesundheitsministerium haben sich am Mittwoch 28.244 Menschen mit Covid-19 infiziert. Hiervon werden 2225 auf Intensivstationen versorgt.
Tagesschau.de
Sueddeutsche.de

UK: Nun doch mehr Beschränkungen für öffentliches Leben
Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hat nun doch Ausgangsbeschränkungen verkündet. Die weiteren Beschränkungen seien aufgrund der stark steigenden Infektionszahlen nötig. Sie sind weniger strikt als im Frühjahr und gelten ab dem 5. November. Unter anderem bleiben die Schulen und Kindergärten geöffnet. Im Zuge dessen wurden Hilfsgelder aufgestockt, unter anderem für Freiberufler, und die Zahlung des Kurzarbeitergeldes wurde verlängert.

Noch am vergangenen Freitag hatte Johnson betont, dass er weitere Einschränkungen verhindern möchte, obwohl Berater*innen schon im September und Oktober empfohlen haben, das öffentliche Leben stärker herunter zu fahren und Kontakte zu reduzieren.
Tagesschau.de

Profisportvereine: 60 Millionen Euro Nothilfe beantragt
Die deutschen Profisportvereine haben bisher etwa 60 Millionen Euro Nothilfe beantragt. Laut Bundesinnenministerium (BMI) sind davon bisher knapp 20 Millionen Euro bewilligt worden. Insgesamt stehen 200 Millionen Euro bereit. Es befänden sich derzeit 163 von 245 Anträgen in Bearbeitung, sagte ein BMI-Sprecher dem NDR. Fast alle Profiklubs der deutschen Handball-, Eishockey und Basketballliga haben bisher einen entsprechenden Antrag gestellt. 80 Vereine hätten bereits einen positiven Bescheid erhalten.

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, kritisiert die Ausführungsbestimmungen der Corona-Staatshilfe. Laut Hörmann sei es demnach sehr schwer für Vereine, einen korrekten Antrag zu stellen. Noch bis Mitte nächster Woche können weitere Anträge auf Corona-Hilfen beim Bund eingehen.
Sportschau
Sportschau (Antragsverlängerung)
Stuttgarter Zeitung (dpa)

Corona in Zahlen
In Deutschland sind 1.053.869 Menschen als infiziert getestet worden (Stand: 30.11.2020 00:00 Uhr, Quelle: RKI), das sind 11.169 Personen mehr als am Tag zuvor.

Warum diese Zahlen? Wir zitieren hier die offiziellen Zahlen des RKI, diese werden einmal täglich – immer um Mitternacht – vom RKI aktualisiert und um 10 Uhr morgens online veröffentlicht. Und warum gibt es hier nicht mehr davon? Es ist wichtig, die aktuell angeratenen Verhaltensweisen zu befolgen, das wissen wir alle. Zahlen über Neuerkrankte helfen uns dabei nicht. Achtet aufeinander und haltet Distanz.

Gesundheitsticker: 43.587.601 Menschen sind weltweit wieder genesen, das sind 41.136 Personen mehr als gestern Früh. Davon 722.300 in Deutschland (Stand: 30.11.2020 09:28 Uhr, Quelle: Worldometers).

Von Mensch zu Mensch

In unserem Leben gibt es unendlich viele Situationen, in denen wir lernen müssen loszulassen. Freunde, die in eine andere Stadt ziehen, ein geliebter Mensch der von uns geht, Partnerschaften die ungewollt auseinanderbrechen, Kinder die aus dem Haus gehen, um auf eigenen Beinen zu stehen. All das meistern wir am besten, wenn wir loslassen können. Doch leider versuchen wir viel zu oft krampfhaft an Situationen festzuhalten, weil wir uns vor dem “Neuen”, fürchten. Denn Loslassen bedeutet Veränderung. Wie viele Möglichkeiten lassen wir vorbeiziehen, weil wir an Dinge oder Menschen festhalten, die uns blockieren? Oder im umgekehrten Fall, lassen wir uns von anderen manipulieren, weil sie uns nicht loslassen können. So kommt es zu falscher Rücksichtnahme, denn wir achten nicht mehr auf die innere Stimme und stellen somit unsere eigenen Bedürfnisse hinten an. Wie oft hängen wir in unglücklichen Verhaltensmustern fest, anstatt die Chance zu ergreifen, loszulassen“, um unseren Horizont zu erweitern und unserer Bestimmung zu folgen. Denn loslassen heißt oft nichts anderes, als seinen eigenen individuellen Weg zu gehen.

“Loslassen”
Tina

Vor einiger Zeit lebte ich in einer langjährigen Beziehung. Wir lernten uns zu einem Zeitpunkt kennen, an dem ich in meiner Angst gefangen war. Darum wollte ich anfangs keine Beziehung. Doch davon ließ sich mein Gegenüber nicht abschrecken. Wir lernten uns auf einer freundschaftlichen Ebene kennen. In dieser Zeit entstand eine neutrale Basis für unser gegenseitiges Vertrauen. Wenig später wurde daraus dann doch eine Liebesbeziehung. Und so kam es, dass wir trotz meiner Angststörung eine glückliche Partnerschaft führten.

Er interessierte sich für meine Ängste und war sehr bemüht, mich zu unterstützen. Meine Angst ließ zu diesem Zeitpunkt nicht viel zu. Doch für meinen Freund war das die perfekte Herausforderung, mir seine treue Präsenz zu zeigen. Er bot mir seinen Beistand im Kampf gegen die Angst an. Schnell kristallisierte sich heraus, dass er für mich der perfekte Halt war. Ich wurde mutiger im Umgang mit meiner Angst und sicherer im Bezug zu meiner Umwelt. Auch als ich zwei Jahre nach unserem Kennenlernen einen schweren Rückfall meiner Angststörung erlitt, blieb er treu an meiner Seite und zog mich Stück für Stück aus einem tiefen Loch heraus.

Mit ihm kämpfte ich mich zurück ins Leben. Nach acht gemeinsamen Jahren zogen wir zusammen. Das war ein gewagter Schritt für mich, denn ich wohne sehr gern alleine. Meine Wohnung war und ist meine Burg, meine Festung, meine Sicherheit wenn mir die Welt draußen zu laut wird. Zu meiner Überraschung gewöhnte ich mich schnell an die traute Zweisamkeit. Wir waren sehr aufeinander abgestimmt und ergänzten uns in vielen Dingen. Auch wertvolle Tugenden wie Ehrlichkeit, Treue, Zuverlässigkeit schätzten wir aneinander sehr. Doch dann folgte eine Wende, mit der ich niemals gerechnet hatte.

Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als wir gemeinsam auf einer Shopping-Tour waren und mir ein Kleid ins Auge fiel. Ich sagte: „Wow, was für ein schönes Kleid, das steht mir bestimmt gut!“ Und mein Freund antwortete: „Das würde mir viel besser stehen!” Ok. dachte ich, immerhin hatte er wirklich viel hübschere Beine als ich und das, obwohl er ein Mann war. Bei dem nächsten Kleidungsstück folgte derselbe Spruch. Ich fragte ihn, was er mir damit sagen wollte und ob ich jetzt mit ihm in Konkurrenz treten müsse. Er lächelte verlegen und damit war das Thema vom Tisch. Dachte ich!

Einige Wochen später gestand er mir, dass er transsexuell war und schon immer eine Frau sein wollte. Ich fiel aus allen Wolken. Wie bitte? Mein Partner, der für mich das personifizierte Testosteron darstellte? Das konnte ich nicht glauben und ich wollte es auch nicht glauben. Doch es war die bittere Realität. Warum hatte ich das all die Jahre nicht bemerkt? Wie war es möglich, dass er dieses Geheimnis so gekonnt versteckt hatte? Jetzt erzählte er mir alles. Dass er schon im frühen Kindesalter mit sechs Jahren heimlich die Kleidung seiner Mutter trug und zu dieser Zeit schon den Drang verspürte, ein Mädchen zu sein. Doch er musste, aufgrund seiner Familie und der Außenwelt, die perfekte Show eines authentischen starken Mannes spielen, um nicht aufzufliegen. Mit offenem Mund hörte ich fassungslos zu. Durch was für ein Martyrium er all die Zeit gegangen sein musste. In seiner Wohnung konnte er seine weibliche Seite ausleben. Doch jetzt wohnten wir zusammen. Und ich wollte ihn - definitiv keine Frau an meiner Seite. Wie sollte es jetzt weitergehen? Denn fest stand, egal welche Entscheidung wir treffen würden, einer von uns würde unglücklich werden. In einem waren wir uns einig, wir wollten uns nicht verlieren. Und somit versuchte er sich weiter zusammenzureißen, um seinen Mann zu stehen, so wie es die Gesellschaft und unbewusst auch ich von ihm erwarteten. Wir redeten uns ein, dass wir dieses ernste Problem mit ganz viel Liebe zueinander lösen könnten. Aber das konnten wir leider nicht. Wir mussten uns eingestehen, dass wir mit dieser Art von Lösung gescheitert waren.

Nachdem wir zwei Jahre zusammen lebten, beendete er die Beziehung mit der Begründung, dass er auf diese Weise sein Leben nicht weiter fortführen konnte. Jetzt wäre für mich eigentlich der Zeitpunkt gewesen, meinen Partner loszulassen, sodass er endlich seinen Weg gehen konnte. Doch das brachte ich nicht übers Herz. Es wollte nicht in meinen Kopf hinein, dass ich meinen geliebten Partner auf diese Weise verlor. Er packte seine Koffer während ich ratlos in Tränen ausbrach. Als er in Richtung Wohnungstür lief, sprang ich in den Flur und riss ihm seinen Koffer aus der Hand. Ich schüttete den gesamten Inhalt auf den Boden. Ich flehte ihn an, nicht zu gehen. Doch er antwortete nur, dass ich bitte damit aufhören sollte. Hastig schmiss er seine Klamotten zurück in den Koffer. Erneut schüttete ich den Koffer aus. „Du darfst nicht gehen“, schrie ich verzweifelt, doch es kam nur ein leises „Lass mich bitte los“. Und dann ließ ich ihn gehen.

Es ist leichter sich zu trennen, wenn keine Liebe mehr vorhanden ist, aber wenn die Liebe noch besteht und es die Umstände sind, die einem dazu zwingen, ist es ein unsagbarer Schmerz. Ich war gezwungen loszulassen, ob ich wollte oder nicht. Zum ersten Mal in meinem Leben wurde ich mit einer Situation konfrontiert, der ich machtlos gegenüberstand. Es ergab keinen Sinn zu kämpfen. Für was hätte ich kämpfen können? Wenn eine andere Frau im Spiel gewesen wäre, wäre es ein Leichtes gewesen, das Ruder rumzureißen. Aber er wollte ja selbst die Frau sein. Wo sollte ich da ansetzen? Somit war jeder Kampf, jede Bemühung aussichtslos. Die Tür fiel ins Schloss und ich blieb mit meiner Fassungslosigkeit und inneren Leere zurück.

Die Tage vergingen und jeder von uns musste sein Leben neu ordnen. Wir waren jedoch so tief miteinander verbunden, dass wir beide fernab der Löschtaste waren. Mit liebevoller Zurückhaltung näherten wir uns langsam wieder an. Wir setzten erneut alles auf Anfang. Aber diesmal in rein freundschaftlicher Form. Wir waren uns gegenseitig viel zu wichtig, als dass wir den Kontakt für immer abgebrochen hätten. Dazu verband uns zu viel. Wir redeten tage- und nächtelang darüber, wie es für ihn weitergehen sollte. Ich bestärkte ihn darin, endlich seinen Weg zu gehen. Ich hatte mir inzwischen Wissen über Transexualität angelesen… Ich wollte, unabhängig von meinen Gefühlen, dass er glücklich wird und das unterstrich ich mit meiner uneingeschränkten Loyalität.

Jetzt pflegten wir eine freundschaftliche Ebene, die durchaus genauso wertvoll war, wie die vorherige Partnerschaft. Somit hatte ich endlich auch mal die Möglichkeit, ihn mental zu unterstützen, so wie er es all die Jahre für mich getan hatte. Ich weiß noch, wie aufgeregt ich war, als er das erste Mal als Frau vor mir stand. Wie glücklich und ausgeglichen er wirkte. Das war der Moment, in dem ich endlich loslassen konnte. Denn ich sah das Glück in seinen Augen. In diesem Augenblick wusste ich, dass es die richtige Entscheidung gewesen war. Bis zur Geschlechtsangleichung hat es vier Jahre gedauert bis aus „ihm“ eine „sie“ wurde. Heute ist sie eine meiner besten Freundinnen.

Manchmal wird man gezwungen loszulassen, damit ein anderer sein Glück finden kann.

In ihrem Text beschreibt Tina eine emotionale Ausnahmesituation, in der sie gezwungen war, einen ihr wichtigen Menschen loszulassen - ohne dabei zu wissen, ob sie irgendwann wieder zueinander finden könnten. Damit thematisiert sie eine der wohl klassischsten, aber auch schmerzhaftesten Formen des Loslassens. Der Begriff des Loslassens kann uns allerdings auf unterschiedlichste Art und Weise in unserem Alltag beschäftigen. Annika berichtet uns in ihrem folgenden Beitrag von einem inneren Kampf mit ihren Gedanken und der Schwierigkeit des Loslassens dieser.

Zwischen Anspannung und Akzeptanz
Annika

Entspannungskurse, Meditation, Progressive Muskelentspannung - was habe ich nicht schon alles versucht, um meinen Alltag ruhiger und gelassener angehen zu können. Geholfen hat mir das Ganze allerdings nicht. Die Anspannung in mir nistet sich ein, wie ein hartnäckiger Parasit, der nur in einer Umgebung permanenter Unruhe überleben kann.

Das tückische daran: Oftmals habe ich das Gefühl, es endlich geschafft zu haben. Endlich einmal abschalten und entspannen zu können. Bis…, tja, bis es doch wieder ein unangenehmer Gedanke, ein Trigger meiner Angst in meinen Fokus schafft. Ohne Vorwarnung und bewaffnet mit einer Extra Dosis Adrenalin. Am Meisten aber beunruhigt mich in diesen Momenten das Gefühl von Gewohnheit. Diese Beklemmung in mir ist das Letzte, was ich als Normalität wahrnehmen möchte.

Es wäre um einiges leichter, wenn ich meine negativen und angstauslösenden Gedanken loslassen könnte. Wenn ich es schaffen könnte, meinen Alltag nicht mehr von ihnen bestimmen zu lassen.

In einer meiner Lieblingsserien „The Big Bang Theory“ gibt es eine Episode, in der sich einer der Hauptcharaktere genau mit diesem Thema auseinandersetzt. Um zu lernen, wie er bestimmte Geschehnisse gedanklich loslassen kann, sucht er sich Hilfe bei einer Freundin. Sie versucht ihm dies dann mit einem Gleichnis von einem Stift, den er gedanklich in der Hand halten und dann loslassen soll, näher zu bringen. Das Ende vom Lied: In seinen Gedanken hatte er den Stift bereits mit seinen Initialen gravieren lassen und eine emotionale Bindung zu ihm aufgebaut - und konnte ihn daher nicht mehr loslassen.

Ungefähr so läuft das Ganze auch bei mir. Ich verfüge zwar über keine emotionalen Verbindungen mit Schreibgeräten, aber meine Ängste bauen sich zum Teil so geschickt in mein Gedankenkonstrukt ein, dass ich oftmals gar nicht mehr unterscheiden kann, welche von ihnen wirklich „zu mir“ gehören und tatsächlich reale Befürchtungen darstellen - oder welche komplett irrational sind und lediglich einer Neurose entspringen. Und sind sie dann wirklich auch immer komplett irrational?

Momentan befürchte ich zum Beispiel, nie wieder in meinem gewohnten Beruf arbeiten zu können. Der Grundgedanke ist sogar ziemlich rational - meine Psyche verhindert nämlich gegenwärtig, dass ich ihm nachgehen kann. Was mein Gedankenkonstrukt dann aber daraus macht, ist oftmals nicht mehr rational. In den Höhepunkten meiner Angst sehe ich mich nämlich selbst am sozialen und wirtschaftlichen Abgrund und wenn ich darüber spreche, muss ich fast immer grinsen. Weil es mir selbst klar ist, dass diese Befürchtungen übertrieben sind. Weil ich nicht sofort darauf angewiesen bin, Pfandflaschen zu sammeln, um mir ein warmes Mittagessen leisten zu können, nur weil ich momentan nicht, wie gewohnt, arbeitsfähig bin. Allerdings fühlen sich meine Ängste sehr real an, wenn sie akut auftreten - und dann ist mir auch nicht mehr nach einem Grinsen zumute. Dann wünsche ich mir einen Tag im Bett, an dem ich mir die Decke über den Kopf ziehe und niemandem begegnen möchte. Weil da irgendwo in mir ein kleiner Gedanke auftaucht, der mir weismachen will, wertlos zu sein, wenn ich nicht funktioniere. Irrational? Weiß ich. Meistens jedenfalls. Loslassen kann ich die Gedanken in diesen Akutphasen trotzdem nicht.

In guten Phasen gelingt es mir, Gedankenstopps anzuwenden oder meine Gedanken so lange weiter zu spinnen, bis ich mir tatsächlich glauben kann, dass sie nicht der Realität entsprechen. Aber selbst in diesen guten Phasen schaffe ich es meistens nicht, sie komplett loszulassen.

Loslassen. Klingt so schön einfach. Es gibt sogar ein ziemlich bekanntes Disney-Lied dazu (na? Wo sind die „Eiskönigin“ Fans?). Das erleichtert allerdings die Umsetzung auch nicht. „Einfach loslassen“ gibt es bei mir nicht. Loszulassen ist für mich ein Prozess - und der kostete mich schon so einige Nerven.

Vielleicht bin ich ja irgendwann so weit, dass es mir leicht fällt - wer weiß das schon. Vielleicht muss ich mich aber damit abfinden, dass auch die negativen Gedanken zu mir gehören und sollte stattdessen meine Methoden ausbauen, um sie besser in Schach halten zu können.. Vielleicht würde ich sogar abstumpfen, wenn ich grundsätzlich aufhörte, Dinge zu hinterfragen - auch auf die Gefahr hin, dass es Ängste in mir auslösen kann. Und vielleicht ist auch die Akzeptanz dessen eine Form des Loslassens.

Wie das Loslassen und Zulassen von Gefühlen in Zusammenhang mit Angst- und Panikattacken stehen, hat sowohl Annika thematisiert und auch in Stephanies Text soll es darum gehen. Und wie schon im Editorial erwähnt, landen beide mit ihren Gedanken und Assoziationen irgendwann bei Elsa.

Let it go!
Stephanie

Als meine Tochter ungefähr 4 Jahre alt war, zog eine, wahrscheinlich vielen Eltern bekannte, Disney Figur in ihr Kinderzimmer ein. Elsa. Von Anna und Elsa. Oder auch Frozen. Dieses blonde Wesen mit den viel zu großen Augen. Mein persönlicher Nachtschreck. Immer wieder ertönte: “let it go, let it gohoooo” aus dem Kinderzimmer. Elsa sang im Chor mit meiner kleinen Tochter. Beide wohnten nicht allzu lange im Kinderzimmer. Anna und Elsa zogen wieder aus. Meine Tochter suchte sich, zu meinem persönlichen Glück, weitaus sympathischere Untermieter für ihr Kinderzimmer. Ihr lest, ich habe ein ziemlich festes Meinungsbild zu diesen Figuren.

Als ich aber darüber nachdachte, was genau unser Wochenthema Loslassen für mich bedeutet, fiel mir die oben beschriebene Situation wieder ein. Was bedeutet dieses „let it go“, was so lautstark von Elsa besungen wird und aus vielen Kinderzimmern zu hören ist? In dem Film hat ein kleines Mädchen eine besondere Gabe. Eine Gabe, die sie mit größter Willenskraft unter Kontrolle halten muss. Denn diese Gabe ist für Andere gefährlich. Sie schränkt sich ein, führt ein Leben in Einsamkeit und Zurückhaltung. Sie hat Angst vor ihren eigenen Gefühlen. Denn ihre Gefühle führen dazu, dass sie die Kontrolle über ihre Gabe, alles in Eis zu verwandeln, verliert.

Gibt sie die Kontrolle ab und lässt ihre Gefühle zu, ist sie frei. Sie lässt los und das besingt sie dann auch. Let it go! Let it gohoo!

Vielleicht tue ich Elsa Unrecht und wir können von ihr, etwas über das Thema Loslassen lernen.

Sie versucht etwas zu kontrollieren, was eigentlich nicht gelingen kann, nämlich ihre eigenen Gefühle. Auch ihre Angst, andere zu verletzen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, das Kontrolle ein zentrales Thema bei Angst und Panik ist. Immer wenn mein Boden unter den Füßen wackelte, ein subtiler Schwindel mich überkam und mein Körper aufgrund des Adrenalin Überschusses viele total verrückte Sachen machte, wünschte ich mir nichts sehnlicher, als etwas Kontrolle zurück. Kontrolle über meine Gedanken, über die Situation, aber vor allem über meinen Körper. Aber was ich auch tat, in diesen Momenten gelang es mir oft nicht und ich fühlte mich meiner Angst völlig ausgeliefert. Hilflos, so wie Elsa.

Nach unzähligen Panikattacken bemerkte ich, dass sie gar nicht so plötzlich kamen, wie ich immer dachte. Es gab Vorboten. Im Laufe der Zeit konnte ich immer mehr dieser Vorboten identifizieren. Ich war nicht mehr ganz so hilflos, ich gewann etwas Kontrolle zurück. Dachte ich, denn das eigentliche Problem lag immer noch ganz woanders. Irgendwann fiel mir auf, dass meine Anfälligkeit für Panik und Angst steigt, wenn ich meine Emotionen nicht zulasse. Wenn ich meinen Gefühlen keinen Raum gab und versuchte sie zu kontrollieren. Sie stauten sich auf, wie der Wasserdampf in einem Kessel. Der Druck stieg, der Deckel flog, die Panik kam. Dann hieß es wieder Kontrolle adé! Sie erstarrte zu Eis und ließ mich im Stich. Wie bei Elsa.

Ich lernte meine Gefühle zu fühlen, wahrzunehmen und vor allem, sie anzunehmen. Immer mehr gelang es mir, all meine Gefühle zuzulassen. Auch die vermeintlich negativen, und ja, auch die Angst. Ich lasse die Kontrolle los, gebe meinen Gefühlen mehr Raum und biete der Angst dadurch weniger Angriffsfläche. So wie Elsa.

Ich glaube, dass Loslassen sehr viele Bedeutungen haben kann. Persönlich und individuell. Positiv und negativ. Aber im Kern geht es doch immer darum, Kontrolle abzugeben und Dinge und Gefühle so anzunehmen, wie sie sind. Mehr im Vertrauen zu sein und dadurch mehr Freiheit zu gewinnen.

Loslassen kann eine Chance sein, die zulässt, dass wir Raum schaffen, die eigenen Gefühle anzunehmen. Es kann aber auch notwendig sein, um aus einem Tief heraus zu finden. Von dieser Notwendigkeit und dem Weg, den es zu entdecken gilt, handelt unser letzter Text.

Die Erinnerung bleibt
Anne

Schon früh müssen wir lernen, loszulassen. Wenn ein Kind das erste Mal die Hand der Eltern loslässt, um seine ersten wackeligen Schritte zu tun. Voller Freude und Stolz strahlt es uns an, voller Stolz und Wehmut blicken die Eltern auf ihr, nun schon so groß gewordenes, Kind. Es ist viel mehr als nur der Schritt, den die Füße tapsig gehen. Es ist auch ein Entwicklungsschritt vom Baby zum Kleinkind. Ein Schritt, der Eigenständigkeit und Freiheit mit sich bringt. Viele kleine und große Schritte dieser Art werden folgen. Aber das Kind kann sie nur tun, wenn es selbst und wenn die Eltern loslassen.

Dieses Bild, welches ich immer mit „loslassen“ in Verbindung bringe ist ein freudiges und positives, doch es gibt, wie so meist, auch eine zweite Seite. Negativ möchte ich sie nicht nennen, vielmehr kann sie schmerzhaft sein. Und davon möchte ich euch erzählen. Von meiner persönlichen Loslass-Geschichte.

Es war im Dezember vor acht Jahren, ein kalter Wintermorgen, der mich dazu zwang, loszulassen, was ich nicht, niemals zu diesem Zeitpunkt loslassen wollte. Und es dauerte bis ins Frühjahr des darauffolgenden Jahres, bis ich es konnte. Bis ich den ersten Schritt des Loslassens schaffte. Ganz ähnlich wackelig, wie es das Kind beim ersten eigenen Schritt, ohne schützende Hand tut. Und ganz ähnlich fühlte ich mich damals.

Doch zurück zum Anfang. Im Dezember 2012 kam mein Mann bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Und es fühlte sich an, als wäre auch ich von jetzt auf gleich aus meinem bisherigen Leben geworfen worden. Ich musste mein Kind trösten, erklären, sie auffangen, als ich selber taumelte. Musste eine Beerdigung organisieren und Papierkram erledigen, mit dem ich mich, mit Ende Zwanzig, zuvor nie auseinander gesetzt hatte. Und ich wollte festhalten, meinen Mann und jede Erinnerung, jedes Gefühl, bis hin zur seiner dreckigen Kaffeetasse vom Morgen. Wollte festhalten, während ich mich durch einen zähen Nebel bewegte, auf der Suche nach Halt und nach so etwas wie Normalität und Alltag. Doch wie soll man irgendetwas finden, wenn man seine Hand vor Augen kaum sieht, nicht weiß ob man sich vor- oder rückwärts bewegt und die Umgebung nicht erkennt?

Wie ich aus diesem Nebel heraus gefunden habe und den Weg Richtung Loslassen gefunden habe, dies kann ich nicht sagen. Dieser Weg sieht für jeden anders aus und den muss jeder für sich finden. Dieser Weg nennt sich Trauer.

Auf dem Weg der Trauer, stand irgendwann das Loslassen am Rand und reicht einem die Hand. Ich habe sie genommen und gemeinsam sind wir den restlichen Weg gegangen, bis es geschafft war. Ich habe losgelassen. Traurig bin ich dennoch in manchem Moment, aber der Nebel überkommt mich nicht mehr, bei dem Gedanken an meinen Mann. Und auch die Erinnerungen sind geblieben. Auch als ich sie losgelassen habe und sie nicht mehr verzweifelt als Rettungsanker genutzt habe, denn das sind sie nicht. Erinnerungen sind einfach nur da.

Tipps der Woche

Loslassen ist keine leichte Angelegenheit - egal, ob liebgewonnene Besitztümer, innere Anspannung oder vielleicht Menschen, die einen begleitet haben. Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, die Euch hier und da eine Idee geben, wie es Euch damit leichter fällt. Vielleicht habt ihr auch noch einen Tipp für uns? Dann nehmt Kontakt mit uns auf, wo, das lest ihr unter Dies und Das. Aber jetzt erstmal zu unseren Tipps.

Put a stressful thought in the star
Wir kennen das alle, manches Problem sieht riesig aus und fühlt sich folglich auch so an. Wir sind gestresst. Eine App holt uns in unserem Gedankenuniversum ab und lässt stressige Gedanken ganz klein werden. Pixel Thoughts nimmt uns mit in eine 60 Sekunden Meditation; simpel und doch wirkungsvoll wird ein Stressgedanke fast schwerelos und wir leichter. Untermalt von Entspannungsmusik können wir loslassen. Probiert es mal aus. Die App ist kostenlos.
Pixel Thoughts

MBSR - Achtsamkeit gegen Stress
Hinter dem Kürzel MBSR verbirgt sich der englische Begriff Mindfulness-based stress reduction, also achtsamkeitsbasierte Stressreduktion. Über einen längeren Zeitraum erlernt man in einem Kurs das gezielte Stressmanagement mit Hilfe verschiedener Werkzeuge wie Meditation oder achtsamen Essens. Die Wirksamkeit dieses Konzeptes ist wissenschaftlich mehrfach bestätigt. Dabei wurden zahlreiche körperliche und psychische Faktoren untersucht: Bei den meisten Menschen sinken der Blutdruck und die Erregung des vegetativen Nervensystems. Anders formuliert: Körper und Geist kommen zur Ruhe. Das bietet die Chance, Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen besser wahrzunehmen - oder eben loszulassen.

Kurse gibt es an vielen Volkshochschulen. Jetzt, zur Corona-Zeit, wo wir unsere persönlichen Kontakte einschränken müssen, gibt es auch hilfreiche Bücher oder Apps.
MBSR-Verband Hilfreiche Achtsamkeits-Apps

Ausmisten - Zeug loslassen
Ordnung tut der Seele gut, das weiß jede*r, der in einem aufgeräumten Zimmer besser denkt oder das wunderbare Gefühl kennt, das sich einstellt, wenn man einen Sack Altkleider ausgemistet hat. Aber wie entscheiden wir eigentlich, welches Zeug wir loslassen sollen? Der Blogpost hat eine Liste guter Tipps und ermutigt: Es ist völlig ok, wenn es nicht gleich beim ersten Anlauf klappt.
Healthy Habbits

Loslassen, wenn´s am schwersten ist
Wir verharren oft sehr lange in negativen Gefühlen, halten an Beziehungen fest oder finden keinen Ausweg aus Gedankenschleifen. Das passiert uns allen und doch gibt es kein Patentrezept. Klar ist: Das tut unserer Seele nicht gut und verhindert manchmal sogar die Genesung. Was hilft, ist erstens, dass wir uns klar machen, woran genau wir festhalten, zweitens, warum wir daran festhalten und drittens, welche positiven Glaubenssätze wir uns sagen können, damit uns das Loslassen leichter fällt. Auch hier möchten wir Euch den folgenden Artikel für mehr Details ans Herz legen.
zu den Tipps

Dies und Das

Eine “Dumm gelaufen” Geschichte

Annika

Die Parkplatzsituation in meiner Wohngegend ist sehr eng bemessen, deshalb parke ich normalerweise auf einem Stellplatz. Da der Weg von dort zu meiner Haustür allerdings relativ weit ist, halte ich nach einem Wocheneinkauf manchmal auf der Straße an und bringe den Einkauf schon einmal in den Hausflur, bevor ich das Auto umparke. Das habe ich in dieser Woche auch wieder so gemacht. Als ich in den Hausflur kam, stand mein Einkauf auch noch dort - nur das Toilettenpapier fehlte. Wer weiß, wem ich damit wohl eine Freude gemacht habe… Vor allem, weil in meinem Haus fast ausschließlich sehr betagte Rentner*innen wohnen… da muss jemand sehr schnell gewesen sein.

Wollt ihr mehr “Dumm gelaufen” Annekdoten von unseren RedakteurInnen lesen? Dann haben wir da was für Euch, für all diejenigen, die unsere tägliche Ausgabe vermissen:

Wir haben einen Instagram Account. Hier könnt ihr uns jederzeit schreiben und Euch mit uns austauschen. Die “Dumm gelaufen” Geschichte von Annika und weitere findet ihr exclusive auf Instagram, jeden Dienstag. Schaut doch mal vorbei und abonniert uns. Wir sind dort 7 Tage die Woche für Euch am Start.
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Selbstwertgefühl vs. Empathie
Ganz so, ist es nicht, aber Studien belegen, dass sich Menschen in einer z.B. stärkeren, hierarchisch höheren Position schlechter in Mitarbeiter, bzw. Beschäftigte hineinversetzten und Mitfühlen können. In umgekehrter Richtung ist dies eher der Fall. Außerdem stellten die Wissenschaftler*innen fest, dass es wichtig ist, dass Menschen so, oder ähnlich wahrgenommen werden, wie sie sich selbst wahrnehmen, auch wenn ihr Selbstbild eher negativ ist. Vor allem die Bestätigung des eigenen Selbstbildes war für die Probanden von Bedeutung.
Spektrum

Die Deutschen und die frische Luft
Von wissenschaftlicher Seite wird uns nahegelegt möglichst häufig zu lüften, damit die sich im Raum befindenden Aerosole, auf einem möglichst niedrigen Niveau gehalten werden. Das sollte für uns kein Problem sein, denn es scheint, als sei das Lüften eine deutsche Leidenschaft, wie sich aus der Begriffsvielfalt schließen lässt. Stoßlüften, Querlüften… In vielen anderen Ländern völlig unbekannte Begriffe. Zeit für einen Einblick in die kolumbianische, britische und bapanische Lüftungskultur.
Deutschlandfunk Nova

Seepferdchen und Nachrichten
Wie können wir mit der Nachrichtenflut dieser Tage umgehen? Wir versuchen, euch mit unserem Format dabei schon ein wenig zu unterstützen. Und wenn wir uns doch in die Gewässer der klassischen Nachrichten begeben, wie verhindern wir, dass wir in den Nachrichten Strudeln und dem darauffolgenden Gefühlswirrwarr, welches diese häufig unbewusst in uns auslösen, untergehen? Und was hat Schwimmtraining mit gesundem Nachrichtenkonsum zu tun? Dies könnt ihr nachhören bei
Deutschlandfunk Nova

„Wenn du etwas loslässt,

bist du etwas glücklicher.

Wenn du viel loslässt,

bist du viel glücklicher.

Wenn du ganz loslässt,

bist du frei. „

(Ajahn Chah)

Damit wünschen wir euch eine gute Woche. Bleibt uns treu.

Euer angstfrei.news Team

Kleine Erinnerung
Wir freuen uns sehr, wenn ihr dieses neue Format mit einem Extra-Feedback bedenkt, nur so können wir lernen. Vielen Dank!

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