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Mittwoch, 5. August 2020 | 8 Uhr

Anne

Einen schönen guten Morgen euch allen,

frisch aus dem Urlaub möchte ich euch im heutigen von Mensch zu Mensch genau dorthin mit zurück nehmen. Zuvor geht es in den Nachrichten jedoch unter anderem um Schule, Fußball und Konserven.

Einen schönen Tag wünschen euch Anne und das Team von angstfrei.news.

Übrigens: Wir nehmen unser Motto ernst: Angst hat eine Stimme - Deine. Wir sind ein Team von Freiwilligen und schreiben über unsere Angst-, Lebens- und Alltagserfahrungen, ohne ein Richtig oder Falsch, oft mit Verstand und immer mit Herz. Wir freuen uns über dich in unserem Team. Trau dich einfach und schreib uns eine Mail an angstfrei.news@gmail.com.

Die gute Nachricht des Tages

Städte neu denken
Der Juniorprofessor für Landes - und Stadtentwicklung an der RWTH Aachen, Jan Bolivia, sieht in der Corona Krise Chancen den Städtischen Raum neu zu denken. Auch in der Vergangenheit hätten Pandemien Neuerungen in den Städten hervorgebracht. So wurde 1892 in Hamburg, aufgrund einer Cholera- Epidemie das Trinkwasser gefiltert, was der erste Ansatz des heutigen Wassermanagements war. So sieht er auch jetzt Möglichkeiten sowohl die Arbeitsplätze und Großraumbüros neu zu denken, als auch in den Innenstädte neue Plätze und Möglichkeiten für Kunst und Kultur zu schaffen. Es gehe darum alte Strukturen umzuwandeln um einen vielfältigen Nutzen zu schaffen.
Deutschlandfunk

Die Nachrichtenlage

Schulbetrieb, Länder sind uneins
Zum Schulbeginn, nach den Sommerferien gehen die Länder, was die Maskenpflicht betrifft unterschiedliche Wege. Viele Länder planen eine Maskenpflicht auf dem Schulgelände, insbesondere auf den Gängen, so u.a. Hamburg, Brandenburg, Berlin, Bayern, Niedersachsen und Baden Württemberg. Im Unterricht soll es dort jedoch keine Maskenpflicht geben. In Mecklenburg- Vorpommern gilt dies für Schülerinnen ab der 5. Klasse. In Nordrhein- Westfalen hingegen sollen die Schülerinnen der weiterführenden Schulen auch während des Unterrichtes eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) mahnt sogar, dass bei dauerhaften Verstößen gegen diese Auflage auch ein Schulverweis, oder ein vorübergehender Schulverweis möglich wären.

Generelle Kritik zu der Rückkehr zum Präsenzunterricht kommt von Seiten der SPD und den Lehrergewerkschaften. Sie halten die Schulöffnungen, auch Aufgrund der derzeit steigenden Infektionszahlen für Risikoreich und finden das Konzept zu wenig durchdacht.
Tagesschau | dpa

DFL legt Konzept vor
Die Deutsche Fußballliga hat sich gestern auf ein Konzept geeinigt, wie künftig Fußballspiele mit Zuschauern stattfinden können. Dieses sieht vor, dass es zunächst nur personalisierte Onlinetickets gibt, um mögliche Infektionsketten zurückverfolgen zu können. Außerdem soll ein Alkoholverbot im Stadion herrschen und es sind keine Stehplätze vorgesehen. Dies gilt zunächst bis zum 31.10.2020. Auf den Ausschluss von Gästefans einigte man sich schon bis zum 31.12.2020. Wie die Hygiene- und Sicherheitskonzepte konkret aussehen obliegt den einzelnen Clubs. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert wies darauf, dass diese Maßnahmen nur zur Zeiten der Pandemie gelten sollen. Kritik kam von Seiten des Fanbündnis Unsere Kurve, die es zu Pandemie-Zeiten und steigenden Infektionszahlen für unvernünftig halten zu Fußballspielen mit Zuschauern zurückzukehren. Außerdem mahnten sie bei personalisierten Tickets den Datenschutz an und fordern klare Regelungen.
dpa

Konservenfabrik unter Quarantäne
In einer Konservenfabrik in Mammingen in Bayern wurden 166 Beschäftigte positiv auf Covid-19 getestet. Daraufhin wurde der ganze Betrieb, mit allen rund 600 Mitarbeiter*innen, unter Quarantäne gestellt. Am Wochenende waren bereit 43 Infizierte gemeldet worden. Auch 232 Erntehelfer eines Bauernhofes hatten sich zuvor infiziert. Der nun vorerst geschlossen Konservenhersteller wurde von diesem Hof beliefert. Aus dem Grund geht man derzeit davon aus, dass es sich um nur einen Infektionsherd handelt und hofft durch die Maßnahmen eine weitere Ausbreitung in der rund 3.000 Einwohner großen Gemeinde verhindern zu können.
Bayrischer Rundfunk

Ärzteverband - Strategischer in die zweite Welle
Nach Aussage der Verbandsvorsitzenden des Ärzteverbandes Marburger Bund, Susanne Johna, befindet sich Deutschland bereits in einer zweiten, jedoch flacheren Anstiegswelle, auch wenn die Zahlen der Neuinfektionen geringer seien als zu Beginn der Pandemie. Die Krankenhäuser seien auf diese zweite Welle gut Vorbereitet und haben ein gestuftes Konzept für die Intensivstationen. Johna mahnte jedoch die bisherigen Erfolge nicht zu verspielen und sich weiterhin an die bestehenden Hygiene- und Anstandsregeln und vor allem die Maskenpflicht zu halten.
Augsburger Allgemeine Zeitung

Reisewarnung für die Türkei zum Teil aufgehoben
Das Auswärtige Amt gab gestern bekannt, dass die Reisewarnung für die Provinzen Antalya, Izmir, Aylin und Mugla nicht mehr bestehe. In diesen Regionen sind die Infektionszahlen gering und das Tourismus-und Hygienekonzept wird dort gut umgesetzt. Rückreisende aus diesen Provinzen müssen jedoch 48 Stunden vor der Reise einen Coronavirus-Test durchführen.
Deutschlandfunk

Corona in Zahlen
In Deutschland sind 261.762 Menschen als infiziert getestet worden (Stand: 15.09.2020 00:00 Uhr, Quelle: RKI), das sind 1.407 Personen mehr als am Tag zuvor.

Warum diese Zahlen? Wir zitieren hier die offiziellen Zahlen des RKI, diese werden einmal täglich – immer um Mitternacht – vom RKI aktualisiert und um 10 Uhr morgens online veröffentlicht. Und warum gibt es hier nicht mehr davon? Es ist wichtig, die aktuell angeratenen Verhaltensweisen zu befolgen, das wissen wir alle. Zahlen über Neuerkrankte helfen uns dabei nicht. Achtet aufeinander und haltet Distanz.

Gesundheitsticker: 21.542.477 Menschen sind weltweit wieder genesen, das sind 262.284 Personen mehr als gestern Früh. Davon 239.100 in Deutschland (Stand: 16.09.2020 04:43 Uhr, Quelle: Worldometers).

Tipp des Tages

Urlaubsfeeling
Die derzeitigen Wetterdaten versprechen eine heiße Restwoche und auch das Wochenende verspricht Temperaturen über 30°. Unter anderen Umständen würde man vermutlich an den nächsten See, zum nächsten Freibad fahren. Da die E-Tickets für Schwimmbäder rar sind und man sich eventuell auch nicht wohl fühlt bei dem Gedanken ein ebensolches zu besuchen gibt es hier eine Alternative für daheim.

Okay, es ist nicht wirklich Schwimmbadfeeling oder gar Strandurlaub, aber es erfrischt und erlaubt einen Moment der Ruhe. Das gute alte Fußbad. Wenn vorhanden, ab auf den Balkon und die Füße in einen Eimer, Wanne, oder ähnlichem mit kaltem Nass. Natürlich gut eingecremt an einem schattigen Plätzchen. Auch ein Kaltgetränk darf an solchen Tagen nicht fehlen. Aber mit einem Glas kühlem Sprudelwasser, versetzt mit einem Stück Limette oder Zitrone und frischer Minze kann man so den Moment ganz gut genießen. Noch die passende Musik auflegen und entspannen.

360° - Von Mensch zu Mensch

Sommerferien
von Anne

Nun sind nicht nur wir zurück aus der Sommerpause, auch die Sommerferien neigen sich in NRW dem Ende zu. Und ich bin froh.

Die Ferien in diesem Jahr waren anders als sonst und für uns kamen sie vor allen Dingen viel zu früh. Hatten wir hier doch gerade mal zwei Wochen regulären Präsenzuntericht in den Grundschulen, dann war der mühsam errungene Alltag wieder Geschichte. Und eigentlich sind die Ferien ja genau dazu da. Den Alltag mal hinter sich lassen. Doch für uns persönlich - und ich vermute ich/wir sind da nicht alleine - kam das jetzt zur falschen Zeit.

Wieder musste alles neu organisiert werden, war doch bis unmittelbar vor den Ferien noch nicht klar, ob und wie eine Ferienbetreuung stattfindet. Und ohne geht es bei uns nicht. Ich arbeite in einem Beruf, in dem Homeoffice nicht möglich ist, 6 Wochen Urlaub jedoch auch nicht.

Aber irgendwie hat es funktioniert. Irgendwie funktioniert es dann doch immer.

Und dann sind wir tatsächlich kurzfristig weg gefahren.

Ich war mit meiner Tochter ein paar Tage in Hamburg. Es war schon eigenartig und ein komisches Gefühl begleitete uns.

Diese Stadt, in der ich zu Studienzeiten so manches Wochenende gefeiert hatte, nun unter diesen Umständen zu besuchen, war befremdlich. Zu sehen, dass viele der damaligen Anlaufstellen, sprich Kneipen und Veranstaltungsorte noch und bis auf weiteres geschlossen hatten. St.Pauli, Karoviertel mit Abstand, komische Sache. Aber feiern war ja eh nicht geplant.

Dann saßen wir abends an der Landungsbrücke 10. Die Elbe vor uns und St. Pauli im Rücken. Vor- und/oder nach dem Feiern… damals war dies für mich immer ein Ort der Ruhe. Und unweigerlich ging mir durch den Kopf, ob meine Tochter wohl mal an einem dieser Orte feiern wird, die nun geschlossen waren. Ob sie Corona überdauern. Welch sentimentaler Gedanke. Die Zeiten ändern sich, die Gesellschaft ändert sich, so auch Orte der Kunst, Kultur und des abendlichen Zusammenkommens. Wir werden sehen.

Zum Urlaubsabschluss, wieder zurück in Köln besuchte ich tatsächlich ein Konzert. Ich hatte lange überlegt, ob ich es wagen sollte, oder lieber nicht. Ist es vernünftig so eine Veranstaltung zu besuchen? Kann ich das verantworten? Aber andere fliegen in Risikogebiete, da kann doch ein Konzert nicht so schlimm sein…. So diskutierte mein Gewissen mit meinem Bedürfnis nach Live-Musik.

Ich ging hin. Und ich war aufgeregt wie vor meinem ersten Konzert, damals mit 11 oder 12. Immer wieder fragte ich mich, ob es das wert sei. Rock’n Roll ist doch keine Sitzveranstaltung. Ob das unter den Umständen überhaupt ein gutes Konzert sein könnte…

Und dann saß ich im Tanzbrunnen. Die Stimmung war gut, alle ein wenig aufgeregt und nervös. So wie ich auch.

Alle hielten sich ganz wunderbar an die Abstands- und Hygieneregeln. Es wurde nicht mitgesungen, dafür aber um so mehr geklatscht. Es wurde nicht gemoscht, dafür mit voller Inbrunst mit dem Fuß gewippt. Und ich stellte fest, Rock geht auch im Sitzen. Wenn man nur will.

Ich hatte den Eindruck das alle - Publikum, Künstler und Band so dankbar waren, diesen Abend gemeinsam verbringen zu dürfen. Wie junge Welpen, wie Kinder an der Einschulungsfeier. Niemand wollte etwas falsch machen, damit uns diese Möglichkeit, zusammen Kunst und Kultur zu genießen, nicht wieder verloren geht. Diese unbändige Freude schaffte eine Gänsehaut und das bei hochsommerlichen Temperaturen von über 30°.

Und dann ein letztes Lied. Mein Lieblingslied. „Ein Satellit sendet leise“

Danke!

daz - die angst zeitschrift

Dies & Das

Meine Arkadien
In dieser Reihe berichten Schriftsteller*innen über Orte an dene sie sich wohlfühlen, an dene sie besonders gut schreiben können, oder nach denen sie sich sehnen. Wer mal z.B. mit Helga Schubert in ihre Erinnerungen eintauschen möchte, zurück in die Hängematte im Garten der Großmutter kann dies hier tun.
Deutschlandfunk Kultur

Mädelsabende
Auf diesem Instagram Kanal geht es diese Woche um das große Thema Therapie und psychische Erkrankungen. Unter dem Motto “ Therapie ist kein Tabu” wird von verschiedenen Blickwinkeln aus das Thema beleuchtet.
Instagram - Mädelsabende

Zum Abschluss möchte ich euch noch ein Zitat von Alicia Keys mit auf den Weg geben, welches ich kürzlich gelesen habe.

Alles, was du sein willst, bist du schon. Du bist einfach auf dem Weg, es zu entdecken.>

Frau TV - Facebook

Und vielleicht können wir ja ein Stück weit den Weg gemeinsam gehen und uns entdecken. Wenn du bei uns mitmachen möchtest, trau dich einfach und schreibe an angstfrei.news@gmail.com. Egal, ob du einen Gastbeitrag veröffentlichen, manchmal aushelfen oder regelmäßig dabei sein möchtest: Wir freuen uns auf dich!

Einen schönen Tag wünschen euch Anne und das ganze Team von angstfrei.news!

Gerne hören wir über das Feedbackformular von euch. Ihr wollt unsere Arbeit unterstützen: Spenden und Fördermitgliedschaft bei der Deutschen Angst-Hilfe e.V.

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