Foto: Roland Rosinus

 

 

“Ich muss nichts im Griff haben. Ich habe am Leben noch keinen Griff gesehen.”

Zur Verabschiedung unseres langjährigen Unterstützers Roland Rosinus 

Zum Jahresende verlässt der langjährige Unterstützer und ehrenamtliche Mitarbeiter Roland Rosinus die Deutsche Angst-Hilfe e.V. Über 20 Jahre lang hat er den Verein vom Saarland aus mit seinen originellen Ideen und unkonventionellen Texten bereichert. Insgesamt stehen 85 Facebook-Posts – mit unzähligen „Gefällt mir“-Angaben – und zahlreiche Artikel in der Angst-Zeitschrift (daz) zu Buche. Als Peer-to-peer Online-Berater der DASH hat er in über 400 ehrenamtlichen Beratungsstunden (und bis Jahresende werden es noch mehr) vielen Menschen ein liebevolles Gegenüber geschenkt und wertvolle Hilfe vermittelt. Er konnte dabei immer aus seinen eigenen Erfahrungen schöpfen. Ein kurzer Rückblick auf seinen „Werdegang“.

12.11.2022 – Deutsche Angsthilfe e.V.

Roland war 43 Jahre lang Polizist. Ein Mann, der mitten im Leben steht und seine Pflicht tut. Bis ihn, aus heiterem Himmel, mitten im Dienst, eine Panikattacke überfällt – mit Schwindel, Zittern und Todesängsten. Der Arzt kann nichts finden, was die Situation nicht verbessert. Die Angstspirale beginnt sich zu drehen – Sorgen um die berufliche und private Zukunft, Katastrophengedanken, noch mehr Ängste und Panikattacken, Vermeidung, Rückzug in die scheinbar sicheren eigenen vier Wände, Angst vor der Angst. Doch dann der Gedanke: So kann es nicht weitergehen, ich muss etwas tun!

Eine stationäre Verhaltenstherapie und die Unterstützung seiner Frau bringen ihn wieder auf die Beine. Er erkennt die Ursachen seiner Angst: Immer für andere da sein, nicht auf sich selbst schauen, immer brav sein und es allen recht machen wollen, nicht Nein sagen können („mein Sprachfehler“). Roland stellt sich der Angst und redet mit ihr: Warum bist du zu mir gekommen? Die Angst antwortet: Du sollst dein Leben überdenken, deine Verhaltensweisen, deine Einstellungen, du solltest dich selbst mehr lieben! Es dauert, bis er die Botschaft der Angst versteht, die ihm den Spiegel vorhält. Doch schließlich kann er sagen: Danke Angst, dass du da warst!

Damit beginnt das zweite Leben des Roland Rosinus. Des Rolands mit Ecken und Kanten, der auch mal aneckt, wenn die Umwelt seine Grenzen überschreitet, der dafür aber authentisch ist. Und des Rolands mit dem trockenen Humor, der nicht immer gut ankommt – aber das ist das Problem der anderen. Roland fängt an, Bücher zu schreiben – demnächst erscheint sein drittes Buch -, hält Vorträge über seine Sicht der Angst in ganz Deutschland und erstellt seine eigene Website. Sein wichtigstes Ziel: Die Angst aus der Tabu-Ecke holen. Für Angst muss sich niemand schämen, im Gegenteil, gerade das „Was-sollen-die-andere-denken-Syndrom“ ist ein Grund für das Weiterbestehen der Angst. „Ich bin der Chef meiner eigenen Erkrankung“, lautet sein Grundsatz. Er will den Menschen Mut machen, sich der Angst zu stellen und sie zu akzeptieren. Nicht die Angst überwinden kann das Ziel sein, sondern sie zu einer Freundin machen (siehe aus Rolands zweitem Buch: Ein Interview mit der Angst).

Roland sieht sich selbst als Mutmacher, als „Lichtarbeiter“. Er ist kein Therapeut oder Wissenschaftler. Er will Anregungen geben, keine Heilswege verkünden. In seinen Büchern spricht er nur von seinen eigenen Erfahrungen und seinen persönlichen Schlussfolgerungen, das aber mit radikaler Ehrlichkeit. So will er die Leser auffordern, ihren eigenen Weg zu gehen und gibt dazu allerlei Hilfestellungen.  Und wie der Erfolg seiner Bücher zeigt, kommt diese Mischung bei den Menschen gut an. 

Die Deutsche Angst-Hilfe wünscht Roland bei seinen weiteren Projekten das Allerbeste und sagt zum Schluss: Danke, Roland, dass du bei uns warst!

Bücher von Roland Rosinus

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