Ich bin nicht nur …

Anne erklärt uns, dass ein Mensch so vieles mehr ist als nur seine Angst.

Wie fühlt sich eine Panikattacke an? Wie lebt man mit einer sozialen Phobie? Und welche Therapie hilft nach einem Burnout? In unserer Rubrik “Erfahrungsberichte” erzählen Betroffene aus ihrem Leben mit Angst und Panik. Es sind persönliche Geschichten – von Menschen und ihrem Weg durch die Angst.

Autorin: Anne Reifferscheid, Mitarbeiterin der angstfrei.news

Ich habe viele Facetten

Ich bin Mutter, ich liebe meine Kinder und kümmere mich, jederzeit. Aber ich bin nicht nur Mutter. Ich bin vieles mehr.

Ich bin Augenoptikerin. Ich mache meinen Job sehr gerne und, wie ich glaube, auch gut. Aber ich bin nicht nur Augenoptikerin. Ich bin vieles mehr.

Ich bin Redakteurin und ich genieße es zu schreiben. Aber ich bin nicht nur Redakteurin. Ich bin vieles mehr.

Ich engagiere mich im Klimaschutz, weil mir das Thema am Herzen liegt. Aber ich bin nicht nur Klimaaktivistin. Ich bin vieles mehr.

Ich bin Musikfreak. Ich brauche Musik, als Soundtrack zum Alltag, als Stütze, als Stimmungsbild. Aber ich bin nicht nur Musikhörerin. Ich bin vieles mehr.

Ich bin organisiert. Ich brauche das, um meinen Alltag hinzubekommen, mit all den Terminen, dem Job und dem, was sonst noch passiert. Aber ich bin nicht nur organisiert. Ich bin vieles mehr.

Foto: Quelle: Unsplash.com/ Nadia Jamnik

Niemand möchte nur auf die Angst reduziert werden.

Anne Reifferscheid

Ich bin chaotisch. Weil es manchmal der Alltag mit sich bringt, organisiertes Chaos. Aber ich bin nicht nur chaotisch. Ich bin vieles mehr.

Ich bin schüchtern. Oft halte ich mich erst mal zurück und möchte mein Gegenüber ein wenig kennenlernen, eh ich etwas von mir preisgebe und aus mir rauskomme. Aber ich bin nicht nur schüchtern. Ich bin vieles mehr.

Ich bin offen und selbstbewusst und lerne gerne neue Menschen kennen und komme mit ihnen ins Gespräch, um neue Sichtweisen und generell Neues kennenzulernen. Aber ich bin nicht nur selbstbewusst und offen. Ich bin vieles mehr.

Ich bin laut und wild, singe und tanze, wenn es sich ergibt auch mal im Regen auf der Straße dieser lauten Stadt. Aber ich bin nicht nur laut und wild. Ich bin vieles mehr.

Ich bin leise und ruhig, genieße die abendliche Ruhe mit einem (guten) Buch. Aber ich bin nicht nur leise und ruhig. Ich bin vieles mehr.

Ich bin gerne in Gesellschaft und quatsche oder feiere mit Freunden und welchen, die es werden könnten. Aber ich bin nicht immer gerne in Gesellschaft. Ich bin vieles mehr.

Ich bin gerne alleine, mit mir und meinen Gedanken. Aber ich bin nicht immer gerne alleine. Ich bin vieles mehr.

Fazit

Niemand ist nur das, was er*sie zu sein scheint. Wir sind alle vieles mehr und niemand möchte nur auf eine Sache reduziert werden. Etwa nur über das Mutter-Dasein und die Kinder sprechen.

Und niemand möchte nur auf die Angst reduziert werden, nicht nur über die Angst definiert werden.

Es lohnt sich, sich dies von Zeit zu Zeit bewusst zu machen. Uns anzunehmen mit all dem, was wir sind. Mit allen Ambivalenzen und Widersprüchen. Denn nur eines ist sicher, wie wir sind. Die Summe dessen, was wir sind, was wir waren, was wir sein werden und noch vieles mehr.

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