Stress – körperlich gesehen

Überschrift H2

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Autor: Bernhard Beller

Überschrift

Stress stellt für den Körper eine Ausnahmesituation dar, in der kurzfristig alle Kräfte auf die Lösung einer aktuellen Krise bzw. die Neuanpassung an eine veränderte Situation konzentriert werden. Stress ist physiologisch gesehen ein geplant herbeigeführter Zustand des Ungleichgewichts zwischen den einzelnen Funktionen des Körpers.

Geht eine akute Stresssituation schnell vorüber, kann der Hypothalamus die Alarmreaktionen über den Parasympathikus (den Gegenspieler des Sympathikus) ebenso schnell zurückregulieren. Bleibt der Alarmzustand jedoch aufrecht (chronischer Stress), erfolgt über den Sympathikus eine ununterbrochene Mobilisierung des Körpers. Es wird ständig Energie bereitgestellt, die aber nicht in Aktivität umgesetzt wird, was zu einer Dauererregung führt.

Es ist klar, dass Maßnahmen, die für den Notfall gedacht sind, nicht zu einem Dauerzustand werden können, ohne dass es langfristig zu Überlastung, zu Problemen und Schäden an den beteiligten Körpersystemen kommt. Stress, der zu lange dauert (chronischer Stress) oder der zu intensiv einwirkt (traumatischer Stress), bringt den Körper aus dem Takt, ein System nach dem anderen wird in Mitleidenschaft gezogen und geschädigt. Die Probleme treten insbesondere an den Organsystemen auf, denen die Stressreaktion besonders viel Energie zur Verfügung stellt (dem Herz-Kreislauf-System, den Muskeln, dem Stoffwechsel) und an denen, die Energie entzogen bekommen (Verdauung, Immunsystem, Sexualität). Die einen werden überbeansprucht, die anderen unterversorgt.

Stressbedingte organische Erkrankungen: Ein Überblick

Stress zeigt sich zunächst in funktionellen Störungen einzelner Organsysteme, also Befindlichkeitsstörungen, die noch keine organischen Veränderungen beinhalten. Man kann diese als die eigentlichen körperlichen Stresssymtome bezeichnen. Dazu gehören beispielsweise: Verspannungen, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Herzklopfen, Übelkeit, Schlafstörungen, Zittern, Schwindel, Unruhe, Erschöpfung.

Hält der Stress weiter an, kann es mit der Zeit auch zu dauerhaften, oft irreversiblen organischen Schäden an verschiedenen Organsystemen kommen

Die Stresshormone führen zu einem erhöhten Blutdruck, der die Gefäßwände angreift. An diesen Stellen setzen sich Fett und Kalk fest (Plaques), die die Gefäße verengen (Arteriosklerose), was zu Durchblutungsstörungen führt. Außerdem schädigt der hohe Blutdruck den Herzmuskel. Losgerissene Plaques können Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen.

Die Muskeln des ganzen Körpers stehen unter Daueranspannung, was Schmerzen und andere Störungen nach sich zieht, z.B. Kopfschmerz und Migräne bei Verspannung der Kopfmuskulatur, Bruxismus (nächtliches Zähneknirschen) bei Verspannung der Kiefermuskeln. Auch chronische Muskelschmerzen (Fibromyalgie) können durch Stress bedingt sein.

Bei Stress wird vermehrt Zucker ins Blut abgegeben. Das Risiko für Diabetes mit dessen Folgeerkrankungen (etwa für Gefäße, Augen und Füße) steigt.

In der Stressreaktion wird dem Magen Blut entzogen, was die Magenschleimhaut für Krankheiten anfällig macht (Magenentzündung, Magengeschwüre). Auch der Appetit kann betroffen sein mit der Folge von Gewichtsabnahme, andererseits kann es zu vermehrtem Appetit kommen (wenn der Körper seine Reserven schlecht verwerten kann und mehr Nahrung fordert) und damit zu Gewichtszunahme führen.

Besonders dramatisch sind die Folgen für das Immunsystem. Da dieses besonders viel Energie verbraucht, wird es in seiner Aktivität durch Cortisol gedrosselt, insbesondere die Produktion von T-Lymphozyten und Killerzellen. Als Folge können Krankheitserreger nicht mehr genügend bekämpft werden, es kommt zu einer höheren Infektanfälligkeit, bestehende Krankheiten verschlimmern sich.

Die Gefahr eines Auftretens von Autoimmunerkrankungen oder Allergien steigt. Das geschwächte Immunsystem kann auch weniger gegen Krebszellen vorgehen, was die Entstehung von Krebs begünstigt.

Alle mit Fortpflanzung zusammenhängende Vorgänge werden gedrosselt bis hin zur Hemmung der Geschlechtshormone mit der Folge von Unfruchtbarkeit.

Stress kann die Produktion von Wachstumshormonen hemmen, was bei Kindern zu Kleinwuchs führt. Stress nimmt auch Einfluss auf die Chromosomenenden (Telomere) während der Zellteilung und kann so die Zellalterung beschleunigen, was sich z.B. in Form faltiger Haut und brüchiger Haare zeigt. Intensiver traumatischer Stress kann sogar unmittelbar zum Tod führen (sogenannter Stresstod oder psychogener Tod).

Fazit:

Wichtig ist: Zu welcher Erkrankung es stressbedingt kommt, ist meist auf eine genetische Veranlagung oder eine erworbene Anfälligkeit zurückzuführen. Oder anders gesagt: Der Körper „bricht“ an seiner schwächsten Stelle.

Foto: Simone Naumann

Autor

Bernhard beller

ist freier Autor und Redakteur des Online-Magazins daz.digital und des Print-Magazins daz.

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