Online-Plattform für junge Menschen mit Angststörungen
27.01.2012
Die einfache Spielweise von Browsergames, die leichte Kontaktaufnahme in sozialen Netzwerken und kompetente Onlineberatung durch Sozialpädagogen – das alles vereint das Projekt „Facing Faithless“ von Studierenden der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Ein interdisziplinäres Team arbeitet gemeinsam an der E-Health-Plattform. Zielgruppe des Spiels sind Jugendliche und junge Erwachsene, die unter Sozialphobie leiden und bisher keine Therapiemöglichkeiten wahrnehmen. Betroffenen, die unter Angstzuständen beim Zusammentreffen mit anderen Menschen leiden, kann das Spiel eine erste Anlaufstelle sein. Spielerisch heilen mit einem Avatar.
Die ratsuchenden Nutzer schlüpfen in die Rolle eines Online-Charakters, den es im Laufe des Spiels weiterzuentwickeln gilt. Gemeinsam mit dem Avatar müssen die Spielerinnen und Spieler Aufträge bearbeiten und dabei Alltagsprobleme lösen. Sie werden von erfahrenen Community-Mitgliedern unterstützt. Bei Bedarf stehen reale Sozialpädagogen als Online-Streetworker mit Rat und Tat zur Seite. Als stabilen Schutz- und Freiraum, gekoppelt mit seriösen Beratungsmöglichkeiten möchten die Jenaer Studierenden ihr Projekt etablieren. Das Besondere an der Plattform: Nicht der Nutzer selbst, sondern sein Avatar wird beraten. Damit sollen mögliche Berührungsängste abgebaut werden. Seit Mitte 2011 arbeiten die Studierenden bereits an der Umsetzung des Projektes und führten mehrere begleitende Seminare für Kommilitonen und Multiplikatoren durch. Ende September präsentierte das Team die Idee erstmals öffentlich bei der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Systemische Soziale Arbeit (dgssa) in Jena. Noch in diesem Jahr soll eine Testversion des Spiels fertig sein. Eine erste Online-Version ist für Mitte des nächsten Jahres geplant.
„Facing Faithless“ ist Gewinner beim Wettbewerb für Studierende „Was macht gesund?“ im Wissenschaftsjahr 2011 – Forschung für unsere Gesundheit und wurde mit 10.000 Euro für die Umsetzung prämiert. Das Wissenschaftsjahr Gesundheitsforschung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam mit der Initiative Wissenschaft im Dialog sowie zahlreichen Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur ausgerichtet.
Kontakt: Dr. Jörg FischerInstitut für Erziehungswissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena Am Planetarium 4, 07743 Jena Tel.: 03641 / 945393 E-Mail: fischer.joerg[at]uni-jena.de
"SophoPrax"-Studie zur Therapie der Sozialen Phobie
10.11.2011
Die TU Dresden hat auf der Website der „SophoPrax“-Studie umfassende Informationen zum Krankheitsbild der Sozialen Phobie online gestellt. Anhand eines kleinen Tests können Interessierte herausfinden, ob sie eventuell davon betroffen sein könnten.
Das Studienteam bietet Betroffenen aus dem Raum Dresden, Radeberg, Freiberg, Zschopau oder Chemnitz die Möglichkeit, sich in der Institutsambulanz und Tagesklinik für Psychotherapie der TU Dresden von spezialisierten Therapeuten behandeln zu lassen. Die Behandlung ist als Einzeltherapie angelegt und umfasst 25 Therapiesitzungen, die von den Krankenkassen bezahlt werden. Auch für Personen aus dem Raum Göttingen, Frankfurt (Main), Marburg und Fulda besteht die Möglichkeit, im Rahmen der Studie eine Therapie zu erhalten.
Nähere Informationen und die Kontaktdaten finden sich auf der Seite:
Ludwig-Maximilians-Universität München sucht Teilnehmer für Studie zur Sozialen Phobie im Jugendalter
17.03.11
Im Rahmen einer groß-angelegten und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Studie soll nun an der Ludwig-Maximilians Universität - in Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität Gießen - die Wirksamkeit zweier psychologischer Behandlungskonzepte für die Soziale Phobie im Jugendalter (SophoYou) verglichen werden. Weitere Studienstandorte sind Göttingen, Heidelberg und Frankfurt.
Ziel der Studie ist es, die Wirksamkeit der Behandlungskonzepte im Jugendalter im Vergleich zu einer Warteliste nachzuweisen und herauszufinden, ob für bestimmte Jugendliche und junge Erwachsene mit gewissen Symptomen das eine Verfahren besser geeignet ist als das andere.
Die neue Ausgabe der DAZ (Deutsche Angst-Zeitschrift), Heft 51 ist erschienen!
Schwerpunkt des neuen Heftes ist diesmal das Thema "Zwangshandlungen & Zwangsgedanken, Teil II". Die theoretischen Grundlagen und praktische Tipps zu dieser Spezifischen Angststörung sowie weitere interessante Themen sind in diesem Heft zu finden.
Noch mehr über die DAZ und wie sie bezogen werden kann unter
Sie kann lähmen und krank machen: Es gibt hunderte Gründe, warum sich Menschen fürchten – auch an Halloween. Ein Münchner Verein hilft Betroffenen, mit ihren Problemen umzugehen.
Bayerisches Fernsehen sucht Betroffene mit Herzneurose für Interview
09.11.10
Liebe Angst-Betroffene,
Ich bin Medizinjournalistin im Bayerischen Fernsehen und wir suchen für einen Hintergrund und Aufklärungsbericht zu Thema "Herzneurose/ Herzphobie" für unser Magazin "Gesundheit" im Bayerischen Fernsehen betroffene Patienten aus Bayern, die uns im Interview berichten vom Leben mit dieser Störung berichten können und auch erzählen können, was man dagegen tun kann, was hilft. Häufig haben Menschen wie Sie ein Odyssee an Arztbesuchen hinter sich, da die Symptome der "Herzneurose/ Herzphobie" für den Betroffenen real und sehr bedrohlich sind. Doch es gibt auch Hilfe, wenn der- oder diejenige erkant hat, was hinter der Krankheit steckt.
Bitte melden Sie sich bei uns.. Wenn Sie sich angesprochen fühlst und uns helfen mögen über diese Krankheit aufzuklären. Der Zeitaufwand und der Drehtag werden vergütet.
Wir möchten jedenfalls ernsthaft darüber berichten und falls Sie sich angesprochen fühlst, bin ich erreichbar unter:
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Telefon: 091 95/92 163 10 oder Mobil 0172/630 45 86
Vielen Dank für Ihre Mithilfe! Viele Grüße von
Annette Bögelein Journalistin/ Autorin/ Regisseurin Im Auftrag von ARD/BR/3sat/Arte
"Deutsche Angst-Zeitschrift" Heft 49 + 50 sind da!
28.08.10
Die neuen Ausgaben der Deutsche Angst-Zeitschrift daz, Heft 49 und 50:
Weiteres über die Angst-Zeitschrift und wie sie bestellt werden kann unter
Bayerischer Rundfunk sucht Betroffene für Fernsehdokumentation
14.10.10
In der Sendung "Faszination Wissen" greift das Bayerische Fernsehen das menschliche Urgefühl Angst auf. Dafür suchen wir noch Betroffene, die bereit sind, über ihre Geschichte mir der Angst zu sprechen - in Vorgesprächen aber auch vor der Kamera. In einer halbstündigen Dokumentation wollen wir einerseits die subjektive Sicht von Betroffenen zeigen, die einen Weg gefunden haben, mit ihrer Angst zu leben. Andererseits berichten wir über neueste Forschungen zur Entstehung von Angst und zur Behandlung von Angststörungen.
Wenn Sie sich vorstellen können, von Ihren Erfahrungen zu erzählen, dann kontaktieren Sie mich bitte unter
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
oder 0178-3935325
2. Münchner Woche für seelische Gesundheit
21.09.10
Wir sind dabei!
Die Münchner Angst-SelbstHilfe MASH ist auf der 1. Münchner Messe für seelische Gesundheit am 10. Oktober 2010 im „Roten Würfel“ der Hochschule München (Lothstr. 64) vertreten.
Wir freuen uns auf Euren Besuch!
Fälle für TV Reportage gesucht
17.09.10
Wenn der Alltag nicht mehr alltäglich ist, dann ist 30 Minuten Deutschland mit dabei. Für eine neue Folge suchen wir Protagonisten, die an Phobien und Zwängen leiden. Ob Mäuse-, Spinnen- oder Schlangenphobie, Wasch-, Ordnungs- und Sammelzwänge – erzählen Sie uns von Ihren Ängsten. Denn wir wollen helfen.
Ein professioneller Hypnosetherapeut wird Sie unterstützen und über einen längeren Zeitraum zur Seite stehen. Für Sie entstehen keine Kosten, Sie bringen einfach nur Neugierde und den Willen mit, Ihre Phobien und Zwänge loszuwerden.
Filet Film geht sensible Themen mit Feingefühl an. Unser Anliegen ist es, Einblicke in die Hypnotherapie zu verschaffen und alternative Wege zur Beseitigung von Ängsten und Zwängen zu zeigen.
Wir freuen uns auf Nachrichten.
Kontakt
Herr Tuan Lam
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Tel: 030 – 77 90 77 663 Mobil: 0178 – 83 46 991
Liebe Betroffene / Liebe Besucher der Internetseite
Wie angekündigt, erhalten Sie nun die wichtigsten Ergebnisse über die Studie zur Lebensqualität und Angst. In der Zeit von Ende Februar bis Ende Juli 2010 hatten wir Sie auf dieser Internetseite gebeten an einer Online-Umfrage zu diesem Thema teilzunehmen. Insgesamt sind fast 2500 Personen dem Aufruf gefolgt und haben den Link angeklickt. Knapp 1200 entschieden sich schliesslich tatsächlich an der Umfrage teilzunehmen und haben begonnen die Fragebögen auszufüllen. Es waren wirklich viele Fragen, die 400 von Ihnen komplett beantwortet haben. Vielen Dank an alle für Ihr Interesse und Ihre Teilnahme!
Die Mehrheit (etwa 2/3) der Teilnehmenden war weiblich. In der Lebensqualität unterscheiden sich die beiden Geschlechter nicht. D.h. Frauen und Männer leiden gleich stark unter der Angst und sind in ihrem Leben gleich stark durch die Angst eingeschränkt. Im Vergleich zur Normalbevölkerung (dazu gibt es sehr grosse Befragungen in Deutschland und den USA mit 4000 bzw. 3000 Teilnehmern) war die Lebensqualität bei Personen mit Angst sehr stark reduziert. Selbst im Vergleich zu einer Gruppe von Patienten mit einer chronischen körperlichen Erkrankung (z.B. Asthma oder Rheuma) war die psychische Lebensqualität der Angstpatienten schlechter. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Erreichen Personen aus der Normalbevölkerung für die psychische Lebensqualität etwa einen Wert von 50, erreichen die Teilnehmer der Studie im Schnitt nur einen Wert von knapp unterhalb von 30. Dieser Unterschied ist "hochsignifikant" (das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit für einen zufälligen Unterschied bei unter 1 % liegt). Haben die Teilnehmer zusätzlich eine ausgeprägte depressive Symptomatik angegeben, was bei Patienten die unter einer Angststörung leiden nicht ungewöhnlich ist, war die Qualität des Lebens sogar noch schlechter. Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung ist, dass Teilnehmer mit Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung und Beschreibung eigener Gefühle über stärkere Angstsymptome berichten.
Was bedeuten diese Ergebnisse konkret? Zum einen zeigen sie, dass die Lebensqualität bei Menschen mit starken Ängsten sehr eingeschränkt ist. Dies unterstreicht die Wichtigkeit einer frühen und konsequenten Behandlung der Ängste. Hierbei sollte sowohl die Verminderung der Angstsymptome als auch die Verbesserung der Lebensqualität ein Therapieziel sein. Besonders muss hierbei auf die Besserung eventuell zusätzlich bestehender Depressionen geachtet werden. Und auch die Fähigkeit eigene Gefühle zu erkennen und darüber zu sprechen sollte bei Patienten, die damit Schwierigkeiten haben, in der Therapie beachtet und gefördert werden.
Wir werden die Ergebnisse noch weiter auswerten, bedanken uns aber jetzt schon einmal ganz herzlich bei allen Betroffenen, die an der Studie teilgenommen haben.
M. Rufer (1), S. Moritz (2) und S. Weidt (1)
(1) Universitätsspital Zürich; Tel. + 41 (0) 44 255 5280;
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
;
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
(2) Universitätsspital Hamburg;
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Aufruf: Traumatische Erfahrungen in einem Fahrstuhl?
10.05.10
Betroffene für TV-Beitrag „Steckengeblieben im
Fahrstuhl“
Wir suchen für einen Fernsehbeitrag
zum Thema „Steckengeblieben im Fahrstuhl“ jemanden mit traumatischen
Erfahrungen in einem Fahrstuhl.
Sind Sie schon einmal in
einem Fahrstuhl stecken geblieben und haben seitdem eine Klaustrophobie
entwickelt oder haben sich Ihre schon vorhandenen Ängste seitdem verschlimmert?
Wir möchten gern erfahren, wie
Sie mit dieser Angst umgehen. Wir begleiten Sie mit der Kamera z.B. bei Fahrten
mit dem Aufzug, wie sie diese vermeiden oder unter großer Kraftanstrengung
betreten oder wie Sie Ihre Fahrstuhl-Angst bekämpfen/annehmen, evtl. auch mit
Unterstützung Ihres Therapeuten.
Sie haben
sich wiedererkannt möchten gerne mitmachen? Dann melden Sie sich bei uns – wir
freuen uns auf ein Gespräch mit Ihnen!
media
akzent tv-produktion gmbh
Tel.: 030/ 30 88 13-0
Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Die neue Ausgabe der DAZ (Deutsche Angst-Zeitschrift), Heft 48 ist erschienen!
Schwerpunkt des neuen Heftes ist diesmal das Thema "Prüfungsangst".
Die theoretischen Grundlagen und praktische Tipps zu dieser Spezifischen Angststörung sowie weitere interessante Themen sind in diesem Heft zu finden.
Noch mehr über die DAZ und wie sie bezogen werden kann unter
Die neue Ausgabe der DAZ (Deutsche Angst-Zeitschrift), Heft 45 ist erschienen!
Schwerpunkt des neuen Heftes ist diesmal das Thema "Soziale Angststörung II",
mit den Hauptartikeln "Selbsthilfe und Selbsthilfegruppenarbeit bei Sozialer Angststörung" und "Leben mit Sozialen Ängsten" - sowie weitere interessante Themen sind in diesem Heft zu finden.
Noch mehr über die DAZ und wie sie bestellt werden kann unter
stellt die Soziale Phobie "als
die Angst sich vor anderen zu blamieren" und "wenn wenn es mehr ist
als Schüchternheit" dar und beschreibt deren Symptomatik, Verlauf, Ursachen und
Behandlungsmethoden:
Betroffene für TV-Beitrag Spinnenphobie gesucht
Die HR-Sendung "Service Gesundheit"(Donnerstags 18.50 Uhr) möchte einen Bericht über Spinnenangst/Phobie drehen. Hierfür ist Fernsehredakteurin Claudia Banse in Hessen (Mainz und Umgebung auch ok) auf der Suche nach einem Menschen, der darunter leidet und eine Therapie macht. Schön wäre es, wenn die Therapie noch andauert und der Patient am, 29.10. in unserer Sendung zusammen mit seinem Therapeuten auftritt. Dort soll dann zum ersten Mal dem Patienten eine Vogelspinne über die Hand laufen. Wir würden gerne einen Teil der Therapie drehen, um zu zeigen, wie man diese Angst behandelt. Der Beitrag wird etwa eine Länge von 3-4 Minuten haben.
Sind Sie bereit und möchten gerne mitmachen?
Dann melden Sie sich bei
Claudia Banse, Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
. Vielen Dank!!
Betroffene von Dysmorphophobie für TV-Beitrag gesucht:
30.09.09
Die WDR-Sendung
"frauTV"(Donnerstags 22.00 Uhr) möchte einen sehr sensiblen Bericht über
Dysmorphophobie drehen. Hierfür ist Fernsehredakteurin Valentina Uhlmann
bundesweit auf der Suche nach einer Betroffenen (Alter: 30 bis 50), die sich
selbst falsch wahrnimmt oder falsch wahrgenommen hat. Diese falsche Wahrnehmung
kann also auch schon einige Zeit her sein. Der Fernsehbeitrag wird eine etwaige
Länge von 5 bis 6 Minuten haben (Drehzeit: max. 6 Stunden) und soll vor allem
die Zuschauer aufklären und für dieses Thema sensibilisieren. Sind Sie bereit
und möchten gerne mitmachen? Dann melden Sie sich bei
Valentina Uhlmann,
Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
,
Stichwort: "Betroffene für Fernsehbeitrag gesucht". Vielen Dank!!
Aufruf Online-Studie Soziale Phobie
04.08.09
Im Rahmen einer Studie zum Thema "Soziale Phobie" an der Universität Bielefeld werden Teilnehmer/-innen für einen Online-Fragebogen gesucht. Dabei interessieren nicht nur die Antworten derjenigen Teilnehmer mit sozialen Ängsten, sondern ebenfalls die Erfahrungen derer, die keine Schwierigkeiten in sozialen Situationen berichten.
Die Daten werden selbstverständlich anonym erfasst und ausgewertet, zudem erhält jeder Teilnehmer die Möglichkeit, an einer Verlosung von Amazon-Gutscheinen teilzunehmen.
Benjamin Iffland, Dipl.-Psych. & Lisa Sansen, Dipl.-Psych.
Universität Bielefeld
Arbeitseinheit für Klinische Psychologie und Psychotherapie
"Deutsche Angst-Zeitschrift" Heft 44 ist da!
31.05.2009
Die neue Ausgabe der DAZ (Deutsche Angst-Zeitschrift), Heft 44 ist erschienen!
Schwerpunkt des neuen Heftes ist diesmal das Thema "Soziale Angststörung I".
Theoretische und wissenschaftliche Erkenntnisse zu dieser Form der Angststörung sowie weitere interessante Themen sind in diesem Heft zu finden.
Noch mehr über die DAZ und wie sie bestellt werden kann unter
Ich heiße Charlotte Schwalb und bin freie Fernsehjournalistin für die Sendung Frau TV des WDR Fernsehens, die jeden Donnerstag (bis auf die Sommerpause) von 22:00 - 22:30 Uhr läuft. Ich habe in meinem Freundeskreis einige Menschen, die unter solchen Angstattacken gelitten haben und noch leiden und habe daher auch miterlebt, wie schwierig es ist, mit diesen Ängsten umzugehen und auch wie hilflos man selbst als Außenstehender dem gegenüber steht.
Deshalb suche ich für einen Filmbeitrag für Frau TV eine Frau aus NRW, die bereit wäre mit mir vor der Kamera über ihre Erfahrungen mit Panikattacken zu reden, über die möglichen Therapien, Medikamente oder was ihr hilft oder geholfen hat, vielleicht sogar mit Einbeziehung von ihren Partnern, Familie oder Freunden.
Intention: Ich würde gerne einfach begreiflich machen, wie kompliziert das oft ist, sich seiner Umgebung zu erklären, wie Angst auch isolieren kann von der Umwelt und wie schwer es sein kann, einen Weg aus diesen Ängsten heraus zu finden. Aber dass es auch möglich sein kann.
Ich würde mich freuen, wenn Sie sich bei mir melden würden.
Vielen Dank
Herzliche Grüße
Charlotte Schwalb, Freie Fernsehjournalistin
email:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Telefon: 0177 / 52 12 92 9
"Deutsche Angst-Zeitschrift" Heft 43 ist da!
03.02.2009
Die neue Ausgabe der DAZ (Deutsche Angst-Zeitschrift), Heft 43 ist erschienen!
Schwerpunkt des neuen Heftes ist diesmal das Thema "Tierphobien".
Mehr über über den Subtypus der Spezifischen Phobie und weitere Themen sind in diesem Heft zu finden.
Noch mehr über die DAZ und wie sie bestellt werden kann unter
Im Rahmen meiner Diplomarbeit an der psychologischen Fakultät der Universität Wien führe ich eine Online-Studie zum Thema Zahnbehandlungsangst durch.
Zu diesem Zweck suche ich Personen ab 16 Jahren, die bereit sind, an der Studie teilzunehmen und an wenig bis viel Angst vor der Zahnbehandlung leiden. Hier können Sie zur Studie Angst vor der Zahnbehandlung gelangen:
In der Studie geht es um die Angst vor der Zahnbehandlung sowie um die Entstehung von und den Umgang mit dieser Angst. Untersucht werden sollen Ihre persönlichen Gedanken und Empfindungen, die Sie in Zusammenhang mit Angst vor der Zahnbehandlung haben.
Sie leisten damit einen bedeutsamen Beitrag zur Erforschung der Zahnbehandlungsangst. Ihre Daten unterliegen selbstverständlich strengster Anonymität und dienen ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken. Die Befragung wird circa 15-20 Minuten in Anspruch nehmen.
Sollten Sie Fragen oder Anmerkungen haben, so können Sie sich gerne an mich wenden!
Vielen Dank für Ihre
Teilnahme,
Bernadette Dobes
Panikstörungen können zu 90 Prozent erfolgreich behandelt werden
Menschen, die unter Panikattacken und Platzangst (Agoraphobie) leiden, können mit einer speziellen Psychotherapie in relativ kurzer Zeit von ihrem Leiden befreit werden. Das belegt eine deutschlandweite Studie, die in diesen Tagen abgeschlossen wird. An dem Projekt war auch das Institut für Psychologie der Universität Greifswald beteiligt. Hier wurden 47 der insgesamt 360 Studienteilnehmer behandelt.
In Deutschland leiden rund 2,5 Millionen Menschen an Panikattacken und Agoraphobie. Rund 70 % der Patienten mit Panikstörungen leiden auch an anderen Erkrankungen (Alkoholabhängigkeit, Phobien, Depression). Rund 28 % sind abhängig von Medikamenten. In der Regel erhalten die Betroffenen erst nach sieben Jahren eine Psychotherapie. "Durch eine Frühintervention könnten wir vielen Patienten viel Leid ersparen und dem Beitragszahler der Krankenkassen auch viel Geld. Aus diesem Grund haben wir an einer Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung teilgenommen. Das Ministerium sah dringenden Handlungsbedarf bei der Erforschung der Effektivität von Psychotherapie. Unser Konsortium mit Dresden, Berlin und Greifswald als Leitzentren wurde mit einer Summe von 3,5 Mio. Euro unterstützt. Davon hat Greifswald ca. 400.000 Euro bekommen." Das erklärt Professor Dr. Alfons Hamm Institut für Psychologie, Universität Greifswald.
Auch wenn die Nachuntersuchungen noch nicht ganz abgeschlossen sind, belegen die Zwischenergebnisse, dass mit einer sechswöchigen Verhaltenstherapie fast 90 Prozent der Patienten geholfen werden kann. Ihnen wird ein langfristig funktionaler Umgang mit Angst vermittelt.
Die Effektstärken der Therapie sind extrem gut. "Wir haben beim Rückgang der selbst beurteilten Angst eine Effektstärke von 2.26 gemessen. Das ist außergewöhnlich gut. Die Betroffenen werden wieder mobiler und sie überwinden ihre Angst vor der Angst, wenn wir sie während der Behandlung gezielt mit der Realität konfrontieren. Das heißt, sie müssen mit dem Bus fahren, ein Kaufhaus besuchen oder allein im Wald spazieren gehen, alles Dinge, die sie lange vermeiden haben, weil sie Angst vor Panikattacken hatten," so Prof. Dr. Alfons Hamm.
Der Psychologe hofft, dass die sehr effiziente Therapie flächendeckend eingeführt wird. So könnte mehr Betroffenen geholfen werden. In Mecklenburg-Vorpommern warten Patienten oft ein Jahr auf eine Behandlung. Außerdem ist die Therapie relativ preiswert.
Weitere Informationen:
Das Krankheitsbild
Eine Panikstörung ist gekennzeichnet durch wiederkehrende Panikattacken, d.h. Episoden von schnell ansteigender Furcht, in Verbindung mit massiven Körpersymptomen (Herzschlagen, Schwitzen, Schwindel usw.) und Befürchtungen, zu sterben, die Kontrolle zu verlieren oder sich bei einer Panikattacke zu blamieren. Während Panikattacken ein häufiges und unproblematisches Phänomen sind, ist die Panikstörung durch Erwartungsangst (Angst vor der Angst) und Versuche, die Angst zu vermeiden (körperliches Schonverhalten, Verzicht auf Kaffee etc.) gekennzeichnet.
Viele Panikpatienten vermeiden in einem zweiten Schritt nach Möglichkeit nicht nur die Angstattacken selbst, sondern auch Situationen in denen sie diesen "schutzlos" ausgeliefert sein könnten (Alleinsein, Menschenmengen, enge Räume, weite Plätze). Dieses Phänomen bezeichnet man als Platzangst bzw. Agoraphobie.
Leider hilft die Vermeidung von Angst nur kurzfristig und alle Versuche, die Angst zu vermeiden führen langfristig zu einem Anstieg der Erwartungsangst.
Verbreitung
In Deutschland sind 3,6 Prozent der Bevölkerung betroffen. Die Störung tritt am häufigsten im Alter von 25-30 Jahren auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. 70 % der Patienten mit Panikstörungen leiden auch an anderen Erkrankungen (Alkoholabhängigkeit, Phobien, 30 - 50% hatten im Verlauf ihres Lebens eine Depression).
Die Therapie im Rahmen der Untersuchung
In einer kompakten Verhaltenstherapie wird den Patienten ein langfristig funktionaler Umgang mit Angst vermittelt. Erst konfrontieren sich die Patienten mit Körpersymptomen und in einem zweiten Schritt mit angstauslösenden Situationen wie Bus, Kaufhaus, Wald, wobei sie Vermeidung (Flucht, Ablenkung oder Sicherheitssignale) unterlassen und die Angst zulassen, bis sie von alleine wieder nachlässt.
Eine medikamentöse Therapie ist für diese Patientengruppe langfristig kontraproduktiv, da dadurch die Funktion von Angstvermeidung aufrechterhalten wird. Besonders Benzodiazepine wie Diazepam oder Faustan können dazu führen, dass das Krankheitsbild chronisch wird. Außerdem bergen sie ein hohes Abhängigkeitspotential.
Das Projekt
Das Gesamtprojekt wurde aufgrund einer Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beantragt. Von 38 Anträgen wurden 5 bewilligt.
Nach Dresden und Berlin ist Greifswald das Zentrum mit den meisten Patienten. In diesem Projekt arbeiten in der Ambulanz des Instituts für Psychologie inzwischen sieben zertifizierte Psychotherapeuten. Alle Therapeuten wurden für die Durchführung diese standardisierte Therapie (manualgesteuert) vom verantwortlichen Zentrum in Dresden geschult. Die Therapien wurden aufgezeichnet und von Dresden begutachtet.
Ergebnisse
Eine Zwischenauswertung zeigt äußerst ermutigende Ergebnisse. Die Effektstärken der Therapie sind extrem gut.
Wir haben beim Rückgang der selbst beurteilten Angst eine Effektstärke von 2.26 (von einem starken Effekt spricht man bei einer Effektstärke von 0.8). Bei der Fremdbeurteilung sieht es sogar noch besser aus (2.8).
- Die Mobilität, welche bei diesen Patienten deutlich eingeschränkt ist, nimmt wieder deutlich zu, wobei hier die Patienten besonders von der Reizkonfrontation in der Realität (Exposition in vivo) profitieren. Die Effektstärke liegt hier bei 1.65.
- Die Therapie wird von den meisten Patienten (90 %) bis zum Katamnese (Nacherhebung nach einem Jahr) durchgeführt. Zehn Prozent Patienten brechen die Therapie ab. Das ist eine sehr geringe Quote.
- Hohe Effektstärken ergeben sich auch bei den sogenannten sekundären Effektvariablen (z.B. Lebensqualität, Depressivität, Arbeitsfähigkeit). So geht neben der Ängstlichkeit auch die Depression deutlich zurück (Effektstärke 0.7). Dies ist insofern wichtig, da viele Patienten routinemäßig antidepressive Medikamente verschrieben bekommen: Die Depressivität geht aber eben auch durch eine adäquate Psychotherapie zurück, wodurch keine antidepressive Medikation mehr erforderlich ist.
- Mit der Therapie können deutliche Kosteneinsparungen erreicht werden. Die Kosten-Nutzen Relation beträgt 1:5,6.
Ansprechpartner für Rückfragen:
Professor Dr. Alfons Hamm
Institut für Psychologie, Universität Greifswald
Franz-Mehring-Str.47, 17487 Greifswald
Telefon 03834 86-3715
Telefax 03834 86-3736
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-
Auslösern von Panikattacken auf der Spur
Die Angst zu sterben oder verrückt zu werden, kann eine Panik-Attacke auslösen. Plötzlich kommt es zu Atemnot, Herzrasen, Schweißausbruch oder anderen körperlichen Reaktionen. Sie verschwinden nach etwa 15 Minuten genauso schnell, wie sie ausgelöst wurden. Am Universitätsklinikum Erlangen wird seit September 2008 untersucht, was die Auslöser für die Panik-Attacken sind. Die Vermutung: Patienten mit Panikattacken haben eine starke Empfindlichkeit für CO2-Veränderungen im Gehirn. Jetzt werden betroffene Frauen zwischen 20 und 55 Jahren gesucht, um zu überprüfen, ob die Hypothese stimmt.
Etwa ein bis vier Prozent der Bevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Panikstörung. Eine Panikstörung zeichnet sich durch immer wiederkehrende und unerwartete Panikattacken mit intensiver Angst und körperlichen Angstsymptome aus, die mehrere Male innerhalb eines Monats auftreten. Hinzu kommt die Angst vor weiterer Panikattacken und den möglichen Folgen. Diese so genannte Erwartungsangst kann dazu führen, dass Betroffene beginnen, enge Räume, Menschenansammlungen oder weite Reisen zu vermeiden.
Die Psychosomatische und Psychotherapeutische Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen (Leiterin: Prof. Dr. Martina de Zwaan) will mit ihrer Studie den Ursachen für die Panikstörung auf den Grund gehen. In Kooperation mit dem Institut für Physiologie (Direktor: Prof. Dr. Christian Alzheimer) und der Neuroradiologischen Abteilung des Uni-Klinikums (Leiter: Prof. Dr. Arnd Dörfler) werden jetzt Patientinnen mit Panikstörung im Alter zwischen 20 und 55 Jahren gesucht. Die Patientinnen sollten derzeit möglichst keine Medikamente zur Behandlung der Panikstörung einnehmen. Nach einem psychologischen Test werden die Durchblutungsverhältnisse des Hirnstammes im Kernspintomographen von Panikpatientinnen und gesunden Vergleichspersonen während verschiedener Atemmanöver untersucht. Die Studie wird über die Erlanger Johannes und Frieda Marohn-Stiftung finanziert. Infos über Dr. Anja Deinzer, Tel.: 09131/85-45926 oder -34899.
CO2 -Veränderung im Gehirn könnte Panik-Attacke auslösen
Wissenschaftlicher Hintergrund der Untersuchung sind Hinweise, dass Patienten mit Panikattacken eine starke Empfindlichkeit für CO2-Veränderungen im Gehirn haben. Diese veränderte Empfindlichkeit könnte spezifisch für Patienten mit Panikattacken sein und sich von Patienten mit anderen Angsterkrankungen, Depressionen und vor allem von gesunden Probanden unterscheiden. CO2-Veränderungen im Gehirn lassen sich durch gezielte Atemmanöver, wie Luftanhalten und Hyperventilation hervorrufen. Die Studiengruppe möchte diese Atemmanöver im Kernspintomographen untersuchen. Seit 2008 verfügt die Neuroradiologische Abteilung des Uni-Klinikums über ein 3 Tesla-Kernspintomographiegerät der neusten Generation, das die Vorraussetzungen für die Darstellung des Hirnstammes erfüllt und damit erst die Grundlagenforschung in diesem aktuellen wissenschaftlichen Bereich ermöglicht hat.
Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 26.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel "familiengerechte Hochschule".
Weitere Informationen für die Medien:
Dr. Anja Deinzer
Tel. 09131/8545926
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-
Neuer Angst-Produzent im Gehirn gefunden
Charité-Forscher klären Rolle des Dopamins
In Stress-Situationen reagieren Menschen oft völlig unterschiedlich. Manche geraten in Panik, andere werden ganz ruhig. Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben jetzt herausgefunden, weshalb das so ist. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature Neuroscience* erklärt das Team um Prof. Dr. Andreas Heinz und Dr. Thorsten Kienast, Leiter der Arbeitsgruppe biologische Suchtforschung an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Campus Charité Mitte, dass die Fähigkeit, den Botenstoff Dopamin im Gehirn zu speichern, nicht bei allen Menschen gleich ausgeprägt ist.
Dopamin ist ein so genannter Neurotransmitter, der unter anderem zur Motivation beiträgt. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass er auch bei negativen Emotionen wie Angst eine große Rolle spielt. Dieser Prozess spielt sich in zwei wichtigen Abschnitten des Gehirns ab. Ein Schauplatz ist hier die Amygdala, der so genannte Mandelkern, der unterhalb der Hirnrinde verankert ist. Hier wird das Dopamin auch gespeichert. Ebenfalls aktiv ist ein Teil der Hirnrinde, der hintere Teil des so genannten anterioren Cingulums. Hier sind die Funktionen für das Empfinden von Schmerz sowie ein Teil des autobiografischen Gedächtnisses angesiedelt.
Die Forscher verabreichten gesunden Probanden einen Vorläufer des Dopamins. Auf diese Weise kann man den Dopaminvorrat im Mandelkern mit Hilfe des Positronen-Emissions-Tomographen sichtbar machen. In der darauf folgenden kernspintomographischen Untersuchung wurde zusätzlich die Aktivität in bestimmten Hirnregionen gemessen, die an der Bildung von Emotionen beteiligt sind. Die Wissenschaftler zeigten den Teilnehmern der Studie während des Aufenthalts im Kernspin-Tomographen eine Reihe von Bildern, die negative Gefühle wie Angst, aber auch positive oder neutrale Emotionen auslösten.
"Bei den negativen Gefühlen, und nur bei diesen, entdeckten wir, dass der Mandelkern und das anteriore Cingulum miteinander zu kommunizieren schienen", erklärt Kienast. "Beide wiesen parallele Aktivitätsmuster auf." Die Stärke der Aktivität war stets abhängig von der Menge des im Mandelkern vorhandenen Dopamins. "Je mehr Dopamin vorhanden war, desto mehr Angst verspürten die Probanden beim Anblick der Bilder", sagt Kienast. Eine Möglichkeit gab es allerdings, diese Reaktion abzuschwächen. "Bei den Probanden, bei denen der Mandelkern und das anteriore Cingulum intensiv miteinander kommunizieren konnten, wurde die Angst auch dann geringer, wenn sie viel Dopamin produzierten."
Dopamin ist der dritte Botenstoff im Gehirn, der den Mandelkern aktiviert. "Bei Serotonin und Noradrenalin ist dies bereits nachgewiesen", erklärt Prof. Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Diese Erkenntnis über das Zusammenspiel von Dopamin und anteriorem Cingulum in der Kontrolle sowie dem Mandelkern in der Produktion von Gefühlen sei für die Arbeit in der Verhaltenstherapie von großer Bedeutung. "Vor allem Patienten, die auf der Spezialstation für Borderline und suchterkrankte Patienten von Dr. Kienast behandelt werden, könnten durch gezieltere Therapien profitieren", hofft Prof. Heinz. Diese Menschen leiden gleichzeitig an einer Störung der Emotionskontrolle und an Abhängigkeitserkrankungen. Hier bietet nach Prof. Heinz´ Worten der Befund möglicherweise auch einen weiteren Ansatz zur Entwicklung neuer Medikamente.
*Nature Neuroscience Received 16 June; accepted 8 October; Nature Neuroscience, Online-Ausgabe vom 2. November 2008
Kontakt:
Dr. Thorsten Kienast,
FB Biologische Suchtforschung
AG Sucht und Persönlichkeitsstörung
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
t: +49 30 2311 20 60 oder mobil 0170 8383041
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft -idw-
Nicht allein mit der Angst und Depression - vor und nach der Geburt
Elf Prozent der Mütter leiden in den ersten drei Monaten nach der Geburt unter Angststörungen, sechs Prozent unter Depressionen. Im Gegensatz zu den häufigen Stimmungstiefs innerhalb der ersten Woche nach der Geburt ("Baby-Blues") können Angststörungen oder Depressionen unbehandelt über Monate oder Jahre anhalten. "Psychische Probleme vor und nach der Geburt sind noch immer ein Tabu-Thema", erklärte Dr. Corinna Reck, Leiterin der Mutter-Kind-Einheit in Heidelberg. "Von Müttern wird nach der Geburt erwartet, glücklich zu sein. Betroffene Frauen wollen sich daher häufig niemandem anvertrauen, dadurch verlängert sich ihr Leidensweg."
In der neuen Peripartal-Station des Universitätsklinikums Heidelberg werden Frauen mit Ängsten und Depressionen und ihre Kinder betreut.
Nach der Geburt nur Angst und Trauer statt Mutterliebe: Damit betroffene Frauen vor und nach der Geburt möglichst schnell professionelle Hilfe finden, arbeitet die Mutter-Kind-Einheit an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg nun eng mit der Universitäts-Frauenklinik zusammen. Seit August 2008 gibt es eine Peripartal-Station, die an die Mutter-Kind-Einheit der Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie angegliedert wurde. Dort werden Frauen gemeinsam von Frauenärzten, Psychiatern und Psychologen betreut. Die Heidelberger Peripartal-Station, ist die erste Einrichtung ihrer Art in Deutschland.
Anzeichen schon während der Schwangerschaft erkennen
Besonders gefährdet sind Frauen, die bereits vor der Geburt unter psychischen Problemen litten. "Es ist wichtig, dass Gynäkologen und Hebammen Warnsignale bei Schwangeren erkennen und auch ernst nehmen", sagte Privatdozent Dr. Holger Maul, Leiter der Perinatalmedizin an der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. Die Ärzte der Geburtshilfe-Abteilung an der Universitäts-Frauenklinik sprechen ihre Patientinnen auch bei leichten Auffälligkeiten, wie Niedergeschlagenheit oder geäußerter Besorgnis, gezielt an und stellen bei Bedarf den Kontakt zur Mutter-Kind-Einheit her.
Die Heidelberger Mutter-Kind-Einheit ist Anlaufstelle für alle schwangeren Frauen und Mütter, die sich bei psychischen Problemen und bei Schwierigkeiten mit ihrem Kind Unterstützung wünschen. Auf der Peripartal-Station stehen für Schwangere zwölf stationäre Betten sowie zwei teil-stationäre Plätze und für Mütter mit ihren Kindern sechs Plätze zur Verfügung. "Der Bedarf geht aber weit über unsere Kapazitäten hinaus", erklärte Dr. Reck.
Besonders bei Risikoschwangerschaften greift die Rundum-Versorgung auf der Peripartal-Station: Solange es der Gesundheitszustand erlaubt, wird die schwangere Patientin in der Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie untergebracht und von den Gynäkologen der Frauenklinik weiter betreut. Später besuchen sie die Psychologinnen und Ärztinnen der Mutter-Kind-Einheit auf der Schwangeren- und der Wöchnerinnenstation. Anschließend kann sie gemeinsam mit ihrem Kind in die Peripartal-Station der Mutter-Kind-Einheit zurückkehren. So entstehen keine Unterbrechungen in der psychologischen Betreuung.
Das Heidelberger Therapiemodell konzentriert sich neben der seelischen Gesundheit der Mutter auch auf die gesunde Entwicklung des Kindes. Das eingespielte Team aus Psychologen, Ärzten, Fachpflegekräften für Psychiatrie und Kinderheilkunde, Sozialarbeitern, Musik-, Ergo-, Gestaltungs- und Bewegungstherapeuten unter der Leitung von Corinna Reck gewährleistet eine umfangreiche Betreuung von Mutter und Kind sowie auf die Bedürfnisse der Frauen abgestimmte Behandlungsangebote. Für Schwangere gibt es spezielle Angebote, wie die Körpertherapie, die ihnen helfen eine positive Einstellung zu sich und ihrem ungeborenen Kind zu gewinnen.
"Wir wollen die Frauen in ihrem Mutter-Sein bekräftigen. Viele haben ein sehr negatives Selbstbild und glauben, eine schlechte Mutter zu sein", so Dr. Corinna Reck. Neben den Psychotherapien gibt es Mutter-Kind-Therapien, wie verhaltens- und musiktherapeutische Müttergruppen, Interaktionstherapie, Anleitung zur Baby-Massage und eine Spielgruppe für ältere Kinder. Die Beteiligung der Väter oder anderer Familienmitglieder an der Therapie ist erwünscht.
"Besonders wichtig war für mich, dass immer ein Ansprechpartner da war und dass ich mich mit anderen betroffenen Frauen austauschen konnte. Das hat mir Kraft und Sicherheit für die Zeit nach der Behandlung gegeben", beschrieb die ehemalige Patientin Katja Merly. Die 29-Jährige aus dem hessischen Bürstadt litt nach der Geburt ihrer Tochter unter Depressionen und Panikattacken, kam mit der Situation schließlich nicht mehr zurecht. "Die Therapie hat mir sehr geholfen, ich bin bei mir angekommen."
Mobile Bezugspersonen geben Zuhause Sicherheit
Nach dem Klinikaufenthalt helfen die Mitarbeiterinnen der Mutter-Kind-Einheit im Rahmen des Mobilen Bezugspersonensystems (MBS) den Müttern und Familien dabei, den Alltag mit Kind zu meistern: Eine Bezugsperson aus der stationären Therapie, z.B. eine Krankenschwester, besucht die Patientin bei Bedarf regelmäßig zu Hause. Die Patientin kann nach ihrer Entlassung an Gruppen- und Einzelangeboten des MBS teilnehmen oder die "Mama Care Weekends" besuchen, Wochenendworkshops mit Entspannungstechniken, Selbsterfahrung, und Kreativangeboten, die zweimal im Jahr stattfinden. Seit 2007 können sich betroffene Schwangere und Mütter auch an die Selbsthilfegruppe "Zwickmühle" wenden.
Im Gegensatz zur Wochenbettdepression gibt es nur wenige Untersuchungen zu den Folgen einer Angsterkrankungen nach der Geburt eines Kindes: Daher untersucht das Team der Mutter-Kind-Einheit der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg derzeit in einer Studie, wie die kindliche Entwicklung und frühkindliche Stressreaktionen durch die Angsterkrankung der Mütter beeinflusst werden.
Informationen zur Mutter-Kind-Therapie:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/zpm/psychatrie/pdf/broschuere_jaspers.pdf
Schwangere und Mütter, die an der Studie "Postpartale Angststörungen" teilnehmen möchten, wenden sich bitte an:
Britta Zipser, Ärztin
Psychiatrische Universitätsklinik Heidelberg
Tel.: 06221 / 564420
E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Mutter-Kind-Telefon:
Tel.: 06221 / 56 34 416
Montag bis Donnerstag von 14 bis 15 Uhr